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Bayerischer Blühpakt: Umweltminister besichtigt Lehrbienenstand in Büchenbach

Ein Schritt zu einem grüneren Bayern: Zum Blühpakt gehören jetzt auch die heimischen Imker - 03.05.2021 08:55 Uhr

Am Freitag war der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber zu Gast in Büchenbach. 

02.05.2021 © Foto: Christian Weidinger


Die Veranstaltung fand auf dem Grundstück des Büchenbacher Imkers Anton Herzing statt. „Wir müssen die Unordnung in den Köpfen zurück in die Gärten bringen“, sagte Glauber in seinem Grußwort. Eine „cleane Architektur“ sei zwar schön anzusehen, aber alles andere als gut für die Bienen.

Der Blühpakt Bayern sei ein weiterer Schritt zu einem grünen Bayern. Das Umweltministerium wolle mit seiner Initiative vorangehen. Die Imker seien da ein wichtiger Partner, weil sie ihre Arbeit „aus voller Passion“ verrichteten und zum regionalen Artenschutz beitrügen.

Doch nicht nur der Artenschutz ist Glauber ein Anliegen: „Bienen sind wichtig für unsere fränkische Kulturlandschaft“. Er selbst sei „inmitten von Streuobstwiesen groß geworden“. Der Obstanbau sei keine Liebelei, sondern Teil unserer Kultur. Diese gelte es zu bewahren, wobei die Imker eine wichtige Rolle spielten. „Wir Imker fragen uns immer: Wo können wir dazu beitragen, Bayern blühend zu machen?“, berichtete Stefan Spiegl.

In Bayern sei man auf einem guten Weg zu einem „Green Deal“, zu dem die Imker gerne beitragen wollten. Durch die Mitgliedschaft im Blühpakt habe die Politik dem Verband ein Werkzeug gegeben, um sich gesellschaftlich noch stärker für den Artenschutz einzusetzen. „Wir haben schon ein paar Themen, mit denen wir zeitnah an das bayerische Umweltministerium herantreten wollen“, kündigte der Präsident des Landesverbands an.

„Die Artenvielfalt zu schützen ist eine große Sache für mich, die mir sehr am Herzen liegt“, versicherte auch Landrat Florian Wiedemann (Freie Wähler). Er habe Hoffnung, dass der Blühpakt dazu beitrage, das Wissen der Imker in der Gesellschaft zu verbreiten. Besonders die Schulen seien ihm, als ehemaligem Lehrer, dabei ein besonderes Anliegen. Wiedemann unterstrich erneut den Zusammenhang zwischen Bienen, Kulturlandschaft und Artenreichtum: „Wir müssen die Blühlandschaft unserer Heimat schützen.“ Bienen komme dabei eine besondere Rolle zu, da rund 80 Prozent der Kulturpflanzen auf Bestäubung angewiesen seien. Durch ökologische Veränderungen hätten die Bienen in den vergangenen Jahren jedoch besonders gelitten.

Zonen für Insekten

Jeder könne etwas dafür tun, ihren Lebensraum zu schützen, so der Landrat und erläuterte: „Indem wir Blühflächen säen, Biotope schützen und in den Gärten Zonen für Insekten anlegen.“ Das Landratsamt gehe mit gutem Beispiel voran: „Auch wir haben dort Bienen – auch wenn wir keinen Honig verkaufen.“ Wiedemann bedankte sich beim Landesverband der bayerischen Imker für dessen jahrelanges Engagement für den Artenschutz und betonte: „Die Imker können einfach nur ein guter Partner für den bayerischen Blühpakt sein.“

Sichtlich stolz führte Imker Anton Herzing im Anschluss seine Gäste über das Gelände. Dabei erklärte er, welche Aufgaben die Bienen in ihrem Stock übernehmen und welchen Einfluss die Umgebung auf den Honig hat. Schließlich durfte der Umweltminister eine Wabe in die Hand nehmen und das Rauch-Gefäß schwenken, das Bienen auf Abstand hält. Die Szene wurde begleitet von der bayerischen Honigkönigin, Alexandra Krumbacher, die aus Chiemgau angereist war. Auch Wiedemann und der Pegnitzer Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (PEG) riskierten einen Blick auf den Bienenstock.

Das bayerische Umweltministerium ist auf Herzing aufmerksam geworden, weil ein Mitarbeiter den Büchenbacher Imker in einem Imagefilm der Metropolregion Nürnberg gesehen hatte. „Ein Mitarbeiter hat mich angerufen und gefragt, ob er meine Imkerei einmal besichtigen kann“, erzählt Herzing. Vor zwei Wochen sei das gewesen. „Sie waren gleich so begeistert, dass sie sofort zugesagt haben.“

Nur mit den Landwirten

Den bayerischen Umweltminister hatte der Imker schon zuvor kennengelernt. „Das war auf der Grünen Woche in Berlin“, berichtet Herzing. Er habe sich mit ihm über die Rolle der Bienen für den Artenschutz und die Rolle der Landwirtschaft unterhalten. „Wir waren sofort einer Meinung, dass die Landwirtschaft in den Artenschutz eingebunden werden muss.“ Davon ist auch Stefan Spiegl überzeugt. „Wir sind kein Verbotsverband“, betont er. Man müsse im Dialog mit den Landwirten bleiben und Kompromisse eingehen. Daher habe man etwa den Satz „Als Krankheitsüberträger bei Menschen und Tieren und als Schädlinge an Kulturpflanzen müssen Insekten weiter bekämpft werden“ im Blühpakt-Vertrag akzeptiert, so der Verbandschef.

CHRISTIAN WEIDINGER

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