Samstag, 18.01.2020

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Betzenstein: Mit jungen Gesichtern in die Wahl

Wählergemeinschaft hat Kandidaten mit 35,4 Jahren Altersdurchschnitt. - 16.12.2019 11:55 Uhr

Die Wählergemeinschaft (WG) stellt die bis dato jüngste Liste für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr. Unter ihren Kandidaten ist die erst 21-jährige Anne Zagel. © Klaus Trenz


Auch die überparteiliche Wählergruppe hat die Liste auf 14 Kandidaten reduziert. Eine Listenverbindung geht man nicht ein. Für die Aufstellung eines Bürgermeisterkandidaten sieht man keinen Grund. Stadträtin Johanna Graf blieb bei ihrer Entscheidung, nicht mehr für einen neuen Stadtrat zu kandidieren.

Die Stadträte Werner Otto und Hans Weidinger sowie Graf konnten ihre Freude über eine Reihe von jungen Menschen, insbesondere von vier Frauen, in der von der Versammlung einstimmig gewählten Liste nicht verbergen. Die 14 Kandidaten weisen einen Altersdurchschnitt von 35,4 Jahren auf. Die jüngste auf der Liste – Anne Zagel – ist erst 21 Jahre alt.

Hans Weidinger und Werner Otto gaben die Richtung für die WG in einem neugewählten Gremium im nächsten Jahr vor. Das "Riesenthema Turnhalle", die laut Weidinger nicht nur wichtig sei für die Bürger ("dort trifft sich die Gemeinde") sondern auch gleichzeitig ein "Bekenntnis zum Schulstandort" darstelle, werde die WG beschäftigen. Dazu komme in den nächsten Jahren das Thema Abwasserbeseitigung.

Im Auge behalten werde man aber auch das Freibad: "Solange wir des vor den Bürgern rechtfertigen können, werden wir es betreiben", betonte Hans Weidinger. "Das ist ein Standortfaktor, den wir nicht aufgeben dürfen", ergänzte Werner Otto.

Weitere wichtige Themenfelder seien der Brandschutz im gesamten Gemeindegebiet, die Straßen und die Infrastruktur sowie Kultur und Freizeit: Worauf Johanna Graf besonders Wert legt, ist das Thema Senioren. Hans Weidinger ergänzte es um das Thema Jugend.

Otto erweiterte das Spektrum an zentralen Themen um das Handlungsfeld Bildung und Betreuung. In Stadt und Land sei der Ausbau von Kindertagesplätzen "bei weitem noch nicht abgeschlossen". Allerdings fehlten von staatlicher Seite sichere Planungskulissen, verlässliche Finanzierungen und ausreichendes Fachpersonal.

Dahingegen würde die Vorgaben des Staates immer umfangreicher und man habe es mit "unflexiblen Aufsichtsbehörden" zu tun, vor allem hinsichtlich der Gruppenstärken in den Einrichtungen. Die Digitalisierung der Schullandschaft hält Otto für ein vorrangiges Thema in Sachen Bildung. Allerdings mache es der Staat den Kommunen schwer, da das Schulfinanzierungsgesetz hier den Kommunen den Schulaufwand zuweise. Das gleiche gelte für die Ganztagesbetreuung an Grundschulen.

Die Digitale Infrastruktur, die Breitbandversorgung, Mobilfunk und Migrationspolitik will Otto ebenfalls nicht aus den Augen lassen. Allerdings beklagte er auch hier, dass man "alles auf die Gemeinden abschiebt". In Sachen Freibad kritisierte Otto die geringen Förderprogramme für die Freizeiteinrichtung, in der immerhin Kinder lernten, zu schwimmen.

Der Landkreis habe sich in der Vergangenheit auf eine Badeeinrichtung in der Nachbarschaft von Betzenstein konzentriert und tue das aktuell mit der Therme Obernsees.

Das schaffe Konkurrenz zu den anderen kommunalen Bädern im Landkreis. Da dieses Engagement aber über die Kreisumlage finanziert werde, würden Gemeinden wie Betzenstein dadurch praktisch zur Finanzierung ihrer Konkurrenz gezwungen.

Sehr gute Arbeit im Stadtrat

"Die Arbeit im Stadtrat war sehr gut", resümierte Otto. "Die Stadträte können dem Bürgermeister eine gute Arbeit bescheinigen. Man kann auch über die Durchführung der Arbeit in Einzelheiten anderer Meinung sein, die grundlegenden Abstimmungen wurden jedoch fast immer übereinstimmend und in einhelliger Meinung über alle Gruppierungen hinweg gefasst und getragen", so Otto.

Die Verwaltung funktioniere gut, so dass die WG bisher der Meinung war, keinen eigenen Bewerber für die Wahl des Bürgermeisters ins Rennen zu schicken. Festzuhalten sei aber laut Werner Otto, dass die ehrenamtliche Ausübung des Bürgermeisteramts immer schwieriger wird: "Claus Meyer macht eine gute Arbeit, aber es stellt sich die Frage, wie lange das noch ehrenamtlich zu machen ist."

Johanna Graf, immerhin 18 Jahre lang Stadträtin, erklärt, dass ihr erneute sechs Jahre im Stadtrat "zu viel" gewesen wären. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", sagte sie und fügte hinzu: "Ich hoffe, dass dieses Miteinander bleibt."

KLAUS TRENZ

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