Auerbach: Umbau des früheren Bürgerspitals schreitet voran

22.2.2021, 14:55 Uhr
Architekt Urban Meiller (links) trifft sich regelmäßig mit den Verantwortlichen auf der Bürgerspital-Baustelle, hier mit Andreas Kipfer (rechts) von der Neuhauser Firma.

Architekt Urban Meiller (links) trifft sich regelmäßig mit den Verantwortlichen auf der Bürgerspital-Baustelle, hier mit Andreas Kipfer (rechts) von der Neuhauser Firma. © Foto: Brigitte Grüner

Künftige Mieter stehen bereits auf einer Warteliste. Die Stadtverwaltung hatte schon bei der Projektierung der Maßnahme dazu aufgerufen, dass Interessenten sich melden sollten. "Dies ist auch erfolgt, und es gibt eine Warteliste", berichtet Joachim Neuß (FW/AA).

Eine ausreichende Zahl interessierter Mieter sei laut Bürgermeister gleichzeitig als Bedarfsnachweis eine wichtige Voraussetzung für die Förderungen gewesen. Um moderne, barrierefreie Wohnungen zu erhalten, wurde das frühere Pflegeheim bis auf die Grundmauern rückgebaut. Diese Abbrucharbeiten wurden im vergangenen Dezember abgeschlossen. Hinter dem Gebäude befinden sich jetzt einige Kubikmeter Bauschutt, die von einem Fachbüro bewertet und danach entsorgt werden müssen.

Im Gebäude selbst werden derzeit Baumeister- und Zimmererarbeiten ausgeführt. So ist eine Baufirma aus Neuhaus momentan damit beschäftigt, den Aufzugsschacht hochzuziehen und die Trennwände für die Wohnungen einzubauen. Ferner werden Fehlstellen im Außenmauerwerk und an den Fensteröffnungen ergänzt, erklärt der Bürgermeister.

Bereits abgeschlossen sei die Sanierung des Dachstuhls; an der Nord-Ost-Seite werden gerade die Dachflächen eingeschalt. Die Zimmerer arbeiten aktuell an den Holzbalkendecken, die geschossweise statisch in Stand gesetzt werden, so Neuß.

Kosten von 3,3 Millionen

Der Vermögenshaushalt der Spitalstiftung war bereits im Vorjahr geprägt von der laufenden Sanierung und dem Umbau. 2,9 Millionen Euro sollte diese Maßnahme nach den ersten Berechnungen kosten. Die allgemein hohen Preise in der Baubranche schlugen sich allerdings nieder: Bei der Ausschreibung stellte sich heraus, dass das Projekt etwa 400 000 Euro teurer und rund 3,3 Millionen Euro kosten wird.

Für die Kämmerei bedeutete das nochmalige Verhandlungen mit der Regierung wegen eines höheren Zuschusses. Aufgrund der deutlichen Erhöhung wird das Projekt über das Sonderprogramm "Innen statt Außen" mit einem Gesamtbetrag der Städtebauförderung in Höhe von 1,65 Millionen Euro bezuschusst. Der städtische Anteil erhöhte sich damit von 250 000 auf 330 000 Euro. Auch Wohnungsbauförderung, Bezirk und Landesstiftung fördern die Maßnahme.

Das Bürgerspital gibt es seit 1384. Damals war es eine Stiftung für bedürftige Bürger. In einer Urkunde von 1435 wird der Gebäudekomplex, zu dem auch kleinere Häuser, Stallungen und Scheunen gehörten, als "Spital der Armen" bezeichnet, schreibt Chronist Rudolf Weber auf seiner Internetseite. 1817 entstand der Bau, wie ihn die Auerbacher seit Jahrzehnten kannten.

Bis zur Fertigstellung des Marien-Kindergartens 1974 war im Erdgeschoss des Hauses der erste Kindergarten der Stadt untergebracht. Im Laufe der Zeit genügte das Bürgerspital dann den Ansprüchen eines Altenheimes nicht mehr. Die Stadt als Verwalterin der Spitalstiftung ließ deshalb eine gründliche Renovierung durchführen. Am 1. Mai 1980 konnte die Fertigstellung offiziell gefeiert werden. "Für rund 1,3 Millionen Mark war hinter der altehrwürdigen Fassade ein im Inneren modernes und funktionelles Altenheim entstanden", resümiert Weber.

Barrierefreie Wohnungen

Doch das ist Vergangenheit. Mit der jetzigen Maßnahme geht nicht nur eine grundlegende Sanierung, sondern auch eine Nutzungsänderung einher: Aus dem früheren Pflegeheim werden barrierefreie Wohnungen. Zur Fertigstellung kann derzeit noch kein konkreter Termin genannt werden. "Wir sind noch in einem sehr frühen Stadium", sagt der Rathauschef. Sollten die Temperaturen nochmals sinken, muss vielleicht pausiert werden.

"Daher können wir nicht versichern, dass wir den Bauzeitenplan einhalten können." Nach wie vor gehe die Stadt davon aus, dass die Maßnahme im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen werden kann. Bis dahin müssen sich interessierte Mieter also noch gedulden.

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