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Donnerstag, 04.06.2020

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Brigittenheim bietet «beispielhaftes Netzwerk der Hilfe»

Bewohner feierten mit vielen Gästen das zehnjährige Bestehen - Erster Spatenstich für den geplanten Saalanbau - 19.05.2007

Mit vereinten Kräften wurde der erste Spatenstich für den neuen Saalanbau am Brigittenheim vorgenommen. © Böhm


Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die Mitarbeiter, die Heim-Bewohner, deren Angehörige und zahlreiche Gäste erlebten einen ereignisreichen Tag, der von der KSB-Werkskapelle musikalisch umrahmt wurde.

Dekan Gerhard Schoenauer feierte im voll besetzten Festzelt einen Festgottesdienst, der von der Kantorei, dem Posaunenchor, dem Brigittenheimchor unter Leitung von Jörg Fuhr, von Roland Weiss und Erich Nitt mitgestaltet wurde. Mit guten Wünschen und fröhlichen Liedern beteiligte sich auch der Kindergarten «Guter Hirte».

Schoenauer rüttelte die Besucher mit seinen Worten auf. Gerade die Heimbewohner hätten die Hölle des Krieges, die Hölle des Hungers und die Hölle eines barbarischen Systems überlebt, da falle es manchmal schon schwer, an das Paradies auf Erden zu glauben.

Wenn er in Diskussionen Forderungen nach Sterbehilfe höre, habe er drei Antworten parat: Erstens ehre die Bibel das Alter. «Ich lerne und sehe, das Leben ist endlich, Mensch, du musst einmal gehen.» Zweitens. Der Wert eines Menschen sei nicht seine Verwendbarkeit und drittens seien alte Menschen «voll von Geschichten vom Gelingen und Misslingen des Lebens». Im Brigittenheim herrsche ein «Strom aus Zeit und Sinn». Es wäre dumm, solche Geschichten und Erfahrungen nicht zu nützen.

Landrat Klaus-Günter Dietel sieht im Brigittenheim «keine konservierte Vergangenheit, sondern zukunftsträchtiges Engagement». Er wünschte den pflegenden Mitarbeitern weiterhin ein großes, weites, offenes und gläubiges Herz für ihre verantwortungsvollen Aufgaben. Für ihn biete das Brigittenheim «ein beispielhaftes Netzwerk der Hilfe».

Damit die Diakonie keinen Schwarzbau beginnt, habe er die Baugenehmigung für den 400 000 Euro teuren Saalanbau dabei, merkte Dietel augenzwinkernd an. Er wünschte der Institution, dass sie weiterhin ein humanitärer Mittelpunkt in Pegnitz bleibe. Bürgermeister Manfred Thümmler erinnerte in seinem Grußwort an die unvergessenen Pegnitzer Wohltäter, wie zum Beispiel Friedrich Engelhardt.

Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk sagte, dass sich die Humanität der Wohlstandsgesellschaft daran ablesen lasse, wie sie mit werdendem und scheidendem Leben umgeht. Er bezeichnete Dekan Schoenauer als einen Mann, der «durchaus in einen heiligen Zorn ausbrechen kann, wenn es an die Belange der schwächsten Menschen geht». Er selbst werde sich in Berlin für eine gerechte Lösung bei der Pflege einsetzen.

MdB Anette Kramme (SPD) zeigte sich von der technischen Ausstattung und dem menschlichen Klima im Brigittenheim begeistert. Sie bekräftigte, dass eine neue Definition des Begriffs «Pflege» erforderlich ist, wobei von einem ganzheitlichen Menschenbild auszugehen sei. Außerdem liegt ihr sehr am Herzen, die ausufernde Bürokratie einzudämmen.

Im Rahmen des Festaktes wurden auch vier langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen von Dekan Schoenauer mit dem silbernen Kronenkreuz und einem Blumenstrauß ausgezeichnet.

Beim offiziellen Spatenstich wurden bunte Luftballons in den Pegnitzer Himmel geschickt. Angebote für das leibliche Wohle gab es ganztägig, für interessierte Besucher fanden mehrere Hausführungen statt, bevor eine Schlussandacht den bewegenden Stunden ein Ende setzte.

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