Freilandhaltung

Betzensteiner erfüllt sich Traum vom mobilen Hühnerstall

20.7.2021, 13:00 Uhr
Roland Otto aus Betzenstein hat sich einen mobilen Hühnerstall zugelegt.

Roland Otto aus Betzenstein hat sich einen mobilen Hühnerstall zugelegt. © Foto: Klaus Trenz

Roland Otto aus Betzenstein hat sich vor Kurzem für den Nebenerwerb ein Hühnermobil zugelegt – einen knapp acht Meter langen und rund vier Meter hohen Anhänger, auf den eine Fachfirma einen für Hühnerhalter unkompliziert zu handhabenden Stall montiert hat.

"Das ist wie Ostern jeden Tag", sagt Otto schmunzelnd, wenn er am rückwärtigen Teil des Hängers die Klappen der Einlegenester öffnet und auf Eiersuche geht. Momentan sind die verschiedenfarbigen Eier noch relativ klein und eher nur für ein kleines Frühstück geeignet. "Aber das wird sich bald ändern", erklärt er, denn: Noch sind seine Hühner jung. Je älter sie werden, desto größer werden auch die Eier, die er dann als Direktvermarkter auf dem Betzensteiner Marktplatz verkaufen will – Freilandeier, die diese Bezeichnung auch verdienen.

225 Tiere gekauft

220 Hühner und fünf Hähne hat Otto sich angeschafft, nachdem das Hühnermobil angeliefert worden war. Drei Hühnerrassen, die vor allem durch ihre Federfärbung deutlich voneinander zu unterscheiden sind, picken einträchtig nebeneinander auf der eingezäunten Wiesenfläche, hocken im Stall friedlich auf ihren Stangen oder scharren auf der trocken eingelegten Bodenplatte. Das sei nicht selbstverständlich, erklärt Otto, dass verschiedene Hühnerrassen zusammenleben und sich dabei vertragen. Das könnte zunächst zum Federpicken führen, wo Hühner sich gegenseitig die Federn abpicken und sogar zum Kannibalismus. Aber: Ottos Hühner sind alle von einem Züchter und sie sind dort gemeinsam aufgewachsen und somit eine homogene Herde. Von der Idee, eine weitere Rasse seiner Herde zuzufügen, hat ihm jedenfalls der Züchter dringend abgeraten. Dies könnte den Frieden im mobilen Hühnerstall stören.

Ist die Wiese vor dem Hühnermobil abgegrast, geht es mit Hilfe des Traktors zur nächsten Wiesenfläche. So kann sich die Wiesenstelle wieder erholen und das Gras kann nachwachsen. Platz dafür hat Otto auf seinem Grundstück im Osten von Betzenstein genug.

Geringer Arbeitsaufwand

Generell ist der Arbeitsaufwand für den Hühnerhalter Otto, der im Berufsleben Metallbauer ist, gering, denn fast alles im Hühnermobil ist automatisiert. Wasser- und Futtertanks reichen für ungefähr eine Woche. Ein Mistband befördert den Mist nach außen und erspart Otto somit das aufwendige Ausschaufeln einer Kotgrube. Die Auslaufklappen öffnen und schließen sich dank einer elektronischen Steuerung automatisch. Noch kein Huhn hat laut Otto den richtigen Zeitpunkt in den Stall zurückzukehren, bevor sich die Auslaufklappe abends schließt, verpasst. Das Hühnermobil ist zudem energieautark. Zwei Solarpanels sorgen zusammen mit einem Laderegler und zwei innenliegenden Akkus für den nötigen Strom.

"Ich habe mir damit einen Traum erfüllt", sagt Otto. Mit dem Gedanken Hühnerhalter zu werden, hat er schon vor fünf Jahren geliebäugelt und sich vergangenes Jahr entschlossen, sich ein Hühnermobil und natürlich die dazugehörigen Hühner anzuschaffen. Und er ist merklich stolz auf seine Anschaffung, zufrieden mit seiner Entscheidung und mit seinen glücklichen Hühnern.

Damit es ihnen noch besser geht, wird er ihnen noch auf der Freifläche zusätzlich Iglos bauen. Dann sind sie sogar vor der Sonne geschützt. Außerdem sind sie durch die Mobilität des Stalls auch so etwas wie Wandervögel, was nicht jedes Huhn von sich behaupten kann.

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