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Ausstellung im Bürgerzentrum widmet sich dem Gregorifest

In früheren Jahrhunderten durften die Schüler beim Gregorifest noch ungestraft über die Strenge schlagen. - 06.07.2020 18:10 Uhr

Ausstellung im Bürgerzentrum Pegnitz widmet sich dem Thema „Gregori“. Mit im Bild ist der städtische Archivar Andreas Bayerlein.

© Foto: Klaus Trenz


Einmal mehr hat Bayerlein die Archive der Stadt Pegnitz durchsucht und bietet in seiner Ausstellung unter anderem Dokumente zum Thema Gregori und eine Reihe von historischen Fotos – auch auf einem digitalen Bildschirm. Außerdem hat er aus dem städtischen Bauhof Spielstationen in das Bürgerzentrum verfrachten lassen und fand sogar Platz für den Brezenbaum. Ein weißes Kleid komplettiert die Ausstellung. Auch heute noch ziehen die Mädchen zu Gregori ein weißes Kleid an.

"Wo hat Gregori angefangen und wo hat es aktuell aufgehört" – dieser Frage ist Bayerlein nachgegangen. Wann ist das Fest erstmals veranstaltet worden? 1677 ist Gregori in Pegnitz das erste Mal erwähnt. Das Datum hat der Stadtarchivar in einem Ratsprotokoll gefunden. Damals fand es noch am Namenstag des Namensgebers, des Heiligen Gregor, am 12. März statt. "An diesem Tag zogen die Schulkinder mit ihrem Rektor von Haus zu Haus und sangen vor den Türen, wofür sie kleine Geschenke erhielten", so Bayerlein.

Handfeste Räusche

Im Laufe der Jahrhunderte gab es einige Anekdoten rund um das Kinderfest, die Bayerlein aufgespürt hat. Selbst ein Verbot hat es schon einmal gegeben. Im Jahr 1728 verabreichte man den Kindern Bier als Durstlöscher, was laut Aufzeichnungen zu handfesten Räuschen geführt haben soll.

Auf dem Kinderkarussell hatten diese Mädchen Anfang der 1920er Jahre ihren Spaß. Gestrampelt wurde nur zum Vergnügen.

© Foto: Stadtarchiv Pegnitz


1786 ist in einer Ansbacher Chronik von einem Tag die Rede, in "welchem sie die größten Ungezogenheiten im Angesicht und Begleitung ihres Lehrers ungestraft ausüben und ruinieren dürfen". Davon spricht natürlich heutzutage niemand mehr. Das Fest war jedenfalls nicht unterzukriegen, auch nicht von so mancher Missgunst. "Manches gibt es immer noch, manches ist weggefallen", sagt Bayerlein

Im Jahr 1830 zog das Fest für die Schulkinder in Pegnitz vom ehemaligen Burgtor auf die damals neu angelegte Festwiese auf den Schlossberg. Mahr als zwei Jahrzehnte später wurde es von der Stadt auf einen Dienstag gelegt. An diesem Wochentag findet auch noch immer das Gregorifest statt. Und es habe gute Aussichten, so Bayerlein, dass es auch das 21. Jahrhundert "in ungebrochener Frische" erlebt. Immerhin sei es sowohl von den Alten als auch den Jungen mit der gleichen Zähigkeit immer wieder verteidigt worden. Nur ein Virus hat es heuer in die Knie gezwungen.

Info: Die Ausstellung "Brezen, Bratwürst, Bier und Böller" ist noch bis 31. Juli im Bürgerzentrum zu sehen. Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und am Samstag von 8.30 bis 13 Uhr. Wer rund um das Gregorifest selbst etwas erlebt hat, das berichtenswert ist, kann dies der NN-Redaktion schreiben: Nordbayerische Nachrichten, Kleiner Johannes 21, 91257 Pegnitz. Per Mail: redaktion-pegnitz@pressenetz.de

KLAUS TRENZ

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