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Samstag, 20.04.2019

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BN: Biotop an Himmelsleiter beispiellos zerstört

Geschützte Pflanzen ausgegraben und Hecken radikal gekappt - Vermüllung des Frankenwegs erschreckend - 14.04.2019 21:27 Uhr

Daniel Deak, Dieter Hoch und Georg Buchfelder kritisieren den argen Rückschnitt.


Von den Naturschützern angeprangert wird auch der rabiate Heckenschnitt entlang des gesamten Wanderwegs von der Hofmanns-Kapelle bis Elbersberg und rund im Pottenstein. Dies wurde bei der ersten Mitgliederversammlung der inzwischen 50 Mitglieder zählenden Ortsgruppe im Gasthof "Goldene Krone" überdeutlich. Margit von Wintzingerode, Beisitzerin im Vorstand und seit 32 Jahren Pottensteiner Burgfrau, zeigte sich über die Naturzerstörung um die Himmelsleiter schockiert: "Ich bin entsetzt über die Entwicklung zur Himmelsleiter und geschockt, was mit den 30 bis 40 Jahre alten Schlehen-Hecken dort passiert ist", sagte sie bei der Versammlung, zu der zu der 21 Personen gekommen waren. Auch werde das Verhalten der Touristen immer schlimmer und was dort ablaufe, sei einfach zu viel. Trotz Sperrschild würden viele mit dem Auto einfach bis zur Himmelsleiter und sogar über den Wanderweg weiter bis nach Elbersberg fahren.

Am Wochenende sei es bei der Himmelsleiter so voll, dass die Autos auf der Wiese parkten, geschützte Pflanzen zerstörten und diese strafbarer Weise sogar ausgrüben und mitnähmen. Vor allem Jugendliche hätten auf der Wiese rund um die Himmelsleiter wahre "Kunstwerke" mit dem Schotter geschaffen, der früher um den Sockel des Turms verteilt war. Zur Dekoration dieser "Kunstwerke" würden auch Blüten geschützter und seltener Blumen abgerissen.

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Das Ameisenbiotop sei ebenfalls zerstört worden und durch die bisher beispiellosen Heckenschnittmaßnahmen seien die Brutplätze von Vögeln vernichtet worden. Von Wintzingerode forderte eine Lösung, wie die einmalige Natur rund um die Himmelsleiter künftig geschützt werden kann. Vorgeschlagen wurde, wieder eine Schranke anzubringen, Schilder aufzustellen oder gar in unregelmäßigen Abständen Streckenposten zu laufen. Georg Buchfelder prangerte auch das Verhalten der Behörden an, die nach seiner Meinung mit Steuergeldern die Zerstörung der Hecken noch finanziert hätten.

"Durch diesen völlig übertriebenen Rück- und Kahlschnitt sind lange bestehende Heckensektionen komplett entfernt oder so weit verletzt worden, dass eine Regeneration der Pflanzen nicht mehr sichergestellt ist", resümierte Vorstandsmitglied Daniel Deak und betonte, dass dies bei der Bevölkerung schon auf massives Unverständnis gestoßen sei. Die BN-Ortsgruppe mahnte in dieser Hinsicht ein sensibleres Vorgehen an. Kreisgeschäftsführer Peter Ille schloss sich dieser Kritik an: "Hier ist leider noch viel, was man kaputt machen kann."

Zweiter Vorsitzender Dieter Hoch zeigte sich ebenso geschockt und sprach von einem dramatischen Insektensterben, von Raubbau an der Natur und forderte eine radikale Veränderung der Verhaltensweisen aller Beteiligten. "Da ist man einfach sprachlos das dieses spezielle Naturschutzgebiet an der Schützenleite so heimgesucht wird", sagte Hoch. "Die schönsten Küchenschellen wurden ausgestochen, die Silberdisteln sind komplett verschwunden und dann noch diese rabiate Heckenschnittaktion."

Das Trinkwasser in Pottenstein müsse noch immer gechlort werden, weil rund um Prüllsbirkig geodelt werde, lautete eine weitere Kritik von Deak. Ein Ärgernis für die Naturschützer ist auch die Verschmutzung durch weggeworfenen Müll an den Wanderwegen. Für Ortsvorsitzenden Karl-Heinz Peters, der inzwischen in der Seelenbrunnengasse 1 in Pottenstein ein BN-Büro eingerichtet hat, ist besonders die Vermüllung des stark frequentierten Frankenwegs von der Teufelshöhle durch das Klumpertal bis Kirchenbirkig erschreckend. "Da blamiert man sich ja bei den Touristen", so Peters.

Rama-Dama-Aktion am 4. Mai

Ein erstes Projekt der BN-Ortsgruppe wird deshalb am 4. Mai eine Rama-Dama-Aktion entlang des Frankenwegs von der Schüttersmühle bis Kirchenbirkig sein. Treffpunkt ist um 9 Uhr, Mitmachen kann jeder. Weiterhin wurde beschlossen, jeden ersten Montag im Monat einen Stammtisch abzuhalten. Der erste ist am 6. Mai um 19.30 Uhr in der Brotzeitstube Berner in Prüllsbirkig. Mit einer Bienenhaus-Bauaktion will sich die Ortsgruppe am städtischen Ferienprogramm beteiligen. Weitere Ideen sind eine Fledermausführung, Kräuter- und Ziegenwanderungen. "Wir wollen auch andere Ortsgruppen und die Pottensteiner Vereine mit ins Boot holen", skizzierte Peters. 

VON THOMAS WEICHERT

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