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Böheim Knights verlieren Nürnberger Herzschlagfinale

Zwei Mal in Führung und doch verloren — Die 1b des EV Pegnitz verabschiedet sich mit einem Eishockeykrimi in die Sommerpause - 03.04.2019 23:55 Uhr

Zu einem richtigen Eishockeykrimi wurde das DNHL-Finale Böheim Knights gegen Lauf. In einer durchwegs spannenden Begegnung unterlagen die Pegnitzer schließlich ganz knapp 3:4. © Foto: privat


Dass die Mannschaft der Böheim Knights am vergangenen Sonntag im Finale der Nordbayerischen Liga gegen die Laufer Eisbären um den Titel spielen würde, hätten am Anfang der Saison wohl nur die wenigsten der Knights gedacht. Hat das Team in der Vorsaison noch die Playoffs verpasst, standen viele äußere Umstände den Ambitionen der Pegnitzer, die es in dieser Saison ins Finale der DNHL schafften, im Weg.

Zu einem richtigen Eishockeykrimi wurde das DNHL-Finale Böheim Knights gegen Lauf. In einer durchwegs spannenden Begegnung unterlagen die Pegnitzer schließlich ganz knapp 3:4. © Foto: privat


"Wir hatten einen unbekannten Kader und wussten nicht, welche Spieler kommen und welche Spieler wechseln", sagt Stürmer Adrian Thiem über den schwierigen Start in die Saison. Neben vielen Verletzungen - denen von Andreas Murr und Thiem selbst — machten auch die Pegnitzer Wetterbedingungen den Böheim Knights einen Strich durch die Rechnung: "Wir konnten in diesem Jahr aufgrund der Wetterlage erst im November mit dem Training beginnen", erinnert sich Angreifer Sebastian Langer.

Echter Teamgeist

Dass die 1B-Mannschaft der Ice Dogs dennoch eine erfolgreiche Saison auf das Eis gelegt hat und durch die Playoffs marschiert ist, sei der beispielhaften Teamdynamik des Teams zu verdanken: "Je mehr Verletzte wir bekommen haben und je kleiner die Mannschaft geworden ist, desto besser war am Ende der Zusammenhalt", sagt Langer.

Nach der 3:5-Auftaktniederlage bei Justitia Regensburg Anfang November strahlten die Böheim Knights in vier darauffolgenden Spielen ihre Dominanz aus. Sie konnten alle Spiele für sich entscheiden — darunter mit einem 9:0-Kantersieg bei den Vilspiraten Amberg.

Einen knappen Monat später wurden die Puckbusters Weiden Mitte Dezember mit 15:0 aus dem Pegnitzer Eisstadion geschossen. Im letzten Aufeinandertreffen der regulären Spielzeit musste sich die Mannschaft um Spielertrainer Philipp Sintenis wieder gegen die Regensburger mit 3:5 geschlagen geben. Mit vier Siegen aus sechs Spielen zogen die Knights dennoch in die Playoffs ein. In den ersten beiden Runden der Playoffs setzten sich die Pegnitzer mit jeweils 2:1 in der Best-of-Three-Serie gegen die Frankonia Flames und die Nürnberg Knights durch, ehe am vergangenen Sonntag die Titelverteidiger der Eisbären Lauf auf den Fight um die Nordbayerische Meisterschaft warteten.

Bereits in der ersten Saison der damals neu gegründeten DNHL im Jahr 2015 und in der darauffolgenden Spielzeit 2016 standen sich die beiden Mannschaften im Finale gegenüber. Bezwangen die Knights die Eisbären 2015 noch mit 8:4, so läuteten die Laufer ihre Meisterschaftsserie im Finale 2016 mit einem 5:1-Sieg über die Pegnitzer Mannschaft ein. Seitdem sicherten sich die Laufer jedes Jahr zum Ende der Saison die Ligatrophäe.

Dass die Pegnitzer der Laufer Vorherrschaft in der DNHL allmählich ein Ende bereiten wollten, stellte die Mannschaft um Spielertrainer Sintenis bereits in den ersten Minuten eindrucksvoll unter Beweis. Und ging nach einigen Großchancen in der 17. Minute durch Sebastian Wittmann mit 1:0 in Führung. Im intensiven zweiten Drittel boten die beiden Mannschaften den vollen Rängen ein packendes Eishockeyspiel. Großchancen auf beiden Seiten und sensationale Paraden von Nick Brehger auf der Pegnitzer und Thomas Neumann auf der Laufer Seiter sorgten für tosenden Applaus auf der Zuschauertribüne.

Trotz einer bärenstarken Leistung von Brehger konnten die Knights ihre weiße Weste nicht in die Drittelpause schleppen. Kurz bevor die beiden Mannschaften in die zweite Pause entlassen wurden, klingelte es in der 38. Minute und 39. Minute im Pegnitzer Kasten. Lauf hatte innerhalb von zwei Minuten das Spiel gedreht — und Spielercoach Sintenis musste sich etwas für das letzte Drittel einfallen lassen.

Motiviert aus der Kabine

Die richtigen motivierenden Worte scheint der Spielercoach in der Kabine gefunden zu haben. Mit breiter Brust stieg die Pegnitzer Mannschaft zurück aufs Eis und drehte die Partie mit dem 2:2-Ausgleichstreffer durch Adrian Thiem in der 46. Minute und der 3:2-Führung durch Sintenis in der 52. Minute. Acht Minuten musste das Team im weiß-grünen Dress noch den Kasten sauber halten, bis man sich nach vier Jahren wieder Meister der Nordbayerischen Eishockeyliga nennen durfte.

Dabei haben die Pegnitzer jedoch nicht mit dem Laufer Lazaros Konstandinidis, der in der 55. Minute goldrichtig stand und den Puck aus kurzer Distanz ins Pegnitzer Tor beförderte, gerechnet. Der Eishockeykrimi sollte in der Verlängerung entschieden werden. Für die aufgrund von personellem Engpass schwächelnde Pegnitzer Mannschaft eine Mammutaufgabe: "Ich selbst war in der Overtime völlig am Ende meiner Kräfte und konnte meine Beine nicht mehr spüren", gibt der Torschütze zum Ausgleich, Adrian Thiem, zu. "Trotzdem steckt man zum Ende dieses Spiels in einem Tunnel, in dem man nochmal Gas gibt und 100 Prozent gibt."

Diese 100 Prozent haben am Ende leider nicht gereicht: Der Laufer Fabian Kohn beendete in der 6. Minute der Verlängerung die Pegnitzer Titelträume und erzielte auf Zuspiel Balász Somos das entscheidende 4:3.

Obwohl es auch in diesem Jahr nicht zum Meistertitel gereicht hat, ist Angreifer Sebastian Langer zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Dass jeder für jeden gekämpft hat, haben die Zuschauer heute auf jeden Fall gesehen." Dass die Laufer das Spiel am Ende für sich entschieden, haben sie wohl auch ihrer Heimstätte, der Nürnberger Arena, und somit der Tatsache, dass sie während des Trainings ein Dach über dem Kopf haben, zu verdanken: "Wir hatten seit Anfang März kein Eis mehr im Eisstadion", berichtet Thiem, "dementsprechend mussten wir uns dreimal in anderen Eishallen einmieten oder uns selbst fit halten. Perfekte Vorbereitung sieht da anders aus."

Ob die Böheim Knights in der kommenden Saison wieder angreifen, um die Trophäe zu ergattern? Langer ist sich sicher — und antwortet wenige Minuten nach dem 65-minütigen Eishockeykrimi mit einem knappen "natürlich". 

MARKUS MAISEL

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