Campus-Lösung für Pegnitz im Blick

14.7.2017, 18:00 Uhr
Es gibt einiges zu tun, ehe Pegnitz zum Hochschul-Standort werden kann: Die Fassade des vor rund zehn Jahren errichteten Anbaus – damals war die Akademie noch eine Justizschule – ist in keinem guten Zustand.

Es gibt einiges zu tun, ehe Pegnitz zum Hochschul-Standort werden kann: Die Fassade des vor rund zehn Jahren errichteten Anbaus – damals war die Akademie noch eine Justizschule – ist in keinem guten Zustand. © Stefan Brand

"Das Ministerium bevorzugt eine Campus-Lösung", sagt Akademieleiter Robert Hippler. Also alles auf einem Gelände, Akademie und Hochschule. Doch das ist gar nicht so einfach. Weil erst untersucht werden muss, ob genügend Platz vorhanden ist — kommen doch mit dem Umzug rund 300 Schüler nach Pegnitz.

Auch architektonisch müsse das alles stimmig sein, "das muss zueinander passen". Was die Lage nicht vereinfacht: Für das Projekt sind zwei Ministerien zuständig. Das Finanzministerium für die Fachhochschule, das Justizministerium für die Akademie. "Auch die soll ja noch mal erweitert werden", so Hippler. Es existiere eine "schlank strukturierte" Arbeitsgruppe mit Vertretern beider Ministerien. Noch sei man in der Findungsphase.

Das bestätigt auch Horst Wolf, Pressesprecher des Finanzministeriums in München: "Zurzeit läuft die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, ob diese auf dem Areal oder woanders angesiedelt sein werden, steht noch nicht fest." Natürlich solle der Prozess "möglichst schnell laufen", aber erst müsse eben geklärt werden, "wo sich was realisieren lässt".

Davon hänge auch ab, ob neu gebaut oder eine bestehende Immobilie saniert und umgebaut werden muss. Zuständig dafür sei das Gebäudemanagement des Freistaats. Und das müsse sorgfältig abwägen, welche Lösung die sinnvollste sei. Letztlich liege die Entscheidung nicht bei einem Ministerium, sondern beim Landtag – "er ist der Souverän, er muss die Mittel freigeben". Auch wenn diese Spanne nicht komplett ausgenutzt werden soll: "Vorgabe ist es, die angedachten Behördenverlagerungen in Bayern bis 2025 abzuschließen". So lange werde es aber im Fall Pegnitz sicher nicht dauern.

Söder: "Kräftige Stärkung"

Positiv sieht auch Finanzminister Markus Söder das Vorhaben: Die Verlegung des Fachbereichs Rechtspflege nach Pegnitz "ist eine kräftige Stärkung für die gesamte Region", so Söder auf Anfrage. Würden doch auch 28 feste Arbeitsplätze für diesen Raum geschaffen. Und es bleibe dabei: "Im Rahmen unserer Behördenverlagerung wird es keine Zwangsversetzungen geben." Robert Hippler wird das Ergebnis dieser Planungsphase als Privatmann erleben: Der 67-Jährige geht Ende August in den Ruhestand. Mit baulichen Aktivitäten hat er aber zurzeit trotzdem noch zu tun. Denn die Fassade des vor rund zehn Jahren errichteten Anbaus – damals war die Akademie noch eine Justizschule – ist in keinem guten Zustand. Da wurde wohl gepfuscht bei dem Versuch, den Außenwänden von Alt- und Neubau ein identisches Aussehen zu verpassen.

Gelitten hat vor allem die Dämmung, "die ist völlig durchnässt". Die Sanierung ist kein Pappenstiel: "Das kostet alles in allem um die 800 000 Euro", sagt Hippler. Auch er hofft übrigens, dass das Domizil für die Studenten der Rechtspflege auf "seinem" Gelände errichtet wird. Denn ausreichend Platz wäre aus seiner Sicht schon vorhanden.

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