Donnerstag, 27.02.2020

|

Bürgermeisterkandidaten einig: Bad gehört zu Königstein

Trotz eines gewissen Defizits müssten den Bürgern solche Einrichtungen zur Verfügung stehen - 10.02.2020 12:55 Uhr

Beide Kandidaten sind sich einig: Es gibt kein Bad in dieser Größenordnung, das nicht ein Minusgeschäft ist. Für Bernhard Köller wäre es wert, auch über den Ausbau des Campingplatzes nachzudenken.


Klaus Hafner, CSU

Klaus Hafner: Ein neues Baugebiet hat Vorrang. © Foto: privat


Klaus Hafner, Handwerksmeister für Anlagentechnik, tritt für die CSU an. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seit 2008 gehört Hafner dem Marktrat an, seit 2008 ist er auch kommunaler Energiebeauftragter des Marktes Königstein. Seit sechs Jahren ist Hafner Zweiter Bürgermeister und seit 2011 Mitglied des Aufsichtsrates der Marktwerke Königstein GmbH. Von 2013 bis 2019 war er Vorsitzender des CSU Ortsverbandes Königstein-Hirschbach und von 2015 bis 2017 stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender von Amberg-Sulzbach.

Fünf Dinge: An erster Stelle steht für Hafner die Umsetzung des neuen Baugebietes in Königstein sowie die Dorfplatzsanierung in Kürmreuth mit allen Nebenarbeiten. Weiterhin müssten die in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen, wie die Sanierung der Stadlreihe und auch die Sanierung des Pfarrweges, gesehen werden. "Parallel sollten wir uns auch mit einem eventuellen Umzug des Kindergartens in das Grundschulgebäude sowie mit dem ab 2025 geltendem Recht auf Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder beschäftigen." Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige, auch später anlaufende Maßnahmen, schon jetzt vorbereitet werden müssten. An Arbeit werde es dem Marktrat und dem neuen Gremium sicherlich nicht mangeln, meint Hafner.

Naturbad: "Richtig, unser Naturbad ist defizitär, wie alle anderen Freibäder des Landkreises und darüber hinaus auch. Im Gegensatz dazu ist das Defizit jedoch vergleichsweise niedrig. Auch unser Kindergarten verursacht im Haushalt ein Defizit ähnlicher Größe, und auch das sind Ausgaben. Unsere Kinder und Bürger sind es wert, ihnen diese Einrichtungen vorzuhalten", schreibt Hafner. "Es stärkt unseren Standort und unsere Lebensqualität in der Marktgemeinde. Wir sollten aufhören, alles immer nur negativ zu sehen, derartige Diskussionen führen zu nichts. Natürlich müssen die Ausgaben weiterhin reduziert und die Einnahmenseite verbessert werden. Details zu meinen Plänen werde ich aber erst mit den Betroffenen besprechen."

Woran fehlt es: "Königstein geht es gut, aber es gibt natürlich immer etwas zu verbessern. Ich denke da zum Beispiel auch an unsere Senioren. Sie erwarten zu Recht eine ausreichende Mobilität und flexible Betreuungs- und Versorgungsangebote. Unser ,Marktplatz der Generationenʻ ist der richtige Weg in die richtige Richtung. Eine interkommunale Zusammenarbeit, gerade in Bezug auf die Betreuung und Versorgung, wenn auch nur zeitweise, wäre ein Erfolg. Eine Kurzzeit- oder Tagespflege für Senioren sowie Fahrdienste aber auch die Teilhabe an kulturellen Angeboten werde man nur interkommunal erreichen können. Die ersten Gespräche und Überlegungen haben hier schon stattgefunden und müssen weitergeführt werden."

Marktfest: Das Marktfest sei ein "Hochfest" gewesen, das über Gemeinde-, Landkreis- und Bezirksgrenzen hinweg anerkannt und geschätzt gewesen sei. Als Tourismusort sei dieser Verlust laut Hafner schon ein herber Rückschlag. "Natürlich haben sich seit Beginn des Marktfestes die Zeiten verändert, auf diese veränderten Situationen muss man mit einem veränderten Konzept reagieren. Ich werde dieses ,Hochfest‘ auf jeden Fall noch nicht abhaken und gemeinsam mit dem Tourismusverein und den beteiligten Gastronomen an einer praktikablen Lösung arbeiten. Ideen hierzu habe ich bereits. Aber auch die Marktgemeinde müsse hier ihren Beitrag leisten, dessen müssen sich alle Verantwortlichen auch bewusst sein. Dieser ,Knoten‘ ist lösbar."

Wahlchancen: "Meine Entscheidung ist keine Spontan-Aktion oder aus der Not heraus entstanden, sie reifte vielmehr über Jahre. Letztes Jahr war klar, dass dieses mach- und schaffbar ist. Diesen Entschluss habe ich dann auch öffentlich im März 2019 bekanntgegeben. Mir war immer wichtig, den Bürgern offen, ehrlich und sachlich zu begegnen, ohne daraus eine Inszenierung machen zu müssen. Ich bin in allen wichtigen Themen eingearbeitet und vorbereitet. Ich bin motiviert und möchte, dass die Anliegen unserer Bürger in den Vordergrund gerückt und ihnen mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Ich weiß, wo ihnen der Schuh drückt. Es ist mein ehrliches Angebot an die Bürger und diese werden am 15. März darüber befinden."

Bernhard Köller, FW

Bernhard Köller: Eine Pflegeeinrichtung fehlt völlig. © Foto: privat


Bernhard Köller, 44 Jahre, tritt zum zweiten Mal für die Freien Wähler an. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder im Alter von 13 und 15 Jahren, ist Gerichtsvollzieher (OGV) beim Amtsgericht Hersbruck und Mitglied des Marktrats seit 2014.

Fünf Dinge: Viele Bauwillige warten bereits seit längerer Zeit auf die Fertigstellung des neuen Baugebietes, daher ist es für Köller dringend notwendig, dieses schnellstmöglich umzusetzen. Weiter stehe die Fortsetzung der Dorfsanierung in Kürmreuth an. "Dies möchte ich unter Einbindung der Bürger zügig vorantreiben. Die Trinkwasseranlage und Klärwerke müssen technisch auf den neuesten Stand gebracht werden, da sie überaltert und daher sehr wartungs- und personalintensiv sind. Die Stromversorgung, sanitäre Anlagen und energetische Isolierung im Feuerwehrhaus sind zum Teil in desolatem Zustand. Alsbald muss über einen Neubau oder eine Generalsanierung entschieden werden", schreibt Köller.

Naturbad: "Der Illusion, ein Freibad kostendeckend zu betreiben, darf man sich nicht hingeben. Mir ist keine Badeanstalt, die vergleichbar ist mit der unseren, bekannt, die nicht defizitär betrieben wird. Die bisherigen Anstrengungen haben nichts bewirkt", resümiert Köller. "Die Geschäftsidee der durchgeführten Veranstaltungen war nicht schlecht, jedoch muss an der Durchführung einiges verändert werden, wie der Abgleich der Termine im Veranstaltungskalender der Gemeinde und der Umfang der Fixkosten." Weiter kann laut Köller über den Ausbau des Campingangebotes nachgedacht werden.

Woran fehlt es? "Der demographische Wandel geht auch an Königstein nicht vorbei. Eine Tagespflegeeinrichtung sowie ein Senioren- und Pflegeheim fehlen bei uns völlig. Vielleicht gelingt es uns, einen Träger für den Standort Königstein zu gewinnen. Ein Jugendtreff in angemessener Umgebung kann in der Stadelreihe umgesetzt werden. Die Forst- und Waldwegpflege wurde in den letzten Jahren nur spärlich betrieben. Dies zu ändern, wäre mir ein Anliegen."

Vereine leisten genug

Marktfest: "In der bisherigen Art und Weise wird es nicht mehr durchgeführt werden können", glaubt Köller. "Unbedingt notwendig ist es, dass die Gaststättenbetriebe zu 100 Prozent dahinterstehen. Einige sehen sich jedoch nicht mehr in der Lage, das Marktfest zu bewältigen. Den Planungen, dass dieses von den Vereinen durchgeführt wird, stehe ich skeptisch gegenüber. Sie leisten bei diversen Veranstaltungen wie Kirwa, Feuerwehrfest, Backofenfest, Adventsmarkt, um nur einige zu nennen, schon Großes. Deshalb möchte ich den Vereinen die Durchführung des Marktfestes nicht auch noch zumuten. Wenn sich an den Voraussetzungen etwas ändern sollte, wäre ich sehr erfreut und würde dies voll unterstützen und mitarbeiten."

Wahlchancen: Über einen möglichen Ausgang der Wahl möchte und kann ich nicht spekulieren. Die Entscheidung liegt letztendlich beim Bürger. Falls die Wahl auf mich fällt, gibt mir der Freistaat Bayern, bei dem ich als Beamter beschäftigt bin, die Möglichkeit einer teilweisen Freistellung. Der bisherige Amtsinhaber hat die Geschäfte in Vollzeit ehrenamtlich bewältigt. Dies ist mir aus dienstlichen Gründen nicht möglich. Das Hauptamt wurde vom Marktrat demokratisch abgelehnt. Infolge dessen muss überlegt werden, wenn nötig, die Verwaltung personell zu verstärken."

nn

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Königstein