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Bei Matthias Schnödt brennt das Feuer nicht mehr

Die SG Auerbach/Pegnitz muss einen Nachfolger für den handballmüden Trainer suchen - 26.02.2021 16:43 Uhr

Immer mit dem ganzen Herzen dabei: Matthias Schnödt als Trainer am Spielfeldrand. Doch nun braucht er eine Pause vom Handball, weil er merkt, dass „das Feuer nicht mehr brennt“.

26.02.2021 © Foto: Sportfoto Zink/JüRa


Nach Wochen und Monaten mit Überlegungen und Diskussionen über Konzepte und Wiederaufnahme-Szenarien hat der BHV nun endlich die letzte Scheibe der Salami abgeschnitten und die Saison 2020/21 vorzeitig beendet, ein Schritt, der von Vereinen und Spielern lange erwartet worden war.

Auch wenn feststeht, dass es weder Auf- noch Absteiger geben soll und die Ligeneinteilung bestehen bleibt, die gesamte Runde also letztlich Eins-zu-Eins um ein Jahr verschoben wird, gilt es für alle Beteiligten, neben dem "normalen" Vorbereitungsaufwand, viele Fragen bezüglich steigender Coronazahlen, Hallenverfügbarkeiten, eventueller Zuschauerzahlen oder zukünftiger Hygienekonzepte zu klären.

Zu allem Überfluss muss sich die SG Auerbach/Pegnitz nun auch noch mit der Suche nach einem neuen Trainer beschäftigen. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber im Endeffekt ist es so, dass ich jetzt nach fünf Jahren Herrentrainer – teilweise als Spielertrainer, was ich eigentlich gar nicht wollte –, vielen Jahren als Spieler im hohen Amateur- bis in den semi-professionellen Bereich, sowie zeitweise als Jugendtrainer und Schiedsrichter gemerkt habe, dass das letzte Feuer nicht mehr da ist und ich eine Pause brauche. Wenn ich eine Mannschaft trainiere und sie motivieren möchte, das Beste zu geben und das Letzte aus sich heraus zu holen, dann muss ich auch selbst brennen. Dieses letzte Feuer ist, wie oben beschrieben, nicht mehr da", lässt Matthias Schnödt ausrichten.

Über 20 Jahre auf Achse

Die Reaktion von Spartenleiter Norbert Herold. "Obwohl ich seine Entscheidung sehr bedauere, kann ich sie auch nachvollziehen. Er ist seit über 20 Jahren sehr intensiv mit dem Handball verbunden."

Schnödts Erfolgsliste sei lang: 2001 noch bayerischer Vizemeister mit der C-Jugend, folgte 2003 – damals in Spielgemeinschaft mit Sulzbach – der bayerische Titel mit der B- und weitere zwei Jahre später mit der A-Jugend. Bei den Herren hat er die Aufstiege aus der Landesliga in die Bayernliga und in die 3. Liga mitgemacht und war jahrelang Mannschaftsführer. Herold: "Nach dem Rückzug aus der 3. Liga und dem Neuanfang in der Landesliga war es für ihn keine Frage, in einer für den Verein sehr schwierigen Situation das Traineramt zu übernehmen."

Corona spielte keine Rolle

Dass Corona eine Rolle bei der Entscheidung gespielt habe, verneinte Schnödt und betonte, dass auch die sehr lange Spielpause nichts damit zu tun hatte. "In Summe war ich über 20 Jahre mehrmals die Woche plus viele Wochenenden in diversen Funktionen in der Halle. Es ist jetzt einfach mal Zeit für eine Pause."

Norbert Herold konnte der Sache dann doch noch eine positive Seite abgewinnen. "Da uns Johnny schon sehr frühzeitig über seine Pläne informiert hat, haben wir genügend Zeit, uns um die Nachfolge zu kümmern." Einige Gespräche seien schon geführt, worden, weitere infrage kommende Kandidaten stünden noch auf der Liste.

Tandem-Lösung bevorzugt

Parallel dazu habe man auf der Internetseite des BHV eine Suchanzeige geschaltet. "Wir suchen einen Trainer, der zusammen mit Nico Neupert das Amt als Tandem ausüben möchte, denn mit Matthias und Nico hatten wir für die jetzige Saison ein sehr gutes Duo am Start, das sich zusammen mit der Mannschaft berechtige Hoffnungen auf den Wiederaufstieg gemacht hat."

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Aktuell gehen beide davon aus, dass das Team zusammenbleibt und weiterhin für die SG auflaufen wird. Abschließend richtete Herold seinen Blick gleich noch einen Schritt weiter voraus. "Ich persönlich kann absolut verstehen, dass Johnny eine Auszeit braucht, bin mir aber ziemlich sicher, dass wir ihn bald wieder auf der "Handballbühne" sehen werden, spätestens dann, wenn sein Sohn Anton in der Lage ist, einen Handball in den Händen zu halten.

HARALD WEIDMANN

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