Bayreuther Polizei mit dem Fahrrad auf Streife

16.5.2021, 18:51 Uhr
Neben ihrer Tätigkeit im uniformierten Streifendienst zu Fuß und per Auto sind diese Beamten künftig auch mit den neuen Dienstfahrrädern in Bayreuth unterwegs.

Neben ihrer Tätigkeit im uniformierten Streifendienst zu Fuß und per Auto sind diese Beamten künftig auch mit den neuen Dienstfahrrädern in Bayreuth unterwegs. © Foto: Polizei

Die neuen Fahrradstreifen sollen den Lückenschluss zwischen klassischen motorisierten Streifen und Fußstreifen darstellen, erklärt das Präsidium. Die neuen Fahrradstreifen sollen dabei universell eingesetzt werden und sowohl im kriminalpräventiven, als auch repressiven und Verkehrsbereich Verwendung finden.

Im innerstädtischen Raum und bei starkem Verkehrsaufkommen oder stockendem Verkehr seien die Beamten dadurch mobiler und schneller als im Streifenwagen, hieß es weiter. Durch die Pedelecs hätten sie fortan auch ein geeignetes Mittel für die Kontrolle von Radfahrern oder Fußgängern.

Im Hinblick auf die Präventionsarbeit zur Thematik Fahrrad verspricht sich die Polizei ferner neue Anknüpfungspunkte und einen offenen Austausch mit den Bürgern. Dabei liege der Fokus nicht nur auf dem Radverkehr an sich, sondern auch auf anderen Verkehrsteilnehmern, wie Auto- oder Lastwagenfahrern, die auf Radwegen halten oder parken.

Durch die entstehende Nähe zum Radverkehr sollen außerdem Unfallrisiken umfassender erkannt werden. Zudem erhöhe sich insbesondere in den Innenstadtbereichen und Parkanlagen von Bamberg wie Bayreuth dadurch die polizeiliche Präsenz an Orten von touristischer und kriminalistischer Relevanz. Sowohl die objektive Sicherheitslage, als auch das wahrgenommene Sicherheitsgefühl, werde durch den Einsatz von Fahrradstreifen verbessert.

Schneller und mobiler

Einen Mehrwert erkennt die oberfränkische Polizei auch für die Kriminalitätsbekämpfung und Fahndung. Für Streifenwägen unzugängliche Räume könnten nun schneller und weiträumiger abgedeckt werden. Die sichtbare Polizeipräsenz diene darüber hinaus als Abschreckung für potentielle Täter, zum Beispiel im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls.

In der Pilotierungsphase sind zunächst sechs Polizeibeamte bei der Inspektion Bamberg-Stadt und vier Beamte bei den Operativen Ergänzungsdiensten Bayreuth vorgesehen, die neben ihrer Tätigkeit im uniformierten Streifendienst, künftig auch das Pedelec als Einsatzmittel nutzen werden. Die Beamten erhielten neben den Rädern eine besondere Fahrradkleidung im Stil einer Polizeiuniform.

Für die zur Streifentätigkeit benötigte Ausrüstung, wie Formulare und Fotoapparate, beschaffte das Polizeipräsidium geeignete Fahrradtaschen. Speziell das Einsatzgebiet der OED Bayreuth soll sich nicht nur auf das Stadtgebiet beschränken. Ein Fahrradträger samt Anhängerkupplung ermöglicht den Transport an andere Orte im Landkreis Bayreuth und Kulmbach, damit die Beamten andere Dienststellen unterstützen können.

Die oberfränkische Polizei hat sich für die Beschaffung von Pedelecs entschieden, also Fahrrädern mit elektromotorischer Tretunterstützung bis zu 25 Stundenkilometern. Darüber hinaus gehende Geschwindigkeiten sind nur mittels eigener Körperkraft zu erreichen. Rechtlich sind diese "Pedal Electric Cycles" herkömmlichen Fahrrädern gleichgestellt. Es ist somit keine Fahrerlaubnis notwendig.

Pedelecs sind zulassungsfrei und benötigen keinen Versicherungsschutz. Schnellere, sogenannte S-Pedelecs, sind im Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken nicht im Einsatz.

Neutrales Design

Und wie erkennt man die Fahrradstreifen? Anders als in anderen Polizeiverbänden, entschloss man sich in Oberfranken im Zuge des Pilotbetriebs zunächst bewusst gegen ein uniformiertes Pedelec mit Polizeiaufschrift und beschaffte die Fahrzeuge im neutralen Design mit dezenter Farbgebung.

Die oberfränkische Polizei sieht den Wiedererkennungswert deshalb insbesondere in der prägnanten Uniform der Beamten. Zu der Fahrradkleidung gehört auch ein Fahrradhelm in auffälliger Farbe.

Neben den Beamten der Fahrradstreifen wurden ferner alle Verkehrserzieher mit der neuen Sonderbekleidung ausgestattet. Die Radfahrausbildung in den Grundschulen ist eine Aufgabe der Polizei und der bayerischen Schulen. In diesem Zusammenhang sind die Verkehrserzieher der Polizei, wenngleich es sich hierbei um keine "klassische Streife" handelt, mit den Schülern bei verpflichtenden Übungseinheiten auf dem Fahrrad im Realverkehr unterwegs.

Die Bamberger Stadtpolizei und die Operativen Ergänzungsdienste Bayreuth integrieren ab sofort die Fahrzeuge samt Fahrer in ihre Streifentätigkeit. Hierbei erfolgt der Einsatz grundsätzlich in Form von Doppelstreifen, also zu zweit. Nach Evaluierung der einjährigen Pilotphase werde über den Einsatz von uniformierten Fahrradstreifen mit Pedelecs bei weiteren Dienststellen im Verband entschieden.

Keine zentrale Staffel

Die Einrichtung einer zentralen Fahrradstaffel ist in Oberfranken – auch aufgrund der unterschiedlichen geografischen Infrastruktur – jedoch nicht angedacht.

0 Kommentare