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Aussortiert wird in Creußen nur ganz wenig

Second-Hand-Ware für Menschen in armen Ländern oder Recyclinggut: Zweites Leben für Kleidung und Papier - 15.11.2018 16:24 Uhr

In Creußen sortieren 50 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit von Hand die gesammelten Altkleider. © Ralf Münch


Wenn die Helfer des katholischen Dekanates sammeln, so gehen die gespendeten Waren an die Firma Jean Bilsheim-Altkleider nach Creußen und das Altpapier nach Bayreuth. Firmensprecher Marco Hübner: "Die abgegebenen Kleidungsstücke werden von Hand sortiert. In Creußen sind 50 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt. Wir versuchen, den Kleidungsstücken ein zweites Leben zu geben."

Die tragbare Bekleidung geht als Second-Hand-Ware nach Pakistan, Afrika und Indien. Betrachtet man beispielsweise bei der Produktion von Baumwolle die Menge des benötigten Wassers, die verbrauchte Energie – dann sieht man, dass Wiederverwertung Sinn macht. Viele denken, dass die gesammelten Kleidungsstücke in den Reißwolf wandern. Das ist nicht richtig. Nur zehn Prozent können nicht wiederverwertet werden. Der Sortierbetrieb prüft von Hand die Ware, auch Schuhe. Der größte Teil ist tragbar. "Ein Teil wird zu Putzlappen und ein kleiner Anteil kommt, das sind die angesprochenen zehn Prozent, in die Reißerei, um später zu Dämmstoffen verarbeitet zu werden."

Für Marco Hübner wird die Qualität des Ausgangsmaterials, also der Textilien, immer mehr zum Problem. Denn diese werde zunehmend schlechter. Mit der Wegwerfgesellschaft, der Kurzlebigkeit der Kleidungsstücke und der Discountware leide eben auch das Niveau der Ware.

Die Bevölkerung sollte darauf achten, dass die gespendete Kleidung weder schmutzig noch nass ist. Solch mangelhafte Waren landen in der Müllverbrennung. Sortiert wird nach Qualität und Gewicht. Die Preise für die Erlöse schwanken nach Angebot und Nachfrage, wie andere Rohstoffe auch. Es macht nur ökologischen Sinn, wenn die Kleiderspenden ordentlich ankommen.

"Wir helfen unseren Brüdern"

Die gesammelten Altpapierballen werden gepresst und an die Papierfabriken im fränkischen Raum geliefert. Dort erfolgt eine Aufbereitung zu Recyclingpapier. Das wird unter anderem als Toiletten-, Kopier- und Verpackungspapier verwendet. Viele Behörden verwenden inzwischen nur noch Recyclingpapier. Altpapier ist ein wichtiger Rohstoff geworden.

Doch das gesammelte Papier kann direkt mithelfen, das Elend und die Not in der Welt zumindest ein bisschen zu lindern. "Wir sammeln jedes Jahr Altpapier- und Altkleider", sagt Kurt Hein, der die Organisation für das katholische Dekanat anfangs übernommen hatte. Das muss in den 1970er-Jahren gewesen sein, sagt er. Jetzt macht das Veit Wolf. "Es war eine gute Idee, gemeinsam und wirksam etwas Gutes zu tun", lobt Franz Eller, der ehemalige Dekanatsratsvorsitzende.

Ein Teil des Erlöses geht immer an die Caritas-Sozialstation Pegnitz, der andere Teil an Hilfsprojekte und Not in der ganzen Welt. "Wir helfen unseren Brüdern und Schwestern, die in Not sind. Die katholische Kirche hat eine weltweite Verantwortung – wir helfen weltweit", so Eller. Er findet es richtig, dass an den Sammeltagen öffentliche Fahrzeuge, auch von Unternehmen und Landwirten, zur Verfügung gestellt werden. 

ROSI THIEM

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