Bauherr des umstrittenen Auerbacher Wohnparks im NN-Gespräch

23.11.2020, 16:31 Uhr
Der geplante Wohnpark an der Adolf-Kolping-Straße wird nicht so wuchtig, wie von vielen Bürgern befürchtet. Mit einem Obergeschoss und einem flach geneigten Dach haben die drei Häuser 7,70 Meter Firsthöhe.

Der geplante Wohnpark an der Adolf-Kolping-Straße wird nicht so wuchtig, wie von vielen Bürgern befürchtet. Mit einem Obergeschoss und einem flach geneigten Dach haben die drei Häuser 7,70 Meter Firsthöhe. © Entwurf: HD Bau GmbH

Geplant sind drei Gebäude, die jeweils aus zwei miteinander verbundenen Häusern bestehen. Diese sind mit einem offenen, überdachten Innenhof verbunden. Im Zwischenbau befinde sich der Aufzug. "Die Häuser haben zwei Geschosse und ein flach geneigtes Dach und passen sich mit 6,30 Meter Traufhöhe und 7,70 Meter Firsthöhe der vorhandenen Bebauung an", sagt Hofmann.

So werden rund 20 barrierefrei erreichbare Wohneinheiten mit 53 bis 107 Quadratmetern Fläche sowie 23 Stellplätze geschaffen. Eine Biomasse-Heizung mit Holzpellets versorgt die drei energieeffizient gebauten Häuser künftig mit Nahwärme.

Hoffnung auf echtes Mehrgenerationenhaus

Im mittleren Gebäude will der Investor einen Gemeinschaftsraum unterbringen. Auch möchte die HD GmbH eine Sozialstation oder ähnliche Dienstleistungen in das Projekt einbinden. "Wir stehen dazu in Verhandlungen."

Dieter Hofmanns Hoffnung ist ein echtes Mehrgenerationenhaus, in dem sich eine Nachbarschaft entwickelt. Ältere Bewohner könnten auf Kinder aufpassen, während jüngere Leute für Senioren einkaufen. Die Initiative für das Vorhaben ging von der HD Bau Bauträger GmbH aus. Diese beschäftigt alleine in Michelfeld 65 Frauen und Männer. An allen Standorten zusammen sind es 114 Mitarbeiter, so der Geschäftsführer.

Für das Unternehmen habe es gute Argumente für eine Wohnanlage in der Adolf-Kolping-Straße gegeben. "Der Freistaat fordert die Kommunen ganz gezielt zu Flächensparen und Nachverdichten auf. Deshalb ist das Gelände ideal", betont Hofmann.

Kein Betonklotz

Er habe den Eindruck, dass durch persönliche Befindlichkeiten einiger Anwohner versucht werde, eine für die Stadt und die Bürger grundsätzlich gute Sache schlecht zu machen. Wer den Entwurf objektiv betrachte, werde feststellen, dass es sich beim Neubau um keinen Betonklotz handele, sondern um eine der Umgebung angepasste Bebauung. "Übrigens wäre für einen Bauträger eine Bebauung mit drei oder vier Geschossen wirtschaftlicher. Wir haben darauf bewusst verzichtet."

Dass in Auerbach der Bedarf an Eigentumswohnungen gegeben ist, bestätigen dem Investor schon jetzt vorliegende Nachfragen. Wegen der Nähe zur Innenstadt und die ruhige Wohnlage seien diese Wohnungen hochattraktiv. Voraussichtlich entstehen rund 20 Wohnungen.

Ausreichend Platz für Grünflächen

Werden viele Single-Wohneinheiten gefragt, gibt es mehr Wohnungen. Vor den Gebäuden werden 23 Stellplätze geschaffen. Die städtischen Vorgaben sehen einen Stellplatz pro Wohneinheit vor. Die Anwohner haben Bedenken, dass zu wenig Platz für die Autos von Friedhofsbesuchern übrig bleibt. Bei kirchlichen Anlässen könnten weiterhin Autos in der Adolf-Kolping-Straße parken, so der HD-Geschäftsführer. Allerdings dürften die Zufahrten zu den Stellflächen der Wohnanlage nicht versperrt werden. Dadurch gebe es bei ansonsten freier Straße unter dem Strich zehn bis zwölf Parkmöglichkeiten weniger. "Allerdings parken häufig auch Anwohner entlang der Straße", hat Dieter Hofmann festgestellt.

Auch wenn die zehn vorhandenen Linden gefällt werden müssten, sei ausreichend Grün im Wohnpark auch Wunsch des Bauträgers. Zwischen den drei Gebäuden sei ausreichend Platz für Grünflächen.

Gepflanzt werden neun Bäume sowie eine Grünzeile zwischen der Wohnanlage und den vorhandenen Gärten, so Hofmann. Vor möglichem Schutt im Untergrund hat der Michelfelder Geschäftsmann keine Angst. Notfalls müsse etwas mehr herausgebaggert und entsorgt werden.

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