Charmantes „Bonjour!“

6.12.2011, 17:48 Uhr
Claire Stievenard erzählt auch, dass sie eigentlich den Dialekt Ch’ti spricht, der zur nordfranzösischen picardischen Sprache gehört. Aber für „FranceMobil“ setzt sie nur das Hochfranzösische ein — mit viel Tempo und Freude.

Claire Stievenard erzählt auch, dass sie eigentlich den Dialekt Ch’ti spricht, der zur nordfranzösischen picardischen Sprache gehört. Aber für „FranceMobil“ setzt sie nur das Hochfranzösische ein — mit viel Tempo und Freude. © Irene Lenk

Sie ist für elf Monate als moderner Troubadour engagiert, um an Schulen in ganz Nordbayern fürs Französische zu werben. Jetzt stoppt sie für einen Tag am Gymnasium. Dort soll sie die Zehntklässler dazu bringen, im nächsten Jahr Französisch als Fremdsprache zu wählen — und die Siebtklässler, sich für den neusprachlichen Zweig zu entscheiden.

Claire Stievenard kommt frisch von der Uni. Dort hat sie französische Literatur und Germanistik studiert. Später will sie Lehrerin werden, aber jetzt bekam sie erstmal den Job bei „FranceMobil“.

„FranceMobil“ ist das Gegenstück zu „DeutschMobil“, ein Jahr später gegründet. Denn „DeutschMobil“ kurvt schon seit 2001 mit einem kleinen Mercedes durch Frankreich, um Schüler für die deutsche Sprache zu begeistern. Bei Claire Stievenard ist es ein Renault, der sie vom Erlanger Deutsch-französischen Institut aus bis in die Oberpfalz bringt. Hinter ihrer Aktion stehen die französische Botschaft, die Robert-Bosch-Stiftung, die Berliner deutsch-französische Zusammenarbeit, das Pariser Bildungsministerium, der Klettverlag, Arte und TV5.

Beide „Mobil“-Touren bekamen, kaum geboren, schon 2004 den Adenauer-de Gaulle-Preis.

Claire Stievenard macht es richtig Spaß, die Schüler mit klarst gesprochenem Französisch zu packen. Sie legt los wie die Feuerwehr: „Ich komme aus Lille, in Frankreich ganz oben, aus dem Land des Films ,Willkommen bei den Sch’tis‘. Wer von euch hat den Film gesehen?“ Fünf melden sich.

„Und wer war schon in Frankreich in Urlaub?“ Fast die ganze Klasse hebt die Hand, wegen des Schüleraustauschs mit Pringy. Ein Junge war aber auch privat da. „Et pourquoi tu etais à Lyon?“ Warum warst du in Lyon? So geht es immer weiter, ergänzt durch Spiele und Lieder, Fragen und Antworten: „Oui, c’est juste!“, strahlt Claire Stievenard.

Keine Kommentare