Objektsuche

Auerbach: Lebenshilfe Amberg-Sulzbach auf Quartiersuche

24.7.2021, 16:00 Uhr
Frühförderung in der Gruppe. Die Fördereinrichtung in Sulzbach-Rosenberg ist mehr als ausgelastet. Räume in Auerbach werden dringend gesucht.

Frühförderung in der Gruppe. Die Fördereinrichtung in Sulzbach-Rosenberg ist mehr als ausgelastet. Räume in Auerbach werden dringend gesucht. © Foto: Lebenshilfe Amberg-Sulzbach

Der Bereich Auerbach wird im Moment von der Frühförderstelle in Sulzbach-Rosenberg der Lebenshilfe Amberg-Sulzbach e. V. betreut. Die aber ist rund 30 Kilometer entfernt. Die Busverbindungen nach Sulzbach-Rosenberg oder Amberg (40 Kilometer) sind zeitaufwändig und kostenintensiv. Das wissen die Verantwortlichen der Lebenshilfe. Die frühkindlichen Diagnostik- und Förderangebote sind laut Winklmeier in Auerbach und im Umkreis von rund 15 Kilometern nicht vorhanden. "Es gibt keinen Kinderarzt und nur sehr begrenzte medizinisch-therapeutische Angebote", beurteilt sie die Lage.

Wenig Möglichkeiten

Schulvorbereitende Einrichtungen sind nur in Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Pegnitz und Bayreuth vorhanden. Die nächstgelegenen Frühförderstellen sind neben Sulzbach-Rosenberg Speichersdorf, Weiden und Bayreuth. Die Frühförderstelle in Pegnitz, die für manche Kinder als Ausweichmöglichkeit genutzt wurde, ist seit längerer Zeit geschlossen. Winklmeier: "Vor allem sozial schwache Familien haben somit wenig Möglichkeit, die notwendigen unterstützenden Maßnahmen zu erhalten."

Geeignete ambulante Therapie- und Gruppenangebote können vom Großteil der Eltern und Kinder aus unterschiedlichsten Gründen nicht wahrgenommen werden. Mal fehlt das eigene Auto oder erschwere Schichtarbeit eine Teilnahme. "Daher müssen fast alle Kinder mit Frühförderbedarf mobil von der Frühförderstelle Sulzbach-Rosenberg betreut werden", sagt die Verwaltungsleiterin. Mobile Förderung ist immer eine Einzelförderung im Elternhaus oder in der Kindertagesstätte.

Die weiteren Angebote der Frühförderstelle wie Gruppe oder ambulante Einzelförderung in pädagogisch ausgestatteten Räumen können von den meisten Kindern nicht in Anspruch genommen, so Winklmeier. Besonders bei vielen Vorschulkindern und/oder Kindern mit sozio-emotionalen Auffälligkeiten wäre ein Gruppenangebot aus pädagogischer Sicht aber dringend erforderlich. Ein niedrigschwelliges und wohnortnahes Angebot im Sinne des Rahmenvertrages für die bayerischen interdisziplinären Frühförderstellen sei deshalb nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Frühförderstelle Sulzbach-Rosenberg deckt momentan den Bereich der Stadt Auerbach und der näheren Umgebung im Landkreis Amberg-Sulzbach mit ab. "Die Kapazitätsgrenze der Frühförderstelle Sulzbach-Rosenberg ist deutlich überzogen", so Winklmeier. Eine Außenstelle in Auerbach würde hier eine Entlastung bringen und die ambulanten Förderangebote vor Ort ermöglichen. Darüber hinaus sei ein Zulauf auch aus dem Gebiet Pegnitz oder dem Bezirk Oberfranken zu erwarten.

Die Frühförderstelle der Lebenshilfe hält engen Kontakt zu allen Regelkindergärten in der Stadt Amberg und in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf. Durch Integration und Inklusion von Kindern mit Förderbedarf unterstützt hier die Frühförderstelle mit dem Integrativen Fachdienst. "Auch hier steigen die Fallzahlen stetig", so Winklmeier.

Die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach plant am Standort Auerbach eine Frühförderstelle mit rund 400 Quadratmetern Fläche, Parkplätzen, Busanbindung und mit einem barrierefreien Zugang. Der geplante Raumbedarf für eine Frühförderstelle in Auerbach würde insgesamt 350 bis 450 Quadratmeter umfassen. Dazu gehören zum Beispiel ein Gruppenraum, ein Psychomotorikraum, vier bis fünf kleinere Therapie- und Büroräume, ein Büro mit Besprechungsmöglichkeit für mindestens zehn Personen, eine Küche, Toiletten und Wickelmöglichkeit, Lagerräume und ein Wartebereich. Nötig seien auch Parkplätze für Mitarbeiter und Eltern.

Steigerung der Fallzahlen

"Aus den Erfahrungen im Aufbau der Frühförderstellen Schwandorf und Sulzbach-Rosenberg ist eine Steigerung der Fallzahlen in den nächsten drei bis fünf Jahren auf 50 bis 70 Kinder zu erwarten", erklärt Verwaltungsleiterin Winklmeier. Um alle Therapien, Förder- und Gruppenangebote durchführen zu können, seien die geplanten Räume auch jetzt schon dringend erforderlich.

Wer kann an dem Angebot eigentlich teilnehmen? "Babys und Kinder bis zum Eintritt in die Schule", erklärt Irmgard Merkl, Leiterin der Frühförderstellen der Lebenshilfe. Den Eltern entstehen dabei keine Kosten, diese werden von der Krankenkasse des Kindes und dem Bezirk übernommen.

Wenn Räume in Auerbach gefunden werden, dann würde laut Merkl auch zusätzliches Personal notwendig sein. So weit allerdings ist die Lebenshilfe noch nicht, die Objektsuche läuft noch. Schon vor einigen Jahren sei die Auerbacher Stadtverwaltung in die Suche mit einbezogen worden, fügt Merkl hinzu.

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