Mittwoch, 25.11.2020

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Bewegungsparcours und neuer Spielbereich: Das sind die Pläne für den Wiesweiherpark

Landschaftsarchitekt und Stadtrat haben mit dem Wiesweiherpark einiges vor. - 22.11.2020 18:55 Uhr

Die Deckel der unterirdischen Regenrückhaltebeckens sollen hinter Pflanzen und Sitzmauern versteckt werden. Welche Pflanzen gewählt werden, ist noch offen. Auch die Pergola (das Gerüst im Hintergrund) soll aufgewertet und der Boden angehoben werden.

22.11.2020 © Entwurf: Baurconsult


Dabei hat er auch erklärt, was eine Pergola ist: Das Metallgerüst, das östlich der Wiesweiherhalle in die Landschaft ragt. Weil die Pergola aktuell etwas verloren wirke, solle sie besser in den Park eingebunden werden. "Sie war eigentlich als westlicher Abschluss des Parks gedacht. Doch dann kam die Wiesweiherhalle, ersetzte das dortige Bad und wurde westlicher Abschluss der Geländes", erklärte Hübner.

Ursprünglich sollte die Pergola bepflanzt werden. "Die Ranken hatten aber keinen Bestand gegen die Fußballkünste der Pegnitzer." Es soll ferner eine neue Wegverbindung in den Park geben: Sie führt vom Parkplatz südlich der Halle durch die Pergola zu einem bereits bestehenden Weg. Dafür soll das Gelände teilweise angehoben werden, damit es barrierefrei nutzbar ist. Und das ist noch nicht alles: Die Pergola an sich soll Schattenelemente erhalten, daneben sollen Bäume gepflanzt werden und unter anderem für Hängematten Schatten spenden. So sollen Aufenthaltsqualität und Optik verbessert werden. "Das wird etwas richtig Tolles. Beim Durchlaufen durch die Pergola kann man sich fühlen wie ein König", schwärmte der Architekt.

Teilweise barrierefrei

Durch die Anhebung des Geländes würden auch die Steinblöcke, auf denen die Säulen der Pergola stehen, weitgehend verschwinden. Die dadurch entstehende Barrierefreiheit sei aber nicht durchgängig umsetzbar. Grund sei der Retentionsraum, der für ein mögliches Hochwasser vorgehalten werden muss. Durch das Auffüllen des Geländes müsse ohnehin eine Fläche von 450 Kubikmetern ausgeglichen werden. Das solle zeitlich versetzt bei Buchau an der Fichtenohe gemacht werden, erläuterte Hübner weiter.

Die "unschönen" Deckel des Regenrückhaltebeckens, die im Umfeld der Halle aus dem Boden ragen, sollen verpackt werden: Um sie herum sollen Sitzmauern, sogenannte Gabionen, und Bepflanzung entstehen. Ein Stück weiter sollen die Sitzgelegenheiten etwas verschoben werden, um für einen Kleinkind-Spielbereich Platz zu schaffen. Gegenüber des bereits bestehenden Spielplatzes soll ein ruhiger und sicherer Ort für die Kleinsten entstehen: mit Sandspielbereich, natürlichen Holzspielelementen, Sitztieren und Sonnensegel. So könnten Eltern ihre Kinder verschiedenen Alters gut im Blick behalten.

Das letzte neue Element, das der Generationenpark erhalten soll, ist ein Bewegungsparcours. Er soll am süd-östlichen Rand des Areals entstehen. "Die Geräte werden neben den bereits bestehenden Bänken Perlen entlang des Weges", kommentiere der Architekt. Insgesamt sechs Fitness-Stationen – unter anderem mit Trimmrad, Stepper, Armtrainer, Crosstrainer – sind angedacht. Die Geräte könnten zu zweit benutzt werden. Das erhöhe die Akzeptanz bei den Bürgern, meinte Hübner, der die Gesamtkosten für die Maßnahmen auf 400 000 Euro schätzt. 

Um drei wesentliche Elemente soll der Wiesweiherpark ergänzt werden: die Aufwertung der Pergola und des Umfelds der Wiesweiherhalle, einen Spielbereich für Kleinkinder und einen Bewegungs-Parcours (von Ost nach West).

22.11.2020 © Entwurf: Baurconsult


Auf Nachfrage von Manfred Vetterl (CSU) erklärte der Planer, dass auf Hallen-Umfeld und Pergola (inklusive Retentionsfläche) 275 000 Euro entfielen, für den Kleinkinder-Spielbereich 65 000 Euro und für den Parcours 60 000 Euro veranschlagt seien. Umgesetzt werden sollen die Pläne 2021 – vorausgesetzt, die Fördermittel in Höhe von 80 Prozent werden gewährt.

Nachdem die Stadträte die Ausführungen mit Interesse gehört hatten, bekamen sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Unter anderem wollte CSU-Fraktionsvorsitzender Werner Lappat wissen, ob die Bauarbeiten der Hochwasser-Ausgleichsfläche bei Buchau mit den Arbeiten für einen Badesee verbunden werden könnten. Nein, antwortete Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (Pegnitzer Gemeinschaft, PEG), die Planungen für den See seien in der Vergangenheit schon als nicht-realisierbar eingestuft worden.

Bienenfreundliche Bepflanzung

Grünen-Sprecherin Susanne Bauer begrüßte das Projekt im Namen ihrer Fraktion und erklärte, dass sie sich eine bienenfreundliche Bepflanzung wünsche, die an den Klimawandel angepasst ist. Außerdem fragte sie, ob es möglich sei, E-Bike-Ladestationen und Fahrradständer im westlichen Teil des Parks zu etablieren. Letzteres sei an beiden Eingängen nicht schwer zu ergänzen, so Hübner. Und die Bepflanzung, die er vorgestellt hat, sei nur ein Vorschlag und flexibel. Zweite Bürgermeisterin Sandra Huber griff im Anschluss das Thema Photovoltaik-Anlagen (PV) auf. Der Planer meinte, er sei kein Elektriker, gehe aber nicht davon aus, dass sich eine PV-Anlage auf der Pergola rechne.

Walter Kurz (PEG) fragte sich als Anwohner, ob die Zufahrt zu den Garagen weiterhin genutzt werden könne. Er befürchte mehr Fußgänger in dem Bereich, wenn die Wegführung von der Wiesweiherhalle in den Park geändert werde. Der Landschaftsarchitekt antwortete, dass es nicht geplant sei, an der Zufahrt für die Anwohner etwas zu ändern. Seine Kollegin Simone Birnmeyer wollte wissen, ob an weitere Sportmöglichkeiten, zum Beispiel Tischtennis oder Volleyball, gedacht sei. Nein, entgegnete Hübner. Der Bereich um die Wiesweiherhalle solle Ruhe und keine Action bringen.

Nach den Unterhalt-Kosten und dem Tüv fragten die FW-Mitglieder Claus Spieler und Elvira Looshorn. "Es ist unser Anspruch, die Geräte nicht ständig reparieren zu müssen", antwortete Hübner. Und Nierhoff ergänzte, dass es einen geschulten Spielgerätewart im Bauhof gebe. Schließlich votierte das Gremium einstimmig für den vorgestellten Plan.

KERSTIN GOETZKE

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