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Brücke bei Hammerschrott in der Diskussion

Neuhaus: In der Bürgerversammlung wurden verschiedene Lösungen für das marode Bauwerk vorgeschlagen - 25.01.2019 23:57 Uhr

Sie sorgte für den meisten Gesprächsstoff in der Bürgerversammlung: die behelfsmäßige Sanierung der Brücke Hammerschrott, mit der sich die Gemeinde in finanziell bessere Zeit hinüberretten will.

25.01.2019 © Foto: Klaus Möller


Hier ließen sich die Kosten doch mit einer Verrohrung senken, schlug Reinhold Kirsch vor. Diese Lösung würde wohl am Wasserwirtschaftsamt scheitern, so Springer. Da müssten Hochwasserberechnungen angestellt werden. Ingenieur Roland Kiesecker vom Ingenieurbüro Seuss in Amberg erklärte, dass diese Lösung vor allem bei Hochwasser zu einem erheblichen Rückstau führen würde.

Die von Karl Schwemmer vorgeschlagene Lösung — der Einbau eines Stützpfeilers in der Brückenmitte — habe man auch überlegt, so Springer. Vom Aufwand her sei diese Lösung auch nicht billiger, zumal das Wasserwirtschaftsamt einen Mittelpfeiler kaum zulassen würde. Darüber ließe sich nicht verhandeln, zumal der Neubau der Brücke in Finstermühle ohne Pfeiler erfolgen müsse. Was sich auf der Burg tue, wollte Kunigunde Müller wissen. Die erste Sanierungsphase, erklärte Springer, habe sich durch kontaminiertes Material im Boden verzögert. Derzeit laufe die Sicherung der Dachstühle und der Rückbau des ehemaligen Gastronomiegebäudes. Alle Arbeiten würden sich mindestens bis 2021 hinziehen. Ein Nutzungskonzept liege wohl soweit vor, aber darüber könne er noch keine Auskunft geben.

Zweiter Bürgermeister Hans Liehmann empfahl in diesem Zusammenhang, die Bürger darüber zu informieren, dass die in diesem Jahr anstehende 750-Jahr-Feier im Jahr der Wiedereröffnung der Burg nachgeholt werde.

Norbert Jungbauer fragte, warum Neuhaus keinen Euro aus der Gemeindezuweisung erhalte. Die Einnahmen der Gemeinde seien einfach zu hoch, erklärte Springer.

Eine hohe Pro-Kopf-Verschuldung spiele dabei keine Rolle. Leider reichten diese Einnahmen nicht für die erforderlichen Investitionen. Die Lage des Ortes an der Pegnitz und an der Bahnlinie, ergänzte Heinz Stark, Geschäftsleitender Beamter der Gemeinde, würde der Gemeinde vor allem für Brückenbauten viel kosten. Auch das spiele bei Zuweisungen keine Rolle.

Stückweise Erneuerung

Zur Frage der Elektrifizierung der Bahnstrecke von Michael Richter erklärte Springer, dass zunächst mit den Brückenerneuerungen begonnen werde. Da diese stückweise erfolgten, müsse in den folgenden Jahren mit starken Behinderungen gerechnet werden. Der Einsatz von Ersatzbussen — zunächst nur an Wochenenden — laufe bald an, wusste Gemeinderat Peter Pflug (SPD).

Die Elektrifizierung, so Springer weiter, sei eine andere Geschichte. Vor 2030 wäre die sicher, allein wegen der Tunnel, nicht abgeschlossen. Dann verkehre nach Neuhaus eine S-Bahn. Er hoffe, dass die dadurch entstehenden Nachteile durch eine Express-S-Bahn aufgefangen werden.

Die Erschließungskosten für die Wasserversorgung wolle man nicht auf die Gebühren umlegen, so Springer auf Nachfrage. Das senke wohl die bald fälligen Erschließungskosten – etwa 3000 Euro für ein "Durchschnittshaus" – belaste aber auf Jahre die nachfolgenden Generationen. Zudem würden diese Einnahmen zu langsam fließen. Künftige Gebührenerhöhungen in Sachen Wasser und Abwasser wollte Springer nicht ausschließen, da die Trinkwasserverordnungen einem ständigen Wandel unterliegen.

KLAUS MÖLLER

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