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Auerbach: Grundwasser fast ohne Schadstoffe

Rund um das Novetta-Gelände hat das Feingefüge aus Leitungen und Messfühlern ganze Arbeit geleistet - 02.02.2016 16:31 Uhr

Seit Juni 2015 wird das Grundwasser unter der früheren Reinigung Novetta in Auerbach mit Aktivkohlefiltern gereinigt, die in einer sogenannten Stripanlage im Hof der Polizeiinspektion untergebracht sind. © Brigitte Grüner


„Die Anlage läuft störungsfrei und hat einen hohen Wirkungsgrad. Ausfälle waren bislang nicht zu verzeichnen“, sagte Christine Hollederer, Pressesprecherin des Landkreises Amberg-Sulzbach auf Nachfrage.

Seit Sommer 2015 wurden dem Grundwasser in Auerbach rund 55 Kilogramm Schadstoffe entnommen; gleichzeitig filterte die Bodenluftsanierungsanlage etwa 170 Kilogramm aus der Bodenluft. Beide Anlagen werden noch mehrere Jahre laufen. „Ein konkretes Sanierungsende kann nach derzeitigem Stand nicht angegeben werden. Dies hängt vom weiteren Verlauf der Sanierung ab“, sagt die Sprecherin.

Vom zuständigen Fachbüro wird die Anlage im zweiwöchentlichen Turnus kontrolliert. Einmal im Monat werden Proben genommen. Weiterhin ist die Anlage mit einem Telenotsystem ausgestattet; das heißt, bei auftretenden Störungen an der Anlage werden das Betriebspersonal und der Anlagenhersteller informiert.

Weniger Schadstoffe

Aufgrund des hohen Wirkungsgrades der Stripanlage von derzeit rund 98 Prozent liege der Schadstoffanteil im Wasser nach der Strippung bei weniger als zwei Prozent der gesamten Schadstofffracht, sagte Hollederer. Die Standzeit der beiden Nassaktivkohlefilter zu je 660 Kilogramm betrage bei derzeitigem Wirkungsgrad rund zehn Jahre.

Die Luftaktivkohlefilter seien etwa halbjährlich zu wechseln. Die beladene Aktivkohle könne nach ihrem Einsatz im Adsorptionsprozess der thermischen Reaktivierung beim Hersteller unterzogen werden. Anschließend stehe diese ressourcenschonend für eine Wiederverwendung zur Verfügung.

Vorfeldmessstellen des Wasserwerks in Ranna hatten bereits 1990 die leicht flüchtigen Schadstoffe, die umwelt- und gesundheitsschädlich sind, entdeckt. Diese werden heute noch in Reinigungen verwendet. Allerdings mit konkreten Vorschriften, während man früher aus Unwissenheit sorglos damit umging.

Erste Untersuchungen 2003 in Auerbach zeigten schnell eine immense Belastung des Bodens unter der früheren Novetta mit Tetrachlorethen (PER). Die Reinigungsanlage kostete mit den nötigen Zu- und Ableitungen rund 460 000 Euro. Viele Untersuchungen und acht Grundwassermessstellen waren im Vorfeld nötig.

Die Gemeinschaftseinrichtung für Altlastensanierung in Bayern (GAB) trug 75 Prozent der Kosten. Auftraggeber ist der Landkreis Amberg-Sulzbach, Eigentümer der Immobilie ist Bauunternehmer Johann Hofmann aus Pottenstein.

BRIGITTE GRÜNER

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