Freitag, 26.02.2021

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Blick zurück auf die Pioniertage des ASB

Karl Brendel baute den Arbeitersamariterbund in Pegnitz mit auf — Jetzt tritt Roland Häusler in die Fußstapfen - 09.04.2014 18:57 Uhr

Karl Brendel,der frühere Chef des ASB. Foto: Volz

09.04.2014 © NN


Der 62-Jährige ist seit 47 Jahren Mitglied beim Arbeitersamariterbund (ASB), damals beigetreten unter Johann Strömsdörfer. Zuvor hatte er in Körbeldorf einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Er wurde neugierig, was da alles gemacht wurde, absolvierte Kurse und wurde Helfer bei den „proppenvollen Kursen“, die Josef Prell und Johann Strömsdörfer bis hinüber ins Ahorntal abhielten.

Dann kam die Ausbildung zum Sanitätshelfer, es kamen die Einsätze bei Fußballspielen oder Festen. Karl Brendel und seine Mitstreiter waren überall begehrte Partner. „Man wurde akzeptiert.“ Damals war man mit einem VW-Bus unterwegs, um Menschen ins Krankenhaus zu bringen oder Erste Hilfe zu leisten. Im „Goldenen Stern“ in der Bahnhofstraße war das Vereinslokal.

Plötzlich kam die Konkurrenz

Karl Brendel arbeitete als Schlosser in der KSB, doch die Freizeit galt vor allem dem ASB. Doch der tat sich damals manchmal schwer, denn der „Platzhirsch“ war das Rote Kreuz. Johann Strömsdörfer war dort ausgetreten und baute eine Konkurrenz auf. Mit seinem Erfolg kamen nicht alle BRK’ler klar.

Für den Ex-ASB-Chef ist dies Vergangenheit. Er will darüber kein Wort verlieren. Denn beide Organisationen hätten nur ein Ziel gehabt, nämlich den Menschen zu helfen, sie auszubilden damit im Notfall gut Erste Hilfe zu leisten.

Schließlich kam die Einberufung zur Bundeswehr für den jungen Mann. Karl Brendel konnte sie dadurch abwenden, dass er sich verpflichtete, zehn Jahre lang beim ASB ehrenamtlichen Dienst zu leisten. Da bot er Kurse an und weil sich vieles in Vereinen abspielte, konnten auch neue Mitglieder geworben werden.

Immerhin ist der ASB heute eine Hilfsorganisation, die im Landkreis Bayreuth über 500 Mitglieder hat. Es gab Reformen, dem Roten Kreuz wurden die Transporte zugeteilt und der ASB-Rettungswagen musste ausgemustert werden. Doch Aktivitäten blieben.

Die Ausbildung bleibt nach wie vor eine wichtige Aufgabe. Da gelingt es immer wieder, junge Leute für die Organisation zu gewinnen. Lebensrettende Maßnahmen in Schulklassen, Einsatz des „Defi“ in Schulen oder bei Feuerwehren — der ASB ist „voll beschäftigt“.

Mit seiner Losbude sorgt er auch auf Kirchweihen für einen Farbtupfer und die Erlöse lassen sich sehen, denn Tausende von Euros gingen durch Mitgliedsbeiträge und Aktionen ein. Das Geld wurde investiert: Mehr als ein Dutzend Defibrillatoren sind Schulen, dem Brigittenheim oder Feuerwehren gespendet worden. Alle sind an sicheren Stellen untergebracht. Im Notfall haben die Betroffenen immer leichten Zugang zu den Geräten.

Karl Brendel betrachtet dies nicht als sein Verdienst. „Denn ich helfe nur mit. Ohne meine Mitarbeiter, ohne die Mitglieder wäre all das nicht zu schaffen gewesen.“

Zum „Schaffen“ gehören auch die Kurse, die es weiterhin gibt. Und dazu gehört der Besuchsdienst mit Hunden in den Altenheimen, was vor allem für die jungen Leute ein besonderes Erlebnis ist.

Die Einnahmen aus der Losbude oder früher aus der Altkleidersammlungen fließen weiter. Einnahmen gibt es auch aus den Kursen, für die inzwischen Teilnahmegebühren anfallen. Aber sie werden für soziale Zwecke verwendet, „denn wir arbeiten alle ehrenamtlich“.

Bewährtes erhalten

Der neue ASB-Vorsitzende Roland Häusler aus Spies macht deutlich, dass er zusammen mit seinem neuen Vorstand viel Altbewährtes erhalten will. Dazu gehören die Erste Hilfe, die Zusammenarbeit mit der Pegnitzer „Tafel“, die Losbude bei der ASV-Kirchweih in Pegnitz und auch anderwso. Ein besonderes Anliegen wird es aber auch sein, jüngere Mitglieder zu gewinnen, denn im sozialen Bereich gibt es genügend zu tun.

Seit Februar sind drei Hunde mit ihren Führerinnen aus der Rettungsstaffel des ASB Velden in Altenheimen unterwegs. Diese enge Zusammenarbeit mit dem ASB Jura wird es auch weiterhin geben, so Roland Häusler. Denn mit Roland Löb aus dem Landesvorstand des ASB hat man einen wichtigen Partner.

Bei den Hunden kann er sich vorstellen, dass junge Leute gewonnen werden, die dann mit ihren Tieren begeisterte Seniorenbetreuer werden. „Es ist ein Erlebnis, wenn ein an Demenz erkrankter Mensch beim Besuch des Hundes plötzlich Leben zeigt.“ Dann wird die Hundeschnauze gestreichelt und das Tier schleckt die liebevoll hingereichte Hand. „Beide Seiten sind dann glücklich.“

Roland Häusler machte aber klar, dass sich das neue Team erst einarbeiten muss. Hier rechnet er mit den „Altvorderen“, die hie und da Hilfestellung leisten, wenn sie nötig ist.

Eines ist sicher: Man wird den ASB nicht umkrempeln. Das sei man den engagierten Mitarbeitern schuldig, so Roland Häusler. Alle arbeiten nach dem Motto: „Wir helfen hier und jetzt, und wer sich dem anschließen kann, ist herzlich eingeladen.“

CLAUS VOLZ

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