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Auffällige Infektionszahlen im Ahorntal

In Ahorntal gibt es überproportional viele neu mit Covid-19 infizierte Menschen - 09.12.2020 18:14 Uhr

War ein unerlaubtes Treffen mehrerer Menschen in Ahorntal der Grund für überproportional hohe Zahlen neu mit Corona infizierter Frauen und Männer? In der etwas über 2000 Seelen zählenden Gemeinde wurden vor einigen Tagen 25 mit Covid-19 Infizierte gemeldet. Mittlerweile ist diese Zahl zwar auf 13 gesunken, bleibt aber dennoch überdurchschnittlich hoch.

Im Landkreis Bayreuth macht ein Gerücht die Runde, dass sich in Ahorntal unerlaubt viele Menschen – gemunkelt wird von Kindergarten-Vätern – getroffen und so das Virus verbreitet hätten. Ahorntals Bürgermeister Florian Questel (Grüne) hat auf Nachfrage der Redaktion zwar von dem Gerücht gehört, kann aber nicht bestätigen, dass es sich um den vermuteten Personenkreis handelt. "Ich habe davon gehört, kann aber weder ein Treffen bestätigen, noch dass es sich dabei um Kindergarten-Väter gehandelt hat", sagte Questel am Telefon. Allerdings lässt seine Tags zuvor gemailte Stellungnahme zu den hohen Zahlen in seiner Gemeinde ein unerlaubtes Treffen zumindest vermuten. "Ich habe schon über mehrere Medien versucht, die Bürger zu erreichen und an sie zu appellieren, die Kontaktbeschränkungen ernst zu nehmen", schreibt Questel. Und weiter: "Es hat wohl in der Gemeinde wie überall den einen oder anderen gegeben, der nicht geglaubt hat, dass ihn dieses Virus befallen könnte. Wir sind aber keine Insel und wie in allen Regionen dem Risiko ausgesetzt, sich mit Covid-19 zu infizieren." 

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Das solle nicht heißen, dass alle Ahorntaler unvorsichtig seien, betont der Bürgermeister. "Die Mehrzahl der Leute sind sehr vernünftig und halten sich an die Bestimmungen. Aber sicher gibt es unter den erkrankten Personen auch welche, die die Kontaktbeschränkungen nicht wirklich ernst genommen haben." Was das für die Mitmenschen bedeuten könne, sei diesen Leuten wahrscheinlich nicht einmal bewusst. "Bei uns gibt es sehr viele Familien und Einzelpersonen, die sich aus diesem Grund in Quarantäne befinden. Bleibt zu hoffen, dass der jetzige leichte Abwärtstrend in unserer Gemeinde jetzt anhält." 

Rein zahlenmäßig beklagt außer Bayreuth die Stadt Pegnitz mit 31 die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen im Landkreis. Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (Pegnitzer Gemeinschaft) hat keine Erklärung und vermutet, dass die Schulen und Kindergärten zumindest teilweise dafür verantwortlich sein könnten. Als Begründung kann zumindest einigermaßen die Einwohnerzahl der größten Stadt im Landkreis von knapp über 13 000 herhalten. "Wenn wir genau wüssten, woher die Zahlen kommen, wären wir weiter", sagt Nierhoff. Zumindest sei kein Seniorenheim betroffen. "Dort gab es meines Wissens keinen größeren Ausbruch zuletzt." Dagegen seien in den vergangenen Tagen immer wieder in Kitas und Schulen vermehrt Fälle aufgetreten, weshalb ganze Klassen beziehungsweise Gruppen in Quarantäne mussten.

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Auch im übrigen Landkreis bleiben die Zahlen hoch. 179 Frauen und Männer waren am Mittwoch mit Covid-19 infiziert – drei mehr als am Vortag. Insgesamt 1134 Bürger waren seit dem Ausbruch von der Krankheit betroffen; davon sind 924 wieder genesen. Die sieben-Tage-Inzidenz betrug zuletzt 110,87.

UDO FÜRST

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