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Samstag, 24.08.2019

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Burg Veldenstein öffnet einmalig zum Tag des Denkmals

Rund 7,8 Millionen Euro gibt der Freistaat für die statische Ertüchtigung der Anlage aus - 05.08.2019 17:00 Uhr

Die Sanierung der Burgmauern ist eine aufwändige Maßnahme. Doch sie ist nötig, weil der alte Mörtel schadhaft geworden ist. © Foto: Brigitte Grüner


Im September können interessierte Bürger und Besucher das Wahrzeichen der Marktgemeinde trotz Sanierung besichtigen. Am offiziellen "Tag des Denkmals" am 15. September bietet das Staatliche Bauamt Erlangen-Nürnberg drei Führungen für insgesamt 60 Personen an. Dazu ist eine Anmeldung erforderlich.

Gabriele Gunzelmann und Johannes Kick vom Staatlichen Bauamt Erlangen-Nürnberg betreuen die Sanierungsmaßnahme. © Foto: Brigitte Grüner


Bereits am Freitagnachmittag wurde Bürgermeister Josef Springer durch die Burganlage geführt. Saniert werden momentan das Herrenhaus, der Nordostturm und die Burgmauern. Auch die Tiefbauarbeiten haben begonnen. Alle diese Maßnahmen dienen vorrangig der Substanzerhaltung und der Verkehrssicherung, erklärte Dieter Knauer, der Geschäftsführer der "Immobilien Freistaat Bayern", auf Nachfrage. Bereits erledigt sind die Arbeiten am Burgfried. Dieser musste statisch verbessert werden. Die Sanierung von Mauerrissen, das Ergänzen fehlender Holzverstrebungen und die Stabilisierung durch Schlaudern waren erforderlich. Laut Knauer liegen die Arbeiten im Zeitplan.

Für Besucher ist die Burg seit Oktober 2017 geschlossen. Die Immobilienverwaltung nennt kein konkretes Datum der Wiedereröffnung. Der Zeitpunkt sei abhängig vom Abschluss der Sanierungsarbeiten und der Umsetzung der Nachfolgenutzung in der Burganlage, so Dieter Knauer. Hinsichtlich der künftigen Nutzung ist derzeit noch nichts entschieden. "Das von einem Interessenten für die Nachfolgenutzung der Burg im Rahmen eines Beherbergungsbetriebs vorgelegte Konzept muss noch einer baufachlichen Begutachtung unterzogen werden", so Knauer. Weitere Festlegungen seien erst danach möglich.

Um flexibel zu sein für jedwede Nachfolgenutzung geht es bei den laufenden Arbeiten vorrangig um die Bestandssicherung und statische Ertüchtigung. Die maroden Burgmauern und ein Teil der Gebäude werden so renoviert, dass sie wieder genützt werden können. "Man kann sich das wie einen erweiterten Rohbau vorstellen", erklärte Gabriele Gunzelmann, die für den Hochbau zuständige Bereichsleiterin am zuständigen Bauamt Erlangen-Nürnberg. Ein Innenausbau könne erst gemacht werden, wenn eine Nutzung entschieden ist und ein Raumprogramm vorliegt. Kabelleerrohre werden gleich mit eingebaut, damit später nicht nochmals aufgegraben werden muss.

Entwässerung des gesamten Geländes

Im Moment läuft die Dachsanierung des Herrenhauses, in dem früher die Burggaststätte untergebracht war. Im Dachgeschoss war in den 60er Jahren geplant, Fremdenzimmer einzubauen. Vorhandene Nasszellen wurden ebenso rückgebaut wie die Dachgauben. Der Wohnturm im nordöstlichen Bereich hat Feuchteschäden im Dach- und Fachwerkbereich. Die Renovierung ist ebenfalls angelaufen. Das älteste Gebäude der Burg ist das Verwalterhaus. Die Wände stehen teils auf Gewölben und müssen statisch gesichert werden.

Eine ganz wichtige Maßnahme ist die Entwässerung des gesamten Geländes. Bislang konnte das Oberflächenwasser nicht abfließen. Jetzt werden Rohre verlegt und in der Vorburg ein Regenrückhaltebecken gebaut, das auch als Löschwasserbehälter dient. Dieses fasst rund 200 Kubikmeter. Ist es voll, wird das überschüssige Wasser im freien Fall über den Burgberg in die Pegnitz entwässert. Damit es nicht zu schnell in den Fluss "schießt", müssen Bremsmechanismen eingebaut werden, erklärte Johannes Kick vom Bauamt.

Das Gelände der Neuhauser Burg ist von einer Mauer umgeben, die derzeit saniert wird. An vielen Stellen ist das Mauerwerk eingerüstet. Der früher genutzte Zementmörtel ist schadhaft geworden. Jetzt wird ein für Natursteinmauern besser geeigneter Trasskalkmörtel verwendet, so der Fachmann. An manchen Stellen muss der Mörtel in die Mauer injiziert werden. Aus Sicherheitsgründen müsste die Mauer zwischen oberem und unterem Burghof eigentlich höher sein. Im Verlauf der aktuellen Maßnahme wird nur der Bestand saniert. Je nach Nutzung, wird eventuell später ein zusätzliches Geländer installiert.

Das zuständige Bauamt hat die gesamten Sanierungsmaßnahmen in mehreren "kleinen Paketen" ausgeschrieben. Da viele Baufirmen mit Aufträgen eingedeckt sind, war es auf diese Art leichter, Handwerker zu bekommen.

Bürgermeister Josef Springer überzeugte sich beim Baustellen-Rundgang vom Fortschritt der Arbeiten. Burg Veldenstein ist das bekannteste Wahrzeichen der Gemeinde. Obwohl der Freistaat die Sanierung bezahlt, und das Staatliche Bauamt die Arbeiten überwacht, gibt es auch "Schnittstellen", etwa wenn ein Baumateriallager auf Gemeindegrund benötigt wird, so Springer. Er sei sehr zuversichtlich, dass sich eine gute Nutzung für das Gelände ergeben wird. Auch Gabriele Gunzelmann teilt diese Ansicht. Der Freistaat nehme viel Geld in die Hand, damit die Anlage wieder genutzt werden kann. "Der erste Schritt ist aber die Substanzsicherung."

Diese soll voraussichtlich bis Mitte 2021 dauern. Aus Gründen der Baulogistik können nicht alle Gewerke zeitgleich erledigt werden. Das müsse bei der Planung berücksichtigt werden, so Johannes Kick. 

BRIGITTE GRÜNER

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