Bier von Auerbachern soll in Fürth aus 15 Zapfhähnen fließen

11.2.2018, 08:55 Uhr
Claus Weiß, Fabian Faßmann und Ralph Weiß (von links) wollen im Jugendstil-Sudhaus an der Schwabacher Straße zwar kein Bier brauen, den Gerstensaft aber in vielen unterschiedlichen Variationen ausschenken.

Claus Weiß, Fabian Faßmann und Ralph Weiß (von links) wollen im Jugendstil-Sudhaus an der Schwabacher Straße zwar kein Bier brauen, den Gerstensaft aber in vielen unterschiedlichen Variationen ausschenken. © Fotos: Hans-Joachim Winckler

Im Sommer 2017 haben drei junge Männer ihre Pläne für das alte Sudhaus an der Schwabacher Straße vorgestellt. Aus 15 Zapfhähnen sowie aus Flaschen sollen regionale und internationale Biere fließen, um Hopfenfreunde aus der gesamten Region nach Fürth locken. Schon im März 2018 könnte es soweit sein, hofften die drei.

Jetzt muss das Trio von der Pegnitzer Boeheim-Brauerei auf Anfrage einräumen: So schnell lassen sich ihre Pläne doch nicht umsetzen. "Wir hoffen jetzt auf Mai", sagt Ralph Weiß vorsichtig, denn auch dieser Termin hängt davon ab, ob sich bald eine Firma für eine besondere Herausforderung finden lässt: Zwei der riesigen Sudkessel aus Kupfer sollen angehoben und aufgeschnitten werden, damit darunter Gäste und eine Bar Platz finden. Weiß: "Wir haben noch keinen Handwerker, der das für uns macht."

Ornamente an der Decke

Gegenwärtig arbeiten im Sudhaus, dessen Bau im Jahr 1911 mehr Geld verschlungen haben soll als der des Fürther Stadttheaters, die Restauratoren Béla Faragó, der auch die St. Bartholomäuskirche in Pegnitz verschönerte, und Erika Simon: Sie verpassen den Ornamenten an der Decke eine Verjüngungskur. Ab nächster Woche soll dann vom Keller beginnend entkernt werden. Von außen wurde das Gebäude bereits runderneuert – inklusive neuer Fenster und einem neuen Anstrich. Die Gerüste verschwanden vor wenigen Wochen und gaben den Blick auf das prächtige Sudhaus frei.

Einen Küchenchef haben die drei Jungunternehmer, die in Nürnberg die Boeheim-Bar und die Boeheim-Bierhalle betreiben, bereits an der Angel. Mit ihm wollen sie demnächst ein Konzept aufstellen, welche Speisen sie ihren Gästen zum Bier auftischen werden. Fest steht bisher lediglich: Barbecue wie in der Boeheim-Bierhalle mit Pulled Pork und Co. schließen sie für Fürth definitiv aus.

Inzwischen haben sie auch "zwei, drei Namen" für das Sudhaus in der engeren Auswahl. Verraten wird noch nichts. "Wir müssen diese Ideen noch prüfen", sagt Ralph Weiß. Man wolle ja keine Markenrechte verletzen.

Im Außenbereich können sich die Gäste auf eine Terrasse und einen Biergarten freuen. Apropos: Im kleinen Pförtnerhäuschen an der Fichtenstraße ist ein Café geplant.

Im Biergarten finden 80 Gäste Platz, weitere 30 auf der Terrasse. "Der Gastraum fasst rund 150 Besucher", sagt Ralph Weiß. Zehn Mitarbeiter sollen sich um die Besucher kümmern.

Das alte Sudhaus an der Schwabacher Straße mit seiner markanten Jugendstil-Fassade soll in Fürth die lokale Gastronomieszene bereichern. Ein Name für den neuen Gastrotempel steht aber noch nicht fest.

Das alte Sudhaus an der Schwabacher Straße mit seiner markanten Jugendstil-Fassade soll in Fürth die lokale Gastronomieszene bereichern. Ein Name für den neuen Gastrotempel steht aber noch nicht fest.

Vom rückläufigem Bierabsatz in Deutschland lassen sich die Betreiber des alten Sudhauses nicht beeindrucken. "Das Konsumverhalten ändert sich", gibt Ralph Weiß zu, "aber das Genussprodukt Bier bleibt erhalten." Der abnehmende Bierdurst betreffe überwiegend die großen Marken.

Auch vor der lokalen Konkurrenz ist ihm nicht bange. "Ja, es gibt andere Wettbewerber. Davor haben wir keine Angst", sagt er selbstbewusst. Und fügt hinzu: "Eine gute Gastronomie ist besser als kein Mitbewerber."

Dass mit dem Sudhaus in Fürth noch mehr Arbeit und Verantwortung auf sie komme, ist ihnen bewusst. "Doch wir haben sehr gute Mitarbeiter und machen es ja nicht alleine", sagt Ralph Weiß. Mit dem neuen Lokal wollen die Betreiber ein breites Publikum ansprechen. Vom Studenten über Familien bis zum Rentner ist jeder willkommen." Gepachtet haben es die drei Boeheim-Jungs, betreiben werden es aber "Partner", wie Ralph Weiß sagt, und zwar in Zusammenarbeit mit der Rösterei Fortezza, die bald in den Malzböden einziehen wird. Am liebsten wäre ihm, wenn Café und Sudhaus gemeinsam im Mai eröffnen könnten. Sollte das nicht klappen, werde das Café unter Umständen alleine loslegen.

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