15°

Donnerstag, 18.07.2019

|

Belegschaft steuert 750 Euro für NN-Hilfsaktion bei

Mitarbeiter von Orthopädie-Rupprecht legten bei Weihnachtsfeier zusammen — Verteilung der Spenden abgeschlossen - 25.12.2018 16:21 Uhr

Georg Rupprecht (fünfter von links) ist stolz auf sein Team, das bei der Weihnachtsfeier so viel Geld aus eigener Tasche für die NN-Aktion „Schmücken & Helfen“" zusammenbrachte: 750 Euro. © Foto: privat


Knauber hat inzwischen das Verteilen der Leser- und Firmenspenden in der Fränkischen Schweiz und der nahen Oberpfalz abgeschlossen, unterstützt von seinen früheren NN-Kollegen Irene Lenk und Richard Reinl. Bei diesen tagelangen Fahrten bis nach Auerbach und Hollfeld kam er mit so vielen Menschen auf der so genannten "Schattenseite" zusammen, dass er wie durch eine Schule des Lebens ging. Er sprach mit Menschen, die trotz ihrer misslichen Lage eine große Klarheit behalten haben und mit ihr vorangehen. Er blickte in Wohnungen, die zwischen "wunderbar gemütlich" und karg oder vermüllt schwanken. Er traf Mütter, die alleinerziehend versuchen, mit ihrer Not irgendwie zurecht zu kommen.

Da ist zum Beispiel eine Frau, die fest geworden ist, stark, mit ihren Kindern. Aber sie kann fast nicht mehr. Zwei Kinder sind in der Pubertät und büchsen hier und dort aus, wenn es um ein konsequentes Lernen in der Schule geht. Die andern ziehen gut mit, haben aber medizinische Probleme. Dazu kommt der Geldmangel. Hier muss ein Duden gekauft werden, dort ein Schullandheim bezahlt. Der Älteste bräuchte neue Schuhe. Wenn der Ex-Mann nur 300 Euro pro Monat beisteuern würde, sagt sie entnervt, wäre schon alles gerettet. Rein rechtlich müsste er das Dreifache geben, aber er spielt dem Jugendamt sein "Hartz IV" vor. Nebeneinkünfte seien verdeckt. Eine Kontrolle strengt das Amt nicht an.

Genauso ist es im nächsten Fall. Der Ex-Mann zeigt hier offen seinen neuen Wohlstand, redet sich aber mit gewundenen Wegen heraus, wie er dazu gekommen ist. Das Jugendamt unternimmt nichts. Sein Unterhalt fehlt also. Die Mutter muss sich allein über Wasser halten und alles ermüdend irgendwie stemmen, was mit ihren Kindern zusammenhängt: Arztbesuche, Schulfragen, Kinderhort, die Fahrten zum Sport und zum Musikunterricht. Wenn sie über ihren früheren Mann spricht, brechen Wunden auf. Aber sie hat gelernt, dieses Kapitel zu schließen.

In einem anderen Fall ist die Mutter weniger gestresst, weil es nur um zwei Kinder geht. Und weil sie sich klar gemacht hat: "Ich muss auf alles verzichten, bis sie groß sind. Ich habe daneben nur eine schmale Spur für mich. Später wird es wieder besser werden." Sie ist künstlerisch begabt und zwickt sich an den Vormittagen eine Stunde heraus dafür. Diese Beschäftigung ist ihr wie ein Höhenflug. Die Kunst trägt sie.

Schwere Operationen

In einem weiteren Fall machte eine Mutter jedes Jahr schwierige Operationen durch. Ihr Kind muss dann immer für Wochen bei Freunden untergebracht werden. Das Geld für besondere Medikamente oder Zuzahlungen fehlt. Die Trauer über den verschwundenen Ehemann kommt dazu, die Enttäuschung über nicht beantwortete Briefe. Aber diese junge Frau hat auch Glück, weil sie eine gute Wohnung bekam und eine Umschulung, die ihr neue Perspektiven eröffnet. Zudem spricht sie mehrere Sprachen und gibt das konsequent an ihr Kind weiter. So klein wie es ist, so fit ist es schon in diesen komplizierten Sprachen.

Im nächsten Fall findet das Gespräch in der Küche statt, mit Blick auf einen defekten Herd. Dank "Schmücken & Helfen" kann dieser Ofen, der gebraucht aus einem Sozialkaufhaus kam, gleich ersetzt werden. Aber nicht so leicht reparieren kann Thomas Knauber den Frust über den Ex-Mann. Auch er bezahlt nicht. Und er spiegelte ihr immer vor in den letzten Jahren, er sei weit weg nach Norddeutschland gezogen. Aber unlängst traf ihn die Mutter wieder, in der nächsten Stadt. Mit einer anderen Frau und ohne einen Blick für sein Kind, das sie an ihrer Hand hielt. Mutig sprach sie ihn an. Aber er blieb nicht stehen.

Wenn Sie für Schmücken & Helfen spenden möchten, können Sie es auch noch nach Weihnachten direkt in der NN-Geschäftsstelle tun, oder auf das Konto "Freude für Alle" bei der Sparkasse Bayreuth, IBAN-Nummer DE62 7735 0110 0038 0645 72 (BYLADEM 1 SBT). Eine Spendenquittung kommt, wenn Sie Ihre Adresse bei der Spendenübergabe angeben. 

fca

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz