Donnerstag, 19.09.2019

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Caritas an der Seite der Armen und Schwachen

Helfen aus Nächstenliebe: Kreisverband Bayreuth wurde vor 40 Jahren gegründet. - 24.08.2019 14:58 Uhr

Es hat sich kaum etwas verändert in den 40 Jahren seit Gründung des Caritas-Kreisverbandes, sagen der Geschäftsführer Hans Mahler und Bozena Schiepert, die 2018 die Leitung übernahm. © Foto: Gunter Becker


Er nennt sich selbst den Vater des Caritas-Kreisverbandes: Hans Mahler begann am 1. April 1967 seine Tätigkeit als Leiter der Kreis-Caritasstelle in einem Gebäude am Harmoniehof. Die Hauptaufgabe des Einzelkämpfers: Soziale Beratung hilfsbedürftiger Menschen. Seine Vorgesetzten saßen in Bamberg, von dort kamen die Vorgaben. 1970 wurde die erste Familienpflegestation gegründet mit bis zu vier Mitarbeiterinnen. Im selben Jahr entstand die allgemeine Soziale Beratung für Stadt und Land.

Der Arbeitsumfang der Caritasstelle Bayreuth nahm in den Folgejahren zu. Doch erst die Gründung der ersten Sozialstation führte zu einer Änderung der Organisationsform: Aus der Einrichtung wurde der Kreisverband der Caritas für Bayreuth Stadt und Land. Offizieller Start war der 6. November 1979, erste Vorsitzende Renate Hartmann. Der heute knapp 84-jährige Mahler fungierte bis zum Ausscheiden 1998 als Geschäftsführer.

1980 übernimmt der Kreisverband die Betreuung von 40 vietnamesischen Bootsflüchtlingen. Ein Jahr später folgt eine Flüchtlingswelle aus dem Libanon. Wieder ein Jahr später gründet der Kreisverband eine Beratungsstelle für ausländische Mitbürger. Im Juni 1986 nimmt das Frauenhaus seine Arbeit auf. Heute beschäftigt der Kreisverband der Caritas 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von 200 Ehrenamtlichen unterstützt werden. Das Jahresbudget beträgt rund sieben Millionen Euro, sagt Bozena Schiepert, die vor einem Jahr die Geschäftsführung von Hermann Hinterstößer übernahm.

An den Aufgaben hat sich in den 40 Jahren nichts geändert. In erster Linie, sagt die 54-Jährige, übernehme der Wohlfahrtsverband Caritas Aufgaben, die eigentlich Sache des Staates seien, er aber nicht leisten kann oder will. Stattdessen bezuschusse er die Leistungen, was den Verband aber immer wieder vor Probleme stellt. "Der Staat bezuschusst die vielfältigen Leistungen mit 80 Prozent. Nach einer eingehenden Überprüfung fließen weitere zehn Prozent, so dass letztendlich zehn Prozent der Kosten bei der Caritas verbleiben", sagt Schiepert. Kosten, die durch Kirchensteuergelder und Spenden gedeckt werden müssen. Keine leichte Aufgabe in Zeiten vieler Kirchenaustritte.

Tagespflege in Betzenstein

Getreu dem Motto der Caritas "Not sehen und helfen", stehen auch neue Projekte auf der Agenda. Dazu gehöre das Projekt "Second Stage", sagt Schiepert. In Zusammenarbeit mit der Stadt und finanziert vom Sozialministerium, sollen für Frauen, die im Frauenhaus Zuflucht gesucht haben, Wohnungen gefunden werden. Zweites Projekt: Ab 1. Dezember bietet die Caritas in Betzenstein eine Tagespflege an. Ein Angebot, das in Zukunft noch auf weitere Kommunen erweitert werden soll.

Ändern würde Schiepert gern die Arbeitsbedingungen in der Pflege. Vorstellen könne sie sich eine 30-Stunden-Woche ohne finanzielle Einbußen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schonen.

Die Aufgaben werden dem Kreisverband auch in Zukunft nicht ausgehen. Denn, sind sich Schiepert und Mahler einig: "In 40 Jahren hat sich nicht viel geändert. Auch heute gibt es noch immer viel Not in dieser Gesellschaft." 

GUNTER BECKER

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