Bauer und Schmid führen Oberfrankens Grüne

28.10.2018, 15:16 Uhr
Den Bezirksvorstand der oberfränkischen Grünen führen Susanne Bauer aus Pegnitz (neu) und Gerhard Schmid aus Bamberg an. Lisa Badum stellte sich nach nur zwei Jahren nicht mehr zur Wahl.

Den Bezirksvorstand der oberfränkischen Grünen führen Susanne Bauer aus Pegnitz (neu) und Gerhard Schmid aus Bamberg an. Lisa Badum stellte sich nach nur zwei Jahren nicht mehr zur Wahl. © Thorsten Gütling

Beim zweiten Teil der Doppelspitze bleibt alles beim Alten: Gerhard Schmid aus Bamberg konnte seinen Posten in einer Kampfabstimmung mit zwei Wahldurchgängen gegen Valentin Motschmann aus Bad Staffelstein behaupten.

Bauer führt bereits den Kreisverband Bayreuth an und kandidierte vergangenes Jahr im Wahlkreis Bayreuth für den Bundestag. Die 41 Jahre alte Ergotherapeutin trat ohne Gegenkandidaten an und wurde einstimmig zur Bezirksvorsitzenden gewählt.

Bauer arbeitet an der Hochschule Fulda und im Haus Cosima der Diakonie Bayreuth, wo Obdachlose eine vorübergehende Bleibe finden. Beruflich bekomme sie also mit, wo der Gesellschaft der Schuh drückt, sagt Bauer. Anders als viele ihrer Kollegen, die ihr Möglichstes täten um den Mangel zu verwalten, habe sie sich für den Schritt in die Politik entschieden um die Verteilung der Mittel zu verändern. Als Bezirksvorsitzende der oberfränkischen Grünen wolle sie zudem helfen, die Zusammenarbeit mit benachbarten Bezirksverbänden zu verbessern.

Für mehr Zusammenhalt

Auf Zusammenhalt und Einigkeit setzte auch Valentin Motschmann, der Vorsitzende im Kreisverband Lichtenfels. Der 31-Jährige kandidierte für den zweiten Platz an der Doppelspitze. In seiner Bewerbungsrede warb Motschmann damit, sich für ein Zusammenwachsen der oberfränkischen Kreisverbände einzusetzen um der oberbayerischen Übermacht im Landesverband der Grünen künftig etwas entgegenzusetzen. Wie zum Beweis, dass die Grünen in Sachen Zusammenhalt noch Nachholbedarf haben, blieben die Delegierten aus Hof und Wunsiedel der Bezirksversammlung fern.

Auch, dass sich die oberfränkischen Listenkandidaten bei der Bundestagswahl nicht einig gewesen seien und in großer Zahl kandidiert hätten, anstatt dem Stärksten den Vortritt zu lassen, kritisierte Motschmann. Der 31-Jährige, der beruflich für die Handwerkskammer Oberfranken versucht, Flüchtlinge in Arbeit, Praktikum und Schule zu bringen, warb zudem mit seinen Kenntnissen in der Asylpolitik. Die zentrale Ausländerbehörde in Bayreuth bezeichnete er als "die schlimmste im Freistaat", weil sie die Gesetzte besonders restriktiv und für die Betroffenen negativ auslege.

Mit einer Stimme Unterschied unterlag Motschmann schließlich aber Gerhard Schmid, der bereits zuvor mit Lisa Badum die Doppelspitze im Bezirk Oberfranken gebildet hatte.

Schmid appellierte an die Delegierten, das gute Wahlergebnis bei der Landtagswahl, bei der die Grünen als zweitstärkste Partei hervorgingen, jetzt zu nutzen um Mitglieder zu werben und die Kreisverbände zu stärken. "Wir stehen an einem Entwicklungsschritt", so Schmid. Die im Wahlkampf vorhandene Bereitschaft, sich zu unterstützen, dürften die Grünen bis zur Kommunalwahl 2020 nicht wieder vergessen. Dafür zu sorgen, dass das nicht passiert, sei jetzt Aufgabe des Bezirksvorstandes.

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