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Büchenbach: Ehemaliges Bergwerk wird zur Kapelle

Gemeinde weiht "Verklärung Christi" ein und setzt Zeichen in Zeiten des Mitgliederschwunds - 07.08.2018 17:55 Uhr

Erfüllte sich einen Kindheitstraum: Priester Norbert Förster (links), der die feierliche Messe zur Einweihung der kleinen gelben Kapelle „Verklärung Christi “zelebrierte. © Bernhard Niemczyk


)Mit befreundeten Geistlichen aus Leups, Bayreuth, Bamberg und Ingolstadt weihte Priester Norbert Förster die Kapelle "Christi Verklärung" ein und gab dem Ganzen so einen unerwartet feierlichen Rahmen. Der Zuspruch war groß, ist ein Kapellenneubau heute doch eher ungewöhnlich. Und dazu noch von "einem von uns", der seit kurzem ein geistliches Amt in der Erzdiözese Bamberg bekleidet, wie Förster bemerkte.

Besonders ist auch der Standort der Kapelle mit der Adresse St.-Veit-Berg 8, ein ehemaliges Bergwerk, idyllisch gelegen am Waldrand zwischen Büchenbach und Kaltenthal. Besucher kommen dorthin über staubige Feldwege und eine Apfelbaum-Chaussee. Förster hatte alles perfekt vorbereitet. Die kleine Kapelle mit gelbem Gemäuer und solidem Dachstuhl glänzte mit Blumenschmuck und einem eigens im Freien aufgebauten Altar.

Weihrauch und Äpfel

Für die Gäste, die aus Büchenbach, Leups, Kaltenthal und Körbeldorf zu Fuß und mit Autos gekommen waren, waren Bierbänke und Sonnenschirme aufgestellt. Viele Gäste standen während der Messe auf der Wiese, am Waldrand unter den Bäumen und auf dem Acker. Die Feuerwehr jedes Ortes überraschte den Priester mit einer feierlichen Fahnenabordnung; Freunde aus Coburg, Forchheim und Kulmbach waren ebenso angereist wie Landrat Hermann Hübner (CSU) und Bürgermeister Uwe Raab (SPD). Über allem lag ein Hauch von Weihrauch, Acker und reifen Äpfeln.

"Es ist ein sehr bewegender Tag für uns, für meine Familie, für mich", eröffnete Förster den Gottesdienst. Für ihn gab es viele gute Gründe, die Kapelle zu errichten und ihre Weihe in einer Messe mit Eucharistiefeier zu begehen. "Seit ich ein kleiner Bub war, wollte ich hier eine Kapelle bauen. Das war so eine Phantasie von mir", sagte der gebürtige Büchenbacher, der seit letztem September das Amt des Diözesanpräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Bamberg bekleidet und bei Festtagen nach wie vor gerne in seiner Heimatgemeinde aushilft.

Den Altar schmückt ein spätsommerliches Blumengesteck aus Sonnenblumen und weißen Gladiolen. Die zwei Buntglasfenster sind von der Tochter von Bernhard Förster. © Bernhard Niemczyk


Als Anfang der 90er Jahre Försters Vater das Grundstück gekauft hatte, kam der Sohn seinem Kindheitstraum ein Stück näher. Zahlreiche Helfer aus Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft packten später tatkräftig mit an, als schließlich vor etwas mehr als einem Jahr die Bauarbeiten begannen. Auch Försters Vater Bernhard half beim Ausbaggern und Betonieren der Bodenplatten. Nach dessen plötzlichem Tod am 6. August 2017 wurde dem Sohn schnell klar, dass "heute, an seinem ersten Todestag, der richtige Zeitpunkt ist, die Kapelle zu weihen".

Am 6. August wird in der römisch-katholischen Kirche zudem das Fest der "Verklärung Christi" als Offenbarungsereignis gefeiert. In diesem Geiste gestalteten Priester, Ministranten, die Büchenbacher Blaskapelle und Feuerwehrabordnungen auch die Messe.

Frisch gepflanzt

Die Kapelle und den Altar schmückten frisch gepflanzte Buchsbäume, weiße Rosen und Birkenäste sowie ein spätsommerliches Blumengesteck aus Sonnenblumen und weißen Gladiolen. Das Innere ziert ein kleiner Altar mit schlichtem Kreuz, einer Madonnenfigur und ein Foto von Vater Bernhard Förster. Seine Tochter Stefanie hat zwei Buntglasfenster gestaltet. Norbert Förster ist es wichtig, dass die Kapelle "immer offen ist und jeden Willkommen heißt".

Platz für Geselligkeit

Zum Abschluss lud der Geistliche alle Anwesenden mit den Worten "So wie’s der Papa immer wollt’: Das Gesellige soll nicht zu kurz kommen" zu Leberkäs’, Bier und Limo ein – nicht ohne sich bei seiner Mutter und allen Beteiligten gerührt bedankt zu haben.

Die zahlreichen Gottesdienstbesucher freuten sich über diese Einladung und genossen bei hochsommerlichen Temperaturen die kühlen Getränke und herzhafte Brotzeit. 

GISELA LEINBERGER

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