Sonntag, 08.12.2019

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Car-Sharing kommt nach Pegnitz

Ab dem nächsten Jahr soll es in der Stadt Carsharing mit einem Neunsitzer geben. - 30.11.2019 14:55 Uhr

Die Vorbereitungen für einen Transporter, den Pegnitzer wie Auswärtige mieten können, sind bereits angelaufen. Es soll ein Opel werden, nicht wie im Beispielbild ein Ford, der bereits durch Hessdorf und Umgebung fährt. © Archivfoto: Klaus-Dieter Schreiter


"Gerade für größere Gruppen wie Senioren, Vereine oder bei Kindergeburtstagen bietet das Auto eine gute Möglichkeit", sagt Bürgermeister Uwe Raab (SPD) im Gespräch. Auch wenn jemand mal größere Möbelstücke zum Transportieren hat, könnte das Auto genutzt werden. Die hinteren beiden Sitzreihen können bei Bedarf ausgebaut werden. Als Ausstattung erhält das Gefährt unter anderem ein Navigationsgerät, eine Einstiegshilfe, eine Freisprechanlage, ein Radio und eine Klimaanlage.

Ursprünglich war für das Projekt ein Renault Master angedacht, aber weil die Lieferzeiten recht lange sind, soll es nun ein baugleicher Opel Movano werden. Wenn genug Spenden gesammelt werden, soll der "saubere Diesel" schon ab Februar durch Pegnitz und die Umgebung fahren und das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) samt Pegomobil ergänzen.

Start ab dem Bahnhof

Bislang sehen es die Verantwortlichen noch nicht als möglich an, ein E-Auto zum Teilen anzuschaffen. "Die geringe Reichweite ist ein Problem, zu der die noch fehlende Ladeinfrastruktur kommt", so Raab. Denn der Neunsitzer soll fest am Bahnhof geparkt werden, wo er gesehen wird und von wo aus Besucher in die Umgebung starten können. Die erste Ladestation in der Stadt soll aber im Frühjahr am Alten Rathaus entstehen. In einem zweiten Schritt soll nach Möglichkeit ein E-Auto, möglicherweise auch kleiner, angeschafft werden. "Wir gehen jetzt mit dieser Philosophie an den Start und wollen später mit dem Erfolg im Rücken unser Angebot erweitern", so der Rathauschef. Er ist davon überzeugt, dass der Bürgerbus in Pegnitz angenommen wird, sagt er begeistert. Es werde zwar eine Anlaufzeit brauchen, bis er sich etabliert, aber in ähnlich großen Städten wie Wassertrüdingen und Selb sei es bereits ein Erfolgsmodell. Raab wisse aus vielen Gesprächen mit Bürgern, dass der Bedarf in der Stadt besteht und dass auch die Bereitschaft besteht, das Angebot eines öffentlichen Angebots zu nutzen. Vor gut einem halben Jahr sei die Idee in einem Gespräch mit der beteiligten Firma aufgekommen, den Transporter anzuschaffen. Mit der Zeit sei die Idee gereift und "jetzt ist es an der Zeit", diese umzusetzen, sagt Raab.

B-Führerschein oder alter "Dreier"

Die Buchung für den Neunsitzer soll über eine Anwendung auf dem Smartphone funktionieren. Bei der Rathaus-Info soll dann eine Legitimierungsstelle eingerichtet werden, bei der die Führerscheine der Fahrer überprüft werden. Gefahren werden kann das Auto von allen, die mindestens B-Führerschein oder den alten "Dreier" besitzen.

Das Auto sei ein Einstieg in weitere Car-Sharing-Modelle, denn "der Individualverkehr bringt uns an die Grenzen von Umweltbelastung, Parken und Raum". Es werde immer moderner, statt ein eigenes Auto zu besitzen, eins bei Bedarf zu mieten. Hintergrund für die Entwicklung der Idee sei, dass Nutzer mit größeren Gruppen besser ein großes Auto nutzen als zwei kleine.

Die Firma Mikar, mit der die Stadt bereits zusammengearbeitet hat, als es um einen E-Kastenwagen für den Bauhof ging, kümmert sich um die Finanzierung des Fahrzeugs. Dafür verkauft sie Werbeflächen auf dem Auto, das laut Listenpreis zwischen 34 000 und 42 000 Euro kostet. Wie hoch die Kosten dafür tatsächlich sind, möchte die Firma, die offizieller Halter sein wird, trotz Nachfrage nicht mitteilen. Die laufenden Kosten wie Steuer und Versicherung sollen sich durch die Miete decken, so Raab weiter.

KERSTIN GOETZKE

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