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Montag, 08.03.2021

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Auerbacherin gestaltet Mutmach-Postkarten für Gläubige

Die aus Auerbach stammende Künstlerin Margot Brünig eröffnet mit ihren Werken "Hoffnungshorizonte" - 16.12.2020 14:55 Uhr

Die aus Auerbach stammende Margot Brünig lebt jetzt als Künstlerin in Nürnberg. Sie gestaltete Mutmach-Postkarten, die nun in vielen Kirchen in Nürnberg ausliegen.

15.12.2020


 Frau Brünig, haben Sie die vier Werke gezielt für diesen Zweck gemalt?

Brüning: Überhaupt nicht. (lacht)

 

Wie ist es dann zu dieser Aktion gekommen?

Brüning: Ich hatte im Gemeindehaus in St. Jobst eine Ausstellung. Das war noch vor der Corona-Zeit. Dies gab einer Dame des Gottesdienst-Institutes den Impuls, auf mich zuzukommen und mich zu fragen, ob ich mir vorstellen könnte, mich künstlerisch an der Aktion zu beteiligen, für die wir dann den Titel "Hoffnungshorizonte" entwickelten.

 

Sie haben sofort "Ja" gesagt?

Brüning: Es war eigentlich eher ein "mal sehen!"

 

Haben Sie dann gleich angefangen zu malen?

Brüning: Ich bin viel mehr mein Bildarchiv durchgegangen. Und dabei sind mir vier Bilder begegnet, die in Farbe und Form sehr gut passen.

 

Und die auch Hoffnung machen . . .

Brüning: . . . das trifft auf alle meine Bilder zu. Ich versuche eine positive Grundstimmung in meine Werke zu legen. Den Betrachter soll es nicht herunterziehen, sondern er soll ein positives Gefühl dabei bekommen. Zu den vier Bildkarten gibt es in dem Paket nun auch Texte, über die man nachdenken, meditieren oder beten kann.

 

Und die haben sie auch mitgestaltet?

Brüning: Nein, diese wurden vom Institut entworfen.

 

Für so eine Fremdinterpretation muss man seine Werke aber erst mal loslassen können, oder?

Brüning: Sicher, ja. Aber ich bin ohnehin kein Freund davon, dem Betrachter zu sagen, was er sehen soll. Das soll jedem selbst überlassen bleiben. Die Texte waren sicher manchmal anders, als ich das formuliert oder gesehen hätte, aber das ist völlig in Ordnung und auch für mich sehr interessant.

 

Haben Sie schon Rückmeldungen bekommen?

Brüning: Bisher habe ich gehört, dass sie gut angekommen sind. Ich bin gespannt, was ich da noch so hören werde. Ist ja auch spannend, die Motive auf so eine große Reise zu schicken.

 

Wie entstehen Ihre Bilder? Gibt es da einen Plan zuvor?

Brüning: Das ist sehr intuitiv. Ich lasse mich dabei oft selbst überraschen. Natürlich ist eine gute Komposition in Farbe und Form die Basis.

 

Was ist für Sie selbst eine Kraftquelle in einer Zeit, die nicht einfach ist?

Brüning: Musik, Kunst — das sind meine Leidenschaften. Wenn man in dieser Zeit eine Leidenschaft hat, dann macht das vieles erträglicher. Ich habe beim ersten Lockdown ein Projekt gestartet, das mir sehr viel Kraft gegeben hat.

 

Verraten Sie es uns?

Brüning: Gern. Ich bin jeden Tag losgezogen und habe eine neu gewachsene Blume gesucht. Diese habe ich dann detailliert gezeichnet, also jeden Tag eine andere. Das hat mich sehr mit der Natur verbunden und ich habe mir gedacht: Draußen ist zwar jetzt fast alles geschlossen und heruntergefahren — aber die Natur macht in all ihrer Pracht und Schönheit einfach weiter.

 

Interview: RURIK SCHNACKIG

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