Freitag, 28.02.2020

|

zum Thema

Bürgermeisterwahl 2020 in Pottenstein: Fünf Fragen an die Kandidaten

Stefan Frühbeißer, Bürgermeister seit 2002, erhält von zwei Kandidaten Konkurrenz - 05.02.2020 14:40 Uhr

Stefan Hümmer, CSU

Stefan Hümmer will mehr öffentliche Sitzungen. © Foto: privat


Für die CSU tritt Stefan Hümmer an. Er ist Elektrotechnikermeister, verheiratet und hat zwei Kinder. Hümmer ist ehrenamtlicher Richter, Hegegemeinschaftsleiter und Vorsitzender des Fördervereins der Graf Botho Schule.

1. Nennen Sie uns 5 Dinge, die Sie als nächstes anpacken und zügig vollenden wollen.

Die Sicherstellung der Infrastruktur, vor allem der Ausbau der Nahversorgung für alle Gemeindeteile, aber auch der ärztlichen Versorgung. Die Kontaktaufnahme mit möglichen Versorgern überörtlich und vor Ort. Im Stadtrat: Information und Transparenz für die Bürger durch Onlinestellen der öffentlichen Beschlüsse und Ergebnisse aus Sitzungen, mehr öffentliche Stadtratssitzungen und Bürgerversammlungen auch mal in den Gemeindeteilen. Erhöhung der Entscheidungsfreiheit der einzelnen Sachgebiete in der Verwaltung. Klärung der finanziellen Lage.

2. Der Breitbandausbau geht nur schleppend voran. Wie geht es weiter? Es gilt hinsichtlich der Verzögerung die Gründe beziehungsweise die Sachlage zu klären und mögliche Defizite abzustellen. Anschließend sei der Breitbandausbau abzuschließen und in einen gesicherten Betrieb überführen, vor allem in den einzelnen Ortschaften im Gemeindegebiet.

Bilderstrecke zum Thema

Über 20 Jahre im Amt: Diese Bürgermeister aus der Region haben es geschafft

Wer als Bürgermeister in Bayern gewählt wird, der kann sich fast unendlich oft wiederwählen lassen. Allerdings gibt es eine Altersgrenze: An dem Tag, an dem die Amtszeit beginnt, darf der Gewählte nicht älter als 67 Jahre sein. Da davor aber genug Zeit bleibt, gibt es in der Region einige Bürgermeister die sehr lange in ihrem Amt waren.


3. Nahversorgung in der Innenstadt. Was kann die Kommune konkret tun? Kontaktaufnahme mit möglichen Versorgern überörtlich und vor Ort. Hier ist ja das Angebot weggefallen, aber nicht die Nachfrage. Gegebenenfalls Vergrößerung des Sortiments der vorhanden Nahversorgung und Einsatz eines Bürgerbusses oder das Angebot von Einkaufsdiensten in möglicher Zusammenarbeit mit dem Elisabethverein.

4. Es fehlt an Wohnraum — haben Sie eine Lösung? Für Hümmer gibt es hier keine großen Defizite, in Anbetracht der Abschwächung sozialer Strukturen sollte über sozialen Wohnungsbau nachgedacht und die Unterstützung durch Programme des Freistaats im sozialen Wohnungsbau geprüft werden.

5. Drei Bewerber für das Bürgermeisteramt in Pottenstein. Wie sehen Sie Ihre Chancen, Bürgermeister zu werden? Nach sechs Jahren Stadtratsarbeit und Kenntnissen aus der bisherigen Tätigkeit wie Haushalts- und Budgetplanung, Mitarbeiterführung sowie durch die breite Unterstützung seiner Kandidatenliste und großem Zuspruch aus der Bevölkerung sieht Hümmer Chancen, ein gutes Wahlergebnis erreichen zu können.


So funktioniert die Kommunalwahl 2020 in Bayern


Stefan Frühbeißer: Es wird intensiv gebaut. © Foto: privat


Stefan Frühbeißer, CWU-UWV, FWG

Stefan Frühbeißer tritt zum vierten Mal an, er ist Bürgermeisterkandidat von CWU-UWV und FWG. Der Erste Bürgermeister ist Verwaltungsfachwirt und 50 Jahre alt. Die Liste seiner politischen Ämter ist lang: Erster Bürgermeister (seit Mai 2002), weiterer stellvertretender Bezirkstagspräsident (seit November 2018), Bezirksrat (seit November 2013), weiterer Stellvertreter des Landrats (seit 2014), Kreisrat (seit 2008), Vorsitzender des Kreisverbandes Bayreuth und zweiter Vorsitzender des Bezirksverbandes Oberfranken des Bayerischen Gemeindetages (seit 2014), Mitglied des Landesausschusses des Bayerischen Gemeindetages (seit 2014).

Außerdem ist Frühbeißer Vorstandsmitglied des Verbandes für Ländliche Entwicklung Oberfranken und Vorstandsmitglied des Landesverbandes Ländliche Entwicklung Bayern, Mitglied des Fachausschusses der Schule der Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim, Vorsitzender des Zweckverbandes Teufelshöhle (seit 2002), Vorstandsmitglied des Gebietsausschusses Fränkische Schweiz, Schatzmeister im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura und Beauftragter der Oberfrankenstiftung für die Schullandheime.

1. Nennen Sie uns 5 Dinge, die Sie als nächstes anpacken und zügig vollenden wollen. Wesentliche Aufgabe der nächsten Monate ist für ihn die Abwicklung des Glasfaserausbaus im gesamten Gemeindegebiet, die Umsetzung der vorbereiteten Projekte der Ländlichen Entwicklung wie die Dorferneuerung Hohenmirsberg, die Dorferneuerung und Flurbereinigung Püttlach und die Umsetzung des Konzeptes "Kernwegenetz". Weiter nennt er die Innenentwicklung des Hauptortes durch die geplanten Maßnahmen im Wege der Städtebauförderung, die Umsetzung des Konzeptes "Kulturpark Oberes Püttlachtal" zur Stärkung der Innenentwicklung und die Ansiedlung eines Hotels, gegebenenfalls mit Schwerpunkt Gesundheit in Verbindung mit dem Therapieangebot in der Teufelshöhle.

2. Der Breitbandausbau geht nur schleppend voran. Wie geht es weiter? Beim Glasfaserausbau konnte die Firma die zeitlichen Vorgaben der Stadt nicht einhalten, weshalb entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel der Einsatz eines zusätzlichen Unternehmens als Subunternehmer erfolgt sind und die Effizienz einzelner Arbeitstrupps deutlich erhöht wurde. Die allgemeine Auslastung der Tiefbaufirmen und der erhebliche Fachkräftemangel spiegelt sich auch hier wieder. Trotz alledem ist das Pottensteiner Projekt laut Fördergeber des Bundes unter den Projekten, die Bundes- und Landesförderung kombinieren, in führender Stellung, was den Baufortschritt betrifft. Erste Anschlussnehmer sind bereits freigeschaltet und surfen highspeed im Internet.

Im gesamten Gemeindegebiet wird intensiv gebaut, weshalb meines Erachtens derzeit nicht von einem schleppenden Fortschritt der Maßnahme gesprochen werden kann!

3. Nahversorgung in der Innenstadt. Was kann die Kommune konkret tun? Die allgemeine Entwicklung im Einzelhandel verlangt größere Verkaufsflächen; ein Verbleib in privat vermieteten Flächen steht außer Einflussmöglichkeit der Stadt, insbesondere wenn auch die Miethöhe eine entscheidende Rolle spielt. Interessenten wurden dem Vermieter unsererseits vermittelt. Seitens der Stadt Pottenstein werden Konzepte geprüft, wonach in kleineren Verkaufsflächen entsprechendes Angebot wirtschaftlich tragfähig sein könnte; hierzu hatte die Stadt unter anderem ihr Einzelhandelskonzept unter Einschaltung von bundesweit anerkannten Fachleuten fortgeschrieben. Daraus entwickelte Alternativstandorte in Tallage werden konkret mit Interessenten besprochen, allerdings konnte bisher dafür ein unverzichtbar notwendiger Grunderwerb wegen fehlender Bereitschaft von Eigentümern noch nicht umgesetzt werden. Daneben ist die Rentabilität eines Marktes nun mal Grundvoraussetzung für jeden Betreiber.

4. Es fehlt an Wohnraum — haben Sie eine Lösung? Einen akuten dauerhaften Wohnraumengpass gibt es in Pottenstein definitiv nicht. Allerdings ist derzeit die Situation hinsichtlich verfügbarer Wohnungen sehr eingeschränkt, da bedingt durch den Glasfaserausbau eine Vielzahl von Mitarbeitern befristet in den unterschiedlichsten Unterkünften und Wohnungen eingemietet sind. Die allgemeine Entwicklung wurde im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes analysiert und wird über das Leerstandsmanagement gewürdigt. Sofern Handlungsbedarf besteht, kann mit staatlicher Förderung sowohl durch private Initiative wie auch durch die Schaffung öffentlichen Wohnraumes, zum Beispiel im ehemaligen Schulgebäude Kirchenbirkig, auf künftige Entwicklungen reagiert werden.

5. Drei Bewerber für das Bürgermeisteramt in Pottenstein. Wie sehen Sie Ihre Chancen, Bürgermeister zu werden? Ich bin Realist und beteilige mich daher nicht an Spekulationen. Für mich persönlich sind die Chancen und Risiken, wie sich unsere Gemeinde Pottenstein und die laufenden Projekte weiter entwickeln werden, eher von grundlegender Bedeutung.

Christian Weber: Netzausbau Jahre zu spät. © Foto: privat


Christian Weber, JL

Für die Junge Liste tritt Christian Weber an. Er ist zurzeit als Abgeordnetenreferent und Büroleiter tätig; er ist Polizeibeamter und Verwaltungsfachwirt-Polizei. Weber ist Vorsitzender der Jungen Liste (JL) Pottenstein (seit 1. Januar 2020), Bezirksvorsitzender der Jungen Liberalen (Julis) Oberfranken (seit März 2019), Mitglied im Bezirksvorstand FDP Oberfranken (seit 2018) und Stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Bayreuth-Land (seit Dezember 2019).

1. Nennen Sie uns 5 Dinge, die Sie als nächstes anpacken und zügig vollenden wollen. Im ersten Jahr möchte Weber sich mit allen ehrenamtlichen Gruppierungen treffen, um dann im Stadtrat um die besten Lösungen für alle zu ringen. Er will die Menschen in Entscheidungen mehr einbeziehen und für Kommunalpolitik begeistern. Dazu werden Bürgerversammlungen abgehalten. Nahversorgung und Leerstandmanagement werden zur Chefsache gemacht, es gelte Gestaltungsspielräume zu nutzen statt Mängel zu verwalten.

 

2. Der Breitbandausbau geht nur schleppend voran. Wie geht es weiter?​ Die Netzabdeckung ist mangelhaft. Der Breitbandausbau erfolgt laut Weber Jahre zu spät. Dabei sei eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wir müssen den mittlerweile zumindest begonnenen Breitbandausbau zu einem erfolgreichen Abschluss führen. Experimente oder Neukonzeptionen würden nur noch Zeit kosten, die er lieber in das Entwerfen von Chancen und Möglichkeiten des schnellen Internets investieren möchte. Als neue Generation etablieren wir das digitale Rathaus und sorgen für mobiles Internet auch in entlegenen Ortsteilen, so Weber.

3. Nahversorgung in der Innenstadt. Was kann die Kommune konkret tun?​ Die Nahversorgung wurde schmerzlich vernachlässigt und das wirkt sich auch auf die Lebensqualität in den Ortsteilen aus. Es gilt mit den Gewerbetreibenden an einem Konzept für die Revitalisierung der Innenstadt zu arbeiten. Dazu gehört für Weber eine bessere Vernetzung der Stadt mit seinem Gewerbegebiet und den Ortsteilen, aber auch die medizinische Versorgung sowie Einkaufsmöglichkeiten und ein ganzjährig lebendiges Kulturangebot im Stadtkern.

4. Es fehlt an Wohnraum — haben Sie eine Lösung? Wohnraum ist in allen Ortsteilen gleichberechtigt vorzuhalten, aber auch Interessenten und Anbieter von leerstehenden Bestandsimmobilien müsse man zusammenbringen. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden müsse unbürokratisch durch die Verwaltung begleitet werden. Das Rathaus soll hier Möglichmacher und Chancengeber sein. Wenn wir uns mehr um die Wünsche der Menschen und weniger um die Farbe ihrer Dachziegel kümmern, können wir nur gewinnen.

5. Drei Bewerber für das Bürgermeisteramt in Pottenstein. Wie sehen Sie Ihre Chancen, Bürgermeister zu werden? Christian Weber sieht in frischem Wind und neuen Ideen im Bürgermeisteramt Chancen auf einen Wechsel im Rathaus. Das Amt des Ersten Bürgermeisters nehme dabei eine Schlüsselrolle ein. Er glaubt, dass die Menschen in Pottenstein die Veränderung und einen Neustart für ihre Heimat wollen.

Seit 2002 ist der gelernte Verwaltungsfachwirt Stefan Frühbeißer Bürgermeister in Pottenstein. Vor sechs Jahren trat Birgit Haberberger von der CSU gegen den FWG-Amtsinhaber an, der bei der Wahl am 15. März auch von den Gruppierungen CWU und UWV unterstützt wird.

Gegen Haberberger holte Frühbeißer 76,16 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von knapp 67 Prozent.

nn gr lid

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pottenstein