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Dienstag, 15.10.2019

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Bürgermeister Raab ruft Wassernotstand für Leups aus

Trinkwasserversorgung und Brandschutz sind nicht mehr gewährleistet - 25.07.2019 22:03 Uhr

Im Jahre 1952 zerstörte ein Großbrand halb Leups. Derzeit ist der Brandschutz für das Dorf nicht mehr gewährleistet. Deshalb wird eine Notleitung errichtet. © Foto: NN-Archiv


Raab: "Eine hochdramatische Lage." Um die Situation zu verdeutlichen, teilte er Zahlen mit. Früher habe die Quellschüttung zwei bis drei Liter pro Sekunde betragen; jetzt sei es gerade mal ein halber Liter. Der Spitzenwert der Schüttung lag im vergangenen Jahr bei 1,42 Liter pro Sekunde (April). In diesem Jahr betrug der Spitzenwert nur 1,0 Liter pro Sekunde (März). Der Bürgermeister zieht daraus den Schluss: "Die Lösch- und Trinkwasserversorgung ist massiv gefährdet."

Zwar sei nach einem Appell der Juragruppe, Wasser zu sparen, der Verbrauch um 25 Prozent gesunken – gemessen wurde am 3. Juli –, aber aufgrund der Hitzewelle sei er wieder angestiegen. Deshalb werden weitere Appelle folgen, kündigte Raab an. Er informierte, dass es am 4. Juli einen Krisengipfel gegeben habe. Die Spitze der Kreisfeuerwehr, Feuerwehr-Kommandanten, Vertreter der Stadt und der Juraguppe haben an dem Gespräch teilgenommen und das weitere Vorgehen besprochen. "Wir wussten, wo der Hammer hängt."

Die Krise bei der Trinkwasserversorgung und beim Brandschutz in Leups erfordere ein konsequentes Handeln und ein Sicherheitskonzept, so die Meinung der Fachleute. Und was kam bei der Beratung heraus? "Wir müssen eine Notleitung bauen für Lösch- und Trinkwasser", so Raab. Zwei Alternativen habe es gegeben: Entweder von Bodendorf oder von Kaltenthal nach Leups.

Schacht ist noch nicht fertig

Bodendorf wäre wesentlich weiter weg gewesen, aber man hätte vom Schacht an der Unterführung das Wasser den Hang hinablaufen lassen können, sagt FWG-Stadtrat und Juragruppe-Werkleiter Hans Hümmer auf Nachfrage der Nordbayerischen Nachrichten. Doch der Schacht sei noch nicht fertig. "Und ich kann keine fünf Wochen mehr warten." Zu brisant stelle sich die aktuelle Lage dar.

Laut Hümmer soll Mitte nächster Woche damit begonnen werden, die Leitung zu legen. "Wir wollen so schnell wie möglich starten." Er geht davon aus, dass es ein bis zwei Wochen dauert, bis Leups auf einer Länge von 750 Metern mit Kaltenthal verbunden ist – und zwar mit Trinkwasserschläuchen. Die Schläuche werden oberirdisch verlegt; nur bei Straßen müssen sie in den Boden. Von Kaltenthal aus wird das Wasser per Druckerhöhung nach Leups gepumpt.

Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf 50 000 Euro. Stadt und Juragruppe teilen sich die Kosten; jeder übernimmt die Hälfte.

Geändert werden musste schon im letzten Jahr aufgrund der veränderten Sicherheitslage der Alarmierungsplan der Feuerwehr. Wie Raab sagte, werden mehr wasserführende Fahrzeuge und zusätzliches Schlauchmaterial bereitgestellt; außerdem gebe es Übungen zur Wasserentnahme aus der Fichtenohe.

"Ich sage in aller Deutlichkeit: Ich werde die Sicherheit der Ortschaft Leups nicht auf‘s Spiel setzen. Ich habe größte Sorge, durch nicht ausreichendes Handeln eine effektive Brandbekämpfung zu gefährden oder aber Mensch und Tier nicht mit hinreichend Trinkwasser. Bei einer zunehmend versiegenden Quelle gibt es keinen Verhandlungsspielraum, keinen Aufschub", betonte der Bürgermeister.

Hümmer erklärte im Stadtrat, man müsse die Leitung über das Quellhaus laufen lassen – wegen der Entkeimungsanlage. Sandra Huber (Grüne) sagte: "Wir haben eine Klimakrise – und zwar hier." Der Rückgang beim Quellwasser sei darauf zurückzuführen. Man dürfe nicht immer nur die Folgen eindämmen, meinte sie.

Hümmer fühlte sich auf den Schlips getreten und lud Huber spontan ein, sich bei der Juragruppe umzuschauen und zu informieren, was der Wasserzweckverband alles schon zum Schutz der Natur unternommen habe.

Raab erinnerte an den Großbrand im Mai 1952, bei dem halb Leups "gnadenlos abbrannte". "Das ist mir Warnung und Mahnung genug."

HANS-JOCHEN SCHAUER

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