Bayreuth Standort für die Spezialeinheit „BFE Plus“?

26.1.2016, 19:00 Uhr
Beamte der Bundespolizei.

© dpa Beamte der Bundespolizei.

Es handle sich dabei um eine zusätzliche Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) gegen den internationalen Terrorismus, die unterhalb der GSG 9 angesiedelt ist und die ihre Aus- und Fortbildungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der GSG 9 durchführt.

Koschyk zeigte sich froh darüber, dass der Bundestag den erhöhten Anforderungen an die Bundespolizei Rechnung getragen habe. Im Bundeshaushalt 2016 ist die Schaffung von über 1500 zusätzlichen Stellen allein für die Bundespolizei festgeschrieben.

Unter diesen neuen Stellen sind auch 250 für die neuen Einheiten der Bundesbereitschaftspolizei „BFE Plus“ enthalten, mit denen Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf die gewandelten Taktiken des internationalen Terrorismus reagiert.

Angegliedert an bestehende Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten sollen diese neuen Einheiten bei multiplen, länger andauernden Lagen unter anderem die Spezialeinheiten unterstützen. Die erste „BFE Plus“-Einheit sei bereits in Blumberg im Nordosten von Berlin aufgestellt. Im Licht der dort gemachten Erfahrungen sollen nach der aktuellen Planung beginnend in diesem Jahr bis Ende 2017 vier weitere hinzukommen.

Beamten überall beteiligt

Eine in St. Augustin bei Bonn, eine weitere in Bayreuth. Der Standort sei dabei bereits in die engere Wahl gefasst worden, mit einer der künftigen „BFE Plus“-Einheiten verstärkt zu werden.

Bayreuth habe die allerbesten Chancen, vor allem auch deshalb, weil es keine polizeiliche Großlage in Deutschland gibt, an der nicht Beamte aus Bayreuth beteiligt wären. Von der augenblicklich größten Einsatzbelastung seit Gründung der Bundespolizei sprach Präsident Friedrich Eichele.

Von insgesamt 2,1 Millionen Überstunden im Jahr 2015 entfielen rund 700 000, und damit ein Drittel, auf den Standort Bayreuth. Auch Abteilungsführer Dieter Hader sprach hinsichtlich der Gesamteinsatzstunden in Höhe von rund 400 000 vom höchsten Wert seit Bestehen der Abteilung.

Nicht nur die Migrationseinsätze seit Mitte September seien dafür verantwortlich, sondern auch die Pegida- und Legida- Einsätze, die Mitwirkung beim G 7-Gipfel im oberbayerischen Schloss Elmau und die Einweihung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation bezeichnete Hader nicht nur die unmittelbare Konfrontation mit menschlichen Schicksalen als sehr belastend, sondern auch die wenig differenzierte Betrachtung der Öffentlichkeit. Der Abteilungsführer versicherte dabei auch, dass alle Mitarbeiter der Bundespolizei jeden Einzelfall differenziert betrachten.

Es dürfe aber auch niemals zur Routinemeldung verkommen, wenn man erfahren müsse, dass bei den Einsätzen immer wieder Polizeibeamte verletzt werden — zum Teil sogar schwer, sagte der Bundesbeauftragte Koschyk.

Auch Bayreuther Bundespolizisten seien 2015 davon betroffen gewesen. Koschyk: „Wir müssen ständig daran arbeiten, wie wir ihren schwierigen Dienst noch besser gegen Gefahren absichern können.“

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