Donnerstag, 27.02.2020

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Club-Arzt Walter Wagner bewahrte Uwe Rösler vor langer Sperre

Pegnitzer Mediziner nahm vor 25 Jahren heutigen Trainer von Fortuna Düsseldorf in den Schwitzkasten - 30.01.2020 18:07 Uhr

Der damalige Mannschaftsarzt des 1. FC Nürnberg, Dr. Walter Wagner, nahm Uwe Rösler vor rund 25 Jahren kurzerhand in den Schwitzkasten und bewahrte ihn so vor einer langen Sperre, Rechts der einstige Club-Trainer Willi Entenmann. © R. Eckert


Uwe...wer? Diese Frage stellen sich nicht nur in Düsseldorf viele Fans. Der 53 Jahre alte gebürtige Thüringer Rösler ist als Trainer in Deutschland bislang noch nicht in Erscheinung getreten, sammelte seine Erfahrungen bislang in unteren Ligen in England sowie in Norwegen und Schweden. Zuletzt trainierte er von 2018 bis 2019 den schwedischen Meister Malmö FF, mit dem er in dieser Saison in der Europa League antrat. Wegen seiner langjährige Auslandsarbeit ist Rösler auch für die Auszeichnung Deutscher Fußball Botschafter nominiert. 

Als Spieler machte sich Rösler, der fünf Länderspiele für die A-Nationalmannschaft der DDR absolviert hat, ebenfalls in England einen Namen. Der Stürmer erzielte für Manchester City (1994 bis 1998) 50 Tore in mehr als 150 Pflichtspielen. In Deutschland kickte er unter anderem bei Dynamo Dresden, dem 1. FC Nürnberg, 1. FC Kaiserslautern und Tennis Borussia Berlin. 2002 wechselte er nach Norwegen zu Lilleström, wo er seine aktive Karriere 2003 wegen einer Krebserkrankung beendete.

In Nürnberg hätte Röslers Karriere zehn Jahre zuvor schon abrupt zu Ende sein können, wenn nicht Walter Wagner so beherzt eingegriffen hätte. An die Szene erinnert sich der damalige Mannschaftsarzt noch genau: „Uwe wurde gleich zu Beginn des Spiels unmittelbar vor unserer Mannschaftsbank böse gefoult. Als dann der Übeltäter zu allem Überfluss den sterbenden Schwan mimte und Rösler nach einer krassen Fehlentscheidung des Schiedsrichters die rote Karte sah, wollte er sich wutentbrannt mit den Worten „Ich bring Dich um!“ auf seinen Kontrahenten stürzen.“ 

Doch Wagner, heute beim MedCenter in Bayreuth und Pegnitz beschäftigt,  nahm ihn mit seiner großen Erfahrung als Ringarzt der bundesdeutschen Berufsboxer kurzerhand in den Schwitzkasten, rang ihn zu Boden und bewahrte ihn somit vor einer drastischen Strafe. Wagner schmunzelt noch heute:“Nach dem Spiel hat sich Rösler bei mir herzlich bedankt und mir ein Bier ausgegeben.“ 

RICHARD REINL

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