27°

Dienstag, 18.06.2019

|

Blühwiesen statt Einheitsrasen in Auerbach

Viele innerstädtische Grünflächen werden schon immer als klassische Wildblumenwiesen gepflegt - 06.06.2019 13:00 Uhr

Es blüht und summt vor dem Stadtmauerrest des früheren Ruder-Stadels an der Auerbacher Alleestraße mitten in der Stadt. Die meisten Flächen werden zwei Mal im Jahr gemäht oder gemulcht.


Landwirte boten Teile ihrer Flächen, diese gegen ein Entgelt zur Blumenwiese zu machen. Mit wenig Nachfrage, wie kürzlich eine Recherche der NN-Redaktion ergeben hat. Und auch an die Kommunen ist wieder appelliert worden, gemeindliche Flächen mit insektenfreundlichen Blühpflanzen anzusäen und somit den Artenschutz zu fördern.

Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, sondern zu Fuß die Alleestraße entlang läuft, wird längst bemerkt haben, dass es vor den Ruinen des alten Ruder-Stadels, einem Teil der früheren Stadtmauer, grünt und blüht. Kein Einheitsrasen, sondern eine vielfältige Blühmischung hat dort inzwischen ihre bunte Pracht entfaltet.

Fokus auf Natürlichkeit

"Im Gemeindegebiet Auerbach ist Nachhaltigkeit schon lange ein Thema und auf diversen Flächen gut erkennbar", sagt Matthias Regn, der Leiter des städtischen Bauhofes in Auerbach. Außer den Spiel- und Sportplätzen werden praktisch alle innerörtlichen Grünflächen als natürliche Wildblumenwiesen gepflegt.

Rund sechs Hektar Fläche kommen auf diese Art und Weise zusammen. Die Flächen gibt es sowohl im Umland als auch im Stadtgebiet selbst. Spezielle Blühwiesen sind auf dem Grundstück der früheren Stierhaltung an der Oberen Vorstadt, beim städtischen Kindergarten, rund um das Kneippbecken im Neubaugebiet Schleichershof oder im benachbarten Baugebiet am Dornbach. Auch an der Michelfelder Straße sind nach der Sanierung spezielle Blühwiesen angelegt worden.

Die Mischungen sind laut Regn sehr vielfältig. Diese wählt Stadtgärtner Alfred Lindner speziell aus. Sie enthalten bis zu 40 verschiedene ein- oder mehrjährige Blumenarten. Dazu zählen zum Beispiel Bienenweide, Borretsch, Natternkopf oder Goldmohn. Auf der Fläche des früheren Ruderstadels stehen derzeit Margeriten, Sonnenblumen und Bartnelken in voller Blüte. Ein Paradies nicht nur für Bienen, sondern auch für Schmetterlinge, Hummeln, Falter oder Käfer. Und dazu noch nektar- und pollenreiche Nahrung.

Lebensraum für Insekten

"Bei jeder sich bietenden Möglichkeit, wenn neue Flächen anzulegen sind, wird das mit Blühsamen gemacht", sagt Bauhofleiter Regn. "Aber auch eine normale Wiese hat eine Vielzahl von Blüten und Blumen, die für Insekten und Bienen Nahrung und Lebensraum bedeuten." In diesem Zusammenhang seien auch die so genannten Ausgleichsflächen von Bedeutung, welche die Stadt anlegt, wenn zum Beispiel ein neues Baugebiet erschlossen oder eine neue Straße gebaut wird.

Mähen ist wichtig

Wichtig im Umgang mit den Blühwiesen ist laut Regn das Mähen. "Der erste Schnitt sollte erfolgen, wenn der Samen der Blüte abgefallen ist." Die meisten der Flächen im Stadtgebiet werden zwei mal im Jahr gemäht oder gemulcht, einige aber auch nur einmalig.

Würde man komplett auf das Mähen verzichten, dann würde auf den Wiesen schnell die Verbuschung drohen, erklärt Regn. Ausnahmen sind die Sport-, Freizeit- und Spielflächen. Dort wird öfter gemäht. Aber nicht überall zur gleichen Zeit. 

gr

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Auerbach