Donnerstag, 01.10.2020

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Christ Spedition baut doch nicht im Auerbacher Gewerbegebiet

Wegen Corona baut die Christ Spedition doch nicht im Gewerbegebiet. Der Stadtrat hat den Kaufvertrag rückabgewickelt. - 11.09.2020 08:55 Uhr

Ein Betriebsgebäude mit über 4300 Quadratmetern Nutzfläche wollte die Spedition Christ im hinteren Bereich des Gewerbegebiets Saaß errichten. Die Firma möchte nun das Gelände wieder zurückgeben. Die Cherry GmbH wird daher wohl noch länger der einzige Betrieb im neuen Industriegebiet sein.

© Foto: Brigitte Grüner


In der jüngsten Sitzung erfuhren die Stadträte, dass das Unternehmen das bereits erworbene Baugrundstück im Gewerbegebiet Saaß wieder zurückgeben möchte. Im Mai vorigen Jahres hatten die Geschäftsführer Horst und Maximilian Baur die Neubaupläne im Gremium vorgestellt. Sitz der örtlichen Niederlassung ist aktuell am Pferracher Berg in Michelfeld. Dort platze die Mietimmobilie aus allen Nähten, erfuhr der Stadtrat damals. Daher entschloss sich die Firma mit einem gewohnten Jahresumsatz von drei Millionen Euro zu einem Neubau im Gewerbegebiet Saaß. Innerhalb von vier Jahren solle die Zahl der Mitarbeiter auf 65 bis 70 aufgestockt werden, war die optimistische Prognose. Mit Kaufvertrag vom November 2019 veräußerte die Stadt daher guten Mutes eine Teilfläche über 17 200 Quadratmeter im Gewerbegebiet Saaß an die Christ Immobilien GmbH. Doch dann kam Corona.

Das Unternehmen Christ ist vor allem in den Bereichen Logistik und Messe tätig. Besonders im Messesektor ging seit dem Frühjahr bundesweit über Monate gar nichts mehr. Mit Schreiben vom 31. August 2020 beantragte das Unternehmen die Rückabwicklung des Kaufvertrages. Als Grund wurde angegeben, dass sich die Firma aufgrund der Corona-Pandemie mit den damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen außer Stande sehe, das Bauvorhaben zu realisieren und die Bauverpflichtung aus diesem Kaufvertrag zu erfüllen. Der Vertrag wird nun auf Kosten des Käufers rückabgewickelt. Dem stimmte der Stadtrat am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung notgedrungen zu.

Geplant hatte Christ eine 106 Meter lange und 40 Meter breite Lagerhalle, die rund 15 Meter hoch werden sollte. Vorgelagert hätte ein zweigeschossiges Bürogebäude mit etwa 350 Quadratmetern Nutzfläche gebaut werden sollen. Auch Parkplätze für die Mitarbeiter und Laderampen für die Lastwagen der Spedition waren vorgesehen. "Wir möchten zeitnah bauen", hatte Maximilian Baur im Mai 2019 im Stadtrat gesagt. Die angemietete Halle sei am Limit. Abhängig war der Baubeginn allerdings von der Fertigstellung der Erschließungsmaßnahme. Das Industriegebiet Saaß wurde bekanntlich im Oktober vorigen Jahres seiner Bestimmung übergeben. Der Baubeginn sollte im Spätherbst oder spätestens im Frühjahr sein.

Die Nordbayerischen Nachrichten hatten sich bereits Mitte der Woche schriftlich an die Christ-Geschäftsführer gewandt. Die Redaktion wollte wissen, ob die Ansiedlung weiterhin beabsichtigt ist und wann mit dem ersten Spatenstich zu rechnen sei. Auch der Verbleib am Pferracher Berg und Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Unternehmen sind abgefragt worden. Eine Antwort auf diese Fragen blieben die beiden Geschäftsführer Maximilian und Horst Baur bislang schuldig.

BRIGITTE GRÜNER

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