Aussetzer des Vodafone-Kabelnetzes

Auerbacher klagen über Internetprobleme

Astrid Löffler
Astrid Loeffler

Politik und Wirtschaft/Pegnitz

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27.10.2021, 09:00 Uhr
Da nützt das schnellste Glasfaserkabel nichts, wenn beim Kunden das Internet gestört oder ganz weg ist, weil offensichtlich – so Vodafone – sogenannte Rückwegstörer aktiv sind.

Da nützt das schnellste Glasfaserkabel nichts, wenn beim Kunden das Internet gestört oder ganz weg ist, weil offensichtlich – so Vodafone – sogenannte Rückwegstörer aktiv sind. © Foto: obs/Vodafone D2 GmbH

So auch im Falle eines Michelfelders, der sich an die Redaktion gewandt hatte. Seit knapp einem Jahr sei bei ihm Zuhause teils stundenlang das Netz weg, zudem komme es immer wieder zu kurzen Aussetzern von zirka zehn Minuten, mitunter mehrfach am Tag, klagte der junge Mann. "In dem Fall ist ein lokaler Rückwegstörer aktiv", schreibt Petendorf nach beauftragter Analyse der Verbindung.

"Ein defektes oder illegal betriebenes Gerät sendet dort Störsignale, wodurch in einem kleinen Kabelabschnitt der Internetempfang der Nachbarn zeitweilig beeinträchtigt ist." Man bemühe sich, den Verursacher zu ermitteln und die Störquelle zu beseitigen. Allerdings sei die Eingrenzung eines solchen Fehlers trotz intensiver Messungen immer sehr zeitaufwändig.

Rückwegstörer am Werk

Denn solche Störquellen ließen sich nur schrittweise lokalisieren und auch nur sporadisch ermitteln - nämlich nur dann, wenn sie unmittelbar auftreten, weil zum Beispiel das defekte Gerät gerade in Betrieb ist. "Ein Rückwegstörer ist in Deutschland einer der häufigsten Gründe für Störungen im Internet und bei der Telefonie", berichtet der Chef vom Dienst (CvD) der Vodafone Deutschland-Pressestelle. Ursache seien meist sehr alte, defekte oder illegal betriebene Geräte, die ein Kunde trotzdem verwende – ohne zu wissen, dass er damit seine Nachbarn empfindlich beeinträchtige.

Jedoch räumt Petendorf auch ein, dass sich im Zuge der Pandemie die Erwartungen an die Netzbetreiber stark erhöht haben: "Homeoffice, Homeschooling und Co. sorgen für eine Daten-Explosion. Video-Telefonie, Streaming-Dienste und TV-Abende mit der Familie lassen den Datenverkehr im Kabelglasfasernetz auch in der Oberpfalz um jährlich 30 Prozent ansteigen."

Die Netz-Analyse von Vodafone zeige zudem eine weitere Besonderheit, die mit der Corona-Pandemie und deren Folgen erklärbar sei: Die Menschen veränderten ihren Alltag. So sei früher die Datennutzung im Festnetz immer erst nachmittags nach oben gegangen, wenn die Menschen von der Arbeit heimkamen, erläutert der Konzernsprecher.

Kurve steigt früh an

Seit dem Frühjahr 2020 steige die Datenkurve jedoch schon frühmorgens an, wenn viele Menschen die Arbeit aus dem Homeoffice begonnen haben. "Wir haben also den ganzen Tag über starken Verkehr auf der Datenautobahn in Auerbach – und nicht mehr ,nur‘ nachmittags und in den Abendstunden", resümiert der Vodafone-Sprecher.

Der Konzern betreibt in Auerbach ein modernes Kabelglasfasernetz. An dieses Breitbandnetz angeschlossen sind nach Konzernangaben rund 3000 Haushalte und damit drei Viertel der Einwohner von Auerbach. In den vergangenen drei Jahren habe Vodafone massiv in die Qualität dieses Netzes investiert und mit der Einführung der Technologie Docsis 3.1. eine neue Datenautobahn gebaut.

"Durch diese Investition können alle Kabelhaushalte im Vodafone-Netz in Auerbach das Internet mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit (=1000 Megabit pro Sekunde) nutzen", sagt Petendorf und zieht stolz den Vergleich zum VDSL-Netz der Telekom, das im Idealfall mit bis zu 250 Megabit pro Sekunde gerade mal ein Viertel der Geschwindigkeit des Vodafone-Kabelglasfasernetzes biete.

Die Netze seien hierzulande sehr stabil. "Einen Ausfall wegen Überlastung in Corona-Zeiten gab es in den deutschen Vodafone-Netzen noch nie – auch nicht in Auerbach", unterstreicht der Konzernsprecher. Wenn es zu individuellen Einschränkungen komme, dann seien die Gründe dafür vielfältiger Natur. Jede einzelne Störung müsse individuell analysiert und behoben werden. Dies könne beispielsweise auch durch den Austausch defekter Hardware geschehen, so wie es inzwischen in Auerbach in einem weiteren Fall passiert sei, der der Redaktion zugetragen worden war.

Sieben Tage im Einsatz

Die Service-Techniker im Auftrag von Vodafone seien jedenfalls an sieben Tagen die Woche vor Ort im Einsatz, um individuelle Einschränkungen bei einzelnen Kunden, Häusern, Siedlungen oder gar ganzen Stadtteilen zu beheben, berichtet Petendorf.

"Oftmals liegen die Gründe aber gar nicht direkt im Verantwortungsbereich des jeweiligen Netzbetreibers", so der Sprecher. Mit den links stehenden Tipps könnten alle Nutzer selbst dazu beitragen, dass bei ihren Geräten, wie Notebooks und Computern, mehr Geschwindigkeit ankomme. Das sei vor allem dann wichtig, wenn zum Beispiel mehrere Familienmitglieder zeitgleich größere Bandbreiten für Homeoffice, -school und Co. benötigten.

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