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Corona-Hilfe kam in Auerbach gut an

Mehrere Gruppen haben sich zu Beginn der Corona-Pandemie gegründet, um Risikopatienten zu helfen. - 01.07.2020 14:55 Uhr

Je 700 Euro spendete „Auerbach hilft!“ an die Kinderfeuerwehr, das Jugend-Rot-Kreuz und die städtische Kindertagesstätte. Im Bild die Organisatoren der Hilfsaktion, Michael Lehner und Bastian Eisend (v.r.), mit Julian Stefandl und Tanja Popp (v. l.).

© Foto: privat


"Wir helfen gerne wieder den Mitmenschen, falls eine zweite Welle kommt." Bei dieser Aussage waren sich die Sprecher der befragten Hilfsaktionen einig. Privatleute, aber auch Vereine hatten in den ersten Tagen nach der Ausgangsbeschränkung Mitte März Initiativen zur Unterstützung vor allem älterer Menschen ins Leben gerufen. Ziel der meisten Aktionen war es, Angehörige der Risikogruppen zu unterstützen, damit diese zuhause bleiben konnten. Einkaufsdienste, ein Gang in die Apotheke, ein Spaziergang mit dem Hund und vieles mehr wurden angeboten.

Kurzfristig Masken genäht

Die Aktion "Auerbach hilft" wurde am 18. März gegründet und erkannte schnell, dass ein Einkaufsservice ohnehin schon von mehreren Gruppen angeboten wurde. "Weil zu dieser Zeit ein Notstand bei der Versorgung von Mund-Nasen-Behelfsmasken herrschte, haben wir uns dazu entschieden, uns auf die Fertigung und kostenlose Verteilung dieser Masken zu spezialisieren", erklärt Michael Lehner. 15 bis 25 Helfer waren im Einsatz: Es gab Leute, die Stoff einsammelten. Andere schnitten diesen zu. Einige meist weibliche Helfer saßen unermüdlich an der Nähmaschine und produzierten Mundschutze. Insgesamt wurden 8183 Masken hergestellt und verteilt. Unter anderem bekamen Arztpraxen, Apotheken, Firmen, öffentliche Einrichtungen und Geschäfte ein Kontingent. Viele gaben die Masken gegen eine Spende wieder weiter. Die Bürger seien sehr dankbar gewesen und haben die Aktion mit Stoff und Geld unterstützt, sagt Lehner erfreut. Dadurch konnten auch insgesamt 2100 Euro weitergegeben werden.

Während des Zeitraums der Kontaktbeschränkungen bot der SPD-Ortsverein einen Einkaufsservice an. "Ich weiß mittlerweile, wo es die Gurken süß-sauer gibt", erzählt Vorsitzender Peter Danninger schmunzelnd. Er war oft selbst in den Märkten unterwegs. Auch Apothekengänge waren für die Auftraggeber im Seniorenalter nötig. Rund 30 SPD-Mitglieder hatten sich bereit erklärt, bei Bedarf zu helfen. Es hätte noch mehr Menschen aus der Risikogruppe geholfen werden können. Danninger habe immer wieder mit den Leuten gesprochen. "Die meisten wollten trotz lästiger Maske nicht auf ihre Eigenständigkeit verzichten", stellte er fest. Bei einer zweiten Welle wäre die SPD wieder dabei und würde sich wünschen, dass die besonders gefährdeten Menschen mehr Mut haben, sich helfen zu lassen.

Am 20. März startete die KLJB Gunzendorf ihre Hilfsaktion mit 15 interessierten Helfern. Einkäufe, Rezepte abholen oder Überweisungen zur Bank bringen waren laut Jana Pfab die Hauptaufgaben der jungen Leute, die bislang etwa zehn Aufträge übernommen haben. Sie freuten sich über viel Lob und positive Rückmeldungen. "Nächstes Mal gerne wieder", so Pfab. "Es hat uns viel Freude gemacht, dass wir in dieser Zeit anderen helfen konnten."

Ebenfalls am 20. März startete die Michelfelder Kirwajugend mit ihrem Hilfs-Service. Fast 20 Helfer standen bereit, erklärt Julian Thumbeck. Die jungen Leute konnten einigen Mitbürgern mit der Übernahme von Einkäufen oder anderer Besorgungen in der Stadt helfen. Die Auftragslage habe sich in Grenzen gehalten. "Viele leben mit der Familie und ließen sich von Angehörigen helfen." Das Netzwerk der freiwilligen Michelfelder besteht weiter. Im Falle einer zweiten Welle helfen die Kirwaleit wieder bei Bedarf.

Fabian und Sebastian Schwemmer engagierten sich mit Familie und Freunden nicht nur in Ranna, sondern auch den Nachbargemeinden. Einkaufen sowie der Gang zur Apotheke oder zur Post waren besonders gefragt. Die Brüder teilten in den Briefkästen aller Häuser von Lehnershof und Ranna einen Infozettel aus. Tags darauf seien erste Anfragen sowie Anerkennung für diese Idee eingegangen, berichtet Sebastian Schwemmer. Besonders berührt habe ihn ein Dankesschreiben, das die Familie bekommen hat. Für die Schwemmer-Brüder ist heute schon klar: "Sollte eine zweite Welle kommen, werden wir wieder die Aufgaben mit vollem Engagement erledigen und auf unsere Mitbürger zugehen."

Hilfe bleibt bestehen

Auch in Neuhaus war die Kirwajugend unterwegs, um für meist ältere Bürger Einkäufe oder Apothekengänge zu übernehmen. Ein harter Kern von zehn Mitgliedern kümmerte sich um die Koordination und die Besorgungen, sagt Andreas Schön. Das Hilfsprogramm in Neuhaus lief in Absprache mit einigen Geschäften. Hervorzuheben sei der kleine Supermarkt "Benaburger", der viele ältere Kunden bedient. "Er gab uns viele Aufträge, seine Kunden daheim zu beliefern."

Die Reaktionen der Bürger waren sehr positiv, so Schön. Da immer noch eine Gefahr durch das Corona-Virus bestehe, läuft das Mitte März gestartete Programm der Kirwaleit weiter. "Natürlich würden wir auch bei einer zweiten Welle helfen."

BRIGITTE GRÜNER

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