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Bier-Zapfstellen sind dringend nötig

Im Zeitalter des Personalmangels in der Gastronomie muss die Genussregion aktiv werden - 20.04.2019 12:03 Uhr

Der Personalmangel ist schuld: Immer häufiger stehen die Ausflügler unter der Woche vor verschlossenen Wirtshaustüren. © Reinl


Was können Roboter nicht schon alles: Sie fahren auf dem Mars herum, sie bauen Autos und lenken sie auch noch, sie werden im Krieg eingesetzt und helfen bei Katastrophen wie dem Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris, das Leben der Feuerwehrleute zu sichern oder Kunstschätze wie etwa Jesus Dornenkrone aus dem Feuer zu holen. Sie halten aber auch die Wohnung sauber, mähen den Rasen und pflegen die Großeltern.

Wir prophezeien es: Bald werden sie uns angesichts des immer dramatischeren Personalmangels in der Gastronomie auch mit Speis` und Trank bedienen. Das Restaurant "Baggers" in Nürnberg hat vor Jahren schon bewiesen, dass das funktionieren kann, auch wenn es inzwischen geschlossen ist. Da kamen die Teller mit den auf einem Tablet eingetippten Essenswünschen über ein schier endloses Schienennetz angerollt.

Noch wichtiger wäre eine solche vollautomatische Labung für den Fall, dass Lokale unter der Woche gar nicht mehr geöffnet haben. Eine Wanderung rund um das "Walberla" hat uns das diese Woche wieder deutlich vor Augen geführt. Dass oben auf dem "Berg der Franken" nur am ersten Mai-Wochenende kühles Nass ausgeschenkt wird, haben wir gewusst, dass aber das Lokal am Fuß des Tafelsbergs regelmäßig gleich zwei Ruhetage einlegt, nicht.

So standen wir nach einem schweißtreibenden Fußmarsch über den Berg mit zahlreichen Ausflüglern am Wanderparkplatz über Kirchehrenbach vor verschlossenen Türen. Zwar hieß uns ein Fahrradständer noch herzlich willkommen, doch gleich nebenan gab es eine "wichtige Information für unsere Gäste": "Mittwoch und Donnerstag Ruhetag". Hoffnung machte uns ein drittes Schild: "Eis- und Getränkehäuschen geöffnet".

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Was gab es in den Automaten? Allerhand Süßigkeiten und Eisriegel sowie spritziges Wasser, Limonade, Spezi, Schorle und "Veltins Radler". Hallo, geht’s noch? Im Land mit den weltweit meisten Brauereien ein Bier aus dem Sauerland und noch dazu verdünnt?

Prototyp eines Bier-Hydranten in Pegnitz

Es wird höchste Zeit, dass sich die Brauereien etwas einfallen lassen. Trinkbrunnen mit Wasser und Milch-Tankstellen erfreuen sich steigender Beliebtheit und auch an Bierbrunnen in Weißenbrunn oder beim "Kaiser" in Neuhaus/Pegnitz können wir uns erinnern. Da müsste es doch möglich sein, auch Bier-Zapfstellen aufzustellen. Prototypen gibt es bereits, wie etwa die Bier-Hydranten der Firma Hawle in der Zentrale der Juragruppe in Pegnitz. Das Bier daraus schmeckt exzellent — auch das Leupser.

ISI REINL

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