Donnerstag, 29.10.2020

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Auerbach holt den Toto-Pokal im Kreis Amberg-Weiden

Der SV 08 siegt im Dauerregen überraschend gegen Bezirksligist SV Etzenricht mit 3:0 - 28.09.2020 08:55 Uhr

So konnte man dem Dauerregen am Samstag natürlich auch trotzen: Auerbacher Zuschauer fiebern beim Pokalfinale im Schlepper mit.

© Foto: Klaus Trenz


3:0 hieß es am Ende für den Außenseiter. Das Ergebnis am Samstag verwunderte sogar eingefleischte Fans. Über 90 Minuten lang war der Kreisligist dem Bezirksligisten ebenbürtig und zeigte sowohl im Angriff als auch in der Defensive Qualitäten. Und man hatte mit dem erst 20-jährigen Marcel Meyer einen zweifachen Torschützen, der immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle stand.

Unter besonders guten Vorzeichen stand die Partie nicht. Was nicht nur am Dauerregen lag, der mit fortschreitender Spielzeit immer stärker wurde und ungemütlich für die Spieler wie für die Zuschauer war. Ein paar Fans des SV 08 hatten einen Schlepper mit Erntehänger auf dem Hügel hinter der Sprecherkabine aufgefahren, darin Platz genommen und sich mit Plastikplanen vor dem Regen geschützt. So kann man es natürlich auch machen – wenn man einen Schlepper hat.

"Das Toto-Pokalfinale wäre bei anderen Rahmenbedingungen sicherlich zu einem Top-Ereignis im Kreis geworden. Doch einerseits die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und andererseits das Wetter beeinflussten die Rahmenbedingungen negativ", schreibt Spielberichterstatter und Pressewart des SV 08 Helmut Schreg.

Nur Zuschauer aus Etzenricht

So fanden nur etwa 120 Zuschauer zum Sportplatz im Auerbacher Ortsteil Sand. Nur rund 30 davon aus Etzenricht, schätzten die Männer am provisorischen Ein- und Durchgang zum Platz. Rund die Hälfte der von Etzenricht georderten Eintrittskarten – immerhin waren nur 200 Zuschauer zugelassen – wurde wieder zurückgegeben.

Auch wenn die Umstände widrig waren, auf dem Platz passte alles. Zumindest für den SV 08. Wie erwartet ging der SV Etzenricht druckvoll in die Partie. "Vom Anstoß weg ging der Bezirksliga-Zweite mit hohem Tempo zu Werk und attackierte die Hausherren weit in der eigenen Hälfte. Nach einem weiten Flankenball rechts in den Strafraum, wollte sich der Etzenrichter Torjäger Pasieka den Ball im Strafraum nochmals vorlegen und so konnte Schmiedl gerade noch zur Ecke klären. Im Anschluss kamen die Gäste zu drei Ecken in Folge und erneut Pasieka setzte einen Kopfball knapp am Auerbacher Gehäuse vorbei", so Schreg.

Meyers Doppelpack

Das war es dann aber auch für lange Zeit vom Bezirksligisten. Vor allem nach der Führung legte der Kreisligist die anfängliche Nervosität ab und stand in der Abwehr um Bastian Lindner sicher. In der 20. Minute schlug Meyer das erste Mal zu. Einen Freistoß von Trainer und Spielmacher Michael Keil konnte der Etzenrichter Torwart Florian Feigl nur nach vorne abprallen lassen und zwar direkt vor die Füße von Meyer, der am schnellsten reagierte: 1:0 für den SV.

Meyer war es erneut, der 15 Minuten später für das 2:0 sorgte. Schreg resümiert: "Nach einem Angriff über rechts brachten die Gäste den Ball nicht aus der Gefahrenzone, und Förster brachte den Ball noch gefährlich vors Tor, wo erneut Marcel Meyer zur Stelle war und den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 einschob." Das 2:0 zur Halbzeitpause war hochverdient.

Nach der Pause kamen die Auerbacher lange vor dem Gegner auf den Platz – Regen hin oder her. Als Zuschauer hatte man das Gefühl, dass sich die junge Mannschaft diese Titelchance nicht entgehen lässt und alles reinhauen wird, was sie hat. "Bei der ersten Aktion nach der Pause kam Meyer nach einer gut getimten Flanke zum Kopfball und nur durch eine Glanzparade konnte der Etzenrichter Keeper einen weiteren Heimtreffer verhindern. Jetzt machte der Bezirksligist mehr Druck und hatte deutliches Übergewicht, kam aber nur zu einer guten Möglichkeit durch Pasieka, doch auch hier war Torhüter Kausler im bedrohten Eck", beobachtete Schreg.

Doppelte Unterzahl

Das sah alles sehr gut aus und dann die 70. Minute: Der für Manuel Trenz in der 31. Minute eingewechselte Lukas Grüner lässt drei Etzenrichter stehen. Der 21-Jährige lässt auch Schlussmann Feigl kaum eine Chance und wuchtet den Ball zum 3:0 ins kurze Eck.

Jetzt hatte der Favorit aus Etzenricht nur noch 20 Minuten Zeit, um zumindest eine Verlängerung zu erzwingen. Das wäre durchaus noch drin gewesen, zumal sich der SV 08 selbst schwächte: Erst flog Meyer wegen einer – allerdings fragwürdigen – gelb-roten Karte vom Platz (75.) und drei Minuten später holte sich Andre Zitzmann wegen einer Notbremse kurz vor dem Strafraum die rote Karte ab. Die Auerbacher aber retteten das Ergebnis über die Zeit.

Probleme hätte es gegeben, wäre das Spiel angesichts der Anstoßzeit um 17 Uhr in die Verlängerung und vielleicht gar ins Elfmeterschießen gegangen, mutmaßten einige Zuschauer, weil es dann wohl schon zu dunkel gewesen wäre. Damit hat aber offenbar niemand gerechnet. Und mit dem souveränen Pokalauftritt der Auerbacher auch nicht.

KLAUS TRENZ

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