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Donnerstag, 18.07.2019

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Auerbacher Realschüler 42 Tage ohne Rausch

Im Rahmen eines neuen Projektes üben Jugendliche Prävention - Überprüft wurden sie nicht - 07.07.2019 09:00 Uhr

Landrat Richard Reisinger (Mitte) gratulierte der Klasse 10 b der Realschule Auerbach für mehrere Wochen ohne Rauschzustände durch zu viel Alkohol – ein Präventions-Projekt, für das es auch einen Preis gab. © Foto: Realschule Auerbach


"Sechs Wochen lang mussten wir darauf verzichten, uns einen Rausch anzutrinken. Damit wollten wir zeigen, dass wir längere Zeit keinen größeren Absturz brauchen", erklärt Sophia Neukam (16) aus der 10 b selbstbewusst. Ob das für sie ein Problem war? "Überhaupt nicht!" Sie trinke sowieso nicht oft oder viel Alkohol. Wenn überhaupt, dann auf Feiern. Auf denen gehe sie dann aber auch nicht für den Abschuss, sondern für entspanntes, geselliges Trinken. "Ich weiß schon, wie man mit Alkohol umgehen muss."

"Ich war zu Beginn des Projekts noch 15 Jahre alt", sagt die jetzt 16-jährige Chiara Tschirner. Deshalb sei sie sowieso nicht wirklich dazu gekommen, bis zum Exzess zu trinken. Wenn, dann trinke sie "ein bisschen was auf Partys". Das sei aber nicht bei allen in der Klasse so gewesen. "Einer oder zwei fallen mir da schon ein, bei denen das nicht so einfach war", erklärt Chiara Tschirner. "Aber die haben sich dann schon zusammengerissen. Wir wollten ja alle gewinnen. Wenn es um Preise geht, dann machen schon alle mit", erwidert Sophia Neukam.

Der Preis für die 10 b: 100 Euro für die Klassenkasse. "Davon kaufen wir Abschlussgeschenke für unsere Lehrer", sagt Neukam. Das Projekt "klar bleiben", das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefördert wird, hätten mehrere hundert Klassen erfolgreich abgeschlossen, von denen dann zehn gezogen und mit dem Geldpreis bedacht wurden.

In regelmäßigem Kontakt

Um zu kontrollieren, wer sich an die Regeln hält, standen die Schüler in regelmäßigem Kontakt, wie Sophia Neukam erklärt: "Wir wissen voneinander meistens, was wir machen." Chiara Tschirner erklärt dazu: "Wir sind ja untereinander alle ziemlich gut befreundet." Die Klasse wollte das Projekt aufnehmen, sagt Neukam: "Unsere Biologie-Lehrerin Julia Schmidt kam auf uns zu und hat uns das Thema vorgestellt. Wir fanden das alle gut." Sie sei froh, so für sich den richtigen Umgang mit Alkohol gefunden zu haben.

Laut Chiara Tschirner wirkte das Projekt in der Klasse als vertrauensbildende Maßnahme: "Wir mussten uns alle aufeinander verlassen und auch darauf, dass jemand sagt, wenn er etwas getrunken hat."

Wenn es dieses gegenseitige Vertrauen nicht gegeben hätte, hätte man sich überhaupt nicht für das Projekt "klar bleiben" anmelden müssen. 

JULIAN SEIFERTH

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