Schock im Traumurlaub

Auerbacher Familie im Dubai-Urlaub positiv getestet

12.9.2021, 14:46 Uhr
Da dachte wohl noch keiner von ihnen an eine Quarantäne: Daniel Schuster (von links) posiert mit seinen Kindern Johanna, Ferdinand und Benjamin auf dem Burj Khalifa, dem höchsten Turm der Welt.

Da dachte wohl noch keiner von ihnen an eine Quarantäne: Daniel Schuster (von links) posiert mit seinen Kindern Johanna, Ferdinand und Benjamin auf dem Burj Khalifa, dem höchsten Turm der Welt. © Foto: privat

"Wir sind am 15. August voller Vorfreude in München gestartet und haben dann eine neue Welt entdeckt", erzählt der 41-Jährige. Im Nobelhotel Atlantis habe man traumhaft gewohnt. "Das war wie 1001 Nacht." Die Auerbacher unternahmen mehrere Ausflüge, darunter eine Wüstensafari mit Wüstenbuggies und normalen Autos mit abenteuerlichen Fahrten über die Dünen ("ein Megaerlebnis"), einem Besuch des Burj Khalifa mit einem Einkaufszentrum, das zirka zehnmal so groß wie das Rotmaincenter in Bayreuth sei, oder die traumhaften Wasserspiele in der Nacht.

Unvergessliche Hafenrundfahrt

Einen ersten Schrecken erlebten die Schusters und andere Touristen dann bei einer nächtlichen Dubai-Rundfahrt mit einem Schiff. Dabei sei es zu einem Unfall gekommen, als man ein anderes Schiff gestreift habe. "Da gingen viele Scheiben zu Bruch und viele Mitreisende waren völlig entrüstet. Wir sind aber ins nächste Schiff und haben eine unvergessliche Hafenrundfahrt unternommen", sagt der Kaminkehrer und Präsident der Auerbacher Faschingsgesellschaft.

Insgesamt hätten sie wunderbare Tage erlebt, obwohl sie die meiste Zeit nur am Pool verbracht hätten. "Ins Meer sind wir nicht, das war einfach zu warm. Es hatte gefühlt 40 Grad Wassertemperatur." Bis dahin sei alles wirklich wie ein Traum gewesen, betont Daniel Schuster.

Doch dann habe eine Art Odyssee begonnen. Nach 13 Tagen ließen sie sich am 30. August, einen Tag vor der Abreise, auf Corona testen. Der Schock folgte auf den Fuß: Alle drei Kinder waren laut PCR-Test positiv. "Nur ich war negativ", sagt der Familienvater. Das bedeutete: Heimreise vorerst unmöglich.

Die Familie sei daraufhin in ein Corona-Hotel mitten in der Wüste gekarrt worden, indem sie eine obligatorische zehntägige Quarantäne absitzen sollte. Dort sei ihnen ein 15 Quadratmeter großes Zimmer angeboten worden – für vier Personen. Damit aber nicht genug. "Das Zimmer war völlig verdreckt, in den Betten fanden wir Exkremente", erinnert sich Schuster mit Schaudern zurück.

Daraufhin habe er sich bei der Hotelleitung beschwert, die sich auch mehrmals entschuldigt habe. Dennoch habe er beschlossen, dieses Hotel sofort zu verlassen. "Da war auch die Zimmerausstattung katastrophal. Wir hatten zwei jeweils einen Meter breite Betten, keinen Tisch und das Zimmer war völlig verdreckt."

Nach drei Stunden Aufenthalt seien sie mit dem Quarantäne-Taxi zum nächsten Hotel gefahren, dem Media Rotana-Hotel, wo sie wie in einer Geheimdienstaktion durch die Tiefgarage eingeschleust worden seien. Zunächst aber hätten sie noch eineinhalb Stunden in der Tiefgarage im Taxi warten müssen. Doch das Warten habe sich gelohnt, hätten sie dort doch zwei sehr geräumige und saubere Doppelzimmer bekommen. "Wir waren dort sehr zufrieden."

Der nächste Schreck ließ aber nicht lange auf sich warten: Der Vater ließ sich erneut freiwillig testen, um die Quarantäne-Zeit nicht noch mal zu verlängern. Doch das Gegenteil war der Fall: Weil nun auch er positiv getestet wurde, verlängerte sich die Isolation bis 9. September. "Das war natürlich ein Schock", räumt Schuster ein. Zumal die Quarantäne seiner Kinder schon am 6. September beendet gewesen wäre.

Aufatmen aber am nächsten Tag: Bei erneuten Tests waren alle vier negativ. Das bedeutete, das sie am nächsten Tag, am Samstag, 10. September, heimfliegen durften. Am späten Nachmittag betraten die Auerbacher dann heimischen Boden in München. Um den Rückflug hatte sich Schuster selbst kümmern müssen. "Wir beschweren uns aber nicht. Wer momentan in Urlaub fährt, muss halt auch mit so etwas rechnen. Insgesamt haben die positiven Dinge klar überwogen. Es war trotz allem ein Traumurlaub", sagt Schuster.

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