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Dienstag, 14.07.2020

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Betrug mit Bitcoins: Bayreuther verlor über 40.000 Euro

Gelockt wird mit niedrigen Einstiegssummen und hohen Gewinnmöglichkeiten - 03.06.2020 12:02 Uhr

Kaum ist der als Link platzierte Aufhänger angeklickt, wird dem interessierten Anleger ein Fall geschildert, wie man ganz einfach seine Schulden loswerden würde oder aus relativ wenig Geld innerhalb kürzester Zeit sehr viel Geld machen könne. Man könne die Geschichte gerne mit einer kleinen Investition beginnen. Meist startet man mit einem eigenen Konto bei einer Online-Handelsplattform, von denen sich Tausende im Netz tummeln und deren Namen sich ständig ändern.

Der Phantasie des Anbieters sind im weiteren Verlauf der Geldanlage keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise könne man Bitcoins oder andere Kryptowährungen kaufen oder aber am Forex-Handel teilnehmen. Da sich aber der „kleine“ Geldanleger damit nicht auskennt, wird dies über einen vermeintlich erfahrenen Börsenbroker abgewickelt, der mehrere Anleger betreut und dadurch das angelegte Geld sehr viel stärker hebeln könne, so dass sich das Geld sehr schnell vermehre. Auch bekommen die Internetanleger einen eigenen Zugang zu ihrem Konto und können die rasante Entwicklung verfolgen. Das soll natürlich dazu verlocken, mehr Geld zu investieren.

Der 57-jährige Bayreuther des aktuell durch die Kripo Bayreuth aufgenommenen Falles hat im Laufe des Februars und März 2020 zunächst 350 Euro auf ein solches Konto einbezahlt. Es folgten weitere Zahlungen zwischen 1.200 und 2.500 Euro auf ein Konto in England. Nachdem die Betrüger erzählten, dass eine andere Bankverbindung mit größeren Geldbeträgen arbeiten könne, erfolgten im April weitere Zahlungen in Höhe von 22.000 Euro. Nach Vorgabe, dass das gesamte investierte Geld verloren sei, wenn er nicht weitere 18.600 Euro zahlen würde, erfolgte auch diese Zahlung auf ein Bankkonto in Singapur.

Nachdem der Anleger mehrfach sein Geld zurückgefordert hatte, war der Ansprechpartner der Firma nicht mehr zu erreichen. Die Kriminalpolizei in Bayreuth bearbeitet derzeit mehr als zehn ähnlich gelagerte Fälle.

Deshalb der Rat Ihrer Oberfränkischen Polizei: Eine Geldanlage, die eine Gewinnentwicklung/Dividende im zweistelligen Bereich pro Jahr in Aussicht stellt, sollte schon sehr skeptisch betrachtet werden. Seien Sie vorsichtig, wenn die Geldempfänger wechseln oder wenn sich die Konten im Ausland befinden. Eine beabsichtigte Rückabwicklung lässt sich nur sehr schwer durchsetzen (anderes Rechtssystem, Zivilgerichtsbarkeit).

Trauen Sie keiner Telefonnummer; durch sogenanntes Call ID Spoofing kann der Anrufer jede beliebige Nummer bei Ihnen anzeigen lassen.

Sollten Sie an riskanten Geldanlagen interessiert sein, wenden Sie sich an Ihre Hausbank. Über ein eigenes Depot lassen sich entsprechend dem eigenen Risikowunsch nahezu alle hochspekulativen Anlageformen handeln.


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.


 

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