Friedhof

Auerbacher Lindenallee ist stark geschädigt

27.7.2021, 16:55 Uhr
Die Hauptachse des Friedhofs führt vom Priestergrab (im Vordergrund) zum Eingang in Richtung Stadt. Die Lindenbäume sind Knackpunkt bei der Sanierung.

Die Hauptachse des Friedhofs führt vom Priestergrab (im Vordergrund) zum Eingang in Richtung Stadt. Die Lindenbäume sind Knackpunkt bei der Sanierung.

Willibald Grasmaier ist Diplomingenieur und von der IHK Nürnberg öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Baumsanierung, Schadens- und Wertermittlung bei Bäumen. Anfang Juni war Grasmaier in Auerbach und besichtigte für ein Kurzgutachten unter anderem auch die Lindenallee auf dem städtischen Friedhof. Sein Fazit: Aufgrund der Vorschäden können die Bäume auch mit baumpflegerischen Maßnahmen nicht mehr langfristig erhalten werden.

Den Altbestand bezeichnet Grasmaier als gestalterisch sehr unbefriedigende Pflanzung ohne Entwicklungspotenzial. Der Standort der Bäume sei extrem ungünstig. Sie seien ständiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt, der Boden ist versiegelt und der Stammfuß überfüllt. Bei der Neubelegung von Gräbern würden die Wurzeln der Bäume beschädigt, eine tiefgründige Durchwurzelung sei nicht möglich und im Winter komme auch noch das Streusalz vom Weg hinzu.

Nicht ausreichend verankert

Eine einfache Druckprüfung am Stamm habe bei einigen Linden zudem gezeigt, dass sie nicht ausreichend verankert und leicht zu bewegen seien. Für den Sachverständigen ein deutliches Zeichen für eine mangelnde und nicht artgerechte Ausbildung des Wurzelwerks.

Eine Zukunft hätten für Grasmaier nur die wenigen Bäume, die den Weg zur Kapelle neben der Aussegnungshalle säumen. Diese seien auch von der aktuell geplanten Baumaßnahme nicht betroffen. Nach Meinung des Sachverständigen könne man an diesen Linden versuchen, mit etwa drei- bis fünfjährigen Trieben kleine Kronen aufzubauen. Ob die Bäume aber noch in der Lage sind, eine etwas größere Krone aufzubauen, konnte der Sachverständige im Moment noch nicht ausreichend abschätzen.

Grasmaier weist in seinem Kurzgutachten darauf hin, dass im Zuge der Umgestaltung der zentralen Wegachse in der Planung auch die Bedürfnisse einer Nachpflanzung ausreichend berücksichtigt werden. Dabei ist vor allem ein großzügiger Bodenaustausch mit einem Baumsubstrat wichtig. "Nur so kann hier ein funktionsfähiger Baumbestand etabliert werden", schreibt Grasmaier in seinem Gutachten.

Der fünfte Bauabschnitt bei der Sanierung des Friedhofs umfasst in erster Linie die zentrale Wegachse und kleinere Seitenwege. Die Baukosten sind mit 400 000 Euro brutto veranschlagt.

Rückblick: Am 11. Februar 2016 hat der Stadtrat das Gesamtkonzept für die Neugestaltung des Friedhofes beschlossen. Die Maßnahmen sollten in Abschnitten durchgeführt werden, um den städtischen Haushalt nicht auf einmal mit allen Kosten zu belasten. Fertiggestellt sind inzwischen der behindertengerechte Eingang an der Westseite des Friedhofs, der Friedhain, die Errichtung der öffentlichen Toilette mitsamt der Wegemaßnahme sowie die Achse Kirche bis Aussegnungshalle und Eingang Obere Vorstadt.

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