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Donnerstag, 09.07.2020

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Corona-Partys und Co.: Über 75 Anzeigen in Auerbach

In Auerbach erwischte die Polizei Bürger beim Verstoß gegen Corona-Regeln. - 06.06.2020 17:55 Uhr

Bereits mehr als 75 Anzeigen hat die Polizeiinspektion Auerbach seit März an das Landratsamt Amberg-Sulzbach weitergeleitet.

© Symbolbild/dpa


Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz sind grundsätzlich kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern, die nicht aus der sprichwörtlichen Portokasse gezahlt werden können. Der Bußgeldkatalog für Bayern sieht unter anderem 5000 Euro für den Initiator einer nicht zulässigen Veranstaltung – also den Gastgeber – und jeweils 150 Euro für jeden Gast einer privaten Feier vor. Verhängt wird das Bußgeld vom Landratsamt. Die Polizei meldet der Kreisbehörde die festgestellten Verstöße, erklärte Dienststellenleiter Manfred Weiß auf Nachfrage.

Seit dem Inkrafttreten der Beschränkungen infolge des Infektionsschutzgesetzes Mitte März hat die Polizeiinspektion Auerbach mehr als 75 Anzeigen an das zur Verfolgung und Ahndung zuständige Landratsamt Amberg-Sulzbach weitergeleitet. Die Beamten halten sich dabei strikt an die Vorgaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz, so Weiß. Wichtig sei demnach ein Vorgehen mit Fingerspitzengefühl, allerdings auch ein konsequentes Einschreiten bei Uneinsichtigkeit oder Gefährdung des Schutzzwecks.

Zur Bilanz der PI Auerbach gehören unter anderem die Untersagung einer Betriebsstätte, neun Fälle von Fahrten im privaten Auto mit Personen aus mehreren fremden Haushalten, drei Fälle von uneinsichtigem Verhalten in Ladengeschäften sowie ein Verstoß gegen die Quarantäne-Bestimmungen. 13 Mal wurde – besonders zu Beginn der Corona-Regeln – ein Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkung festgestellt. Auch 16 Treffen trotz Ausgangsbeschränkung wurden von den Ordnungshütern geahndet. Sieben Personen waren sportlich unterwegs, als dies noch nicht erlaubt war. In drei Fällen gingen die Polizisten anonymen Hinweisen nach, die sich allerdings als falsch herausstellten, so Weiß weiter. Bei manchen Verstößen waren mehrere Menschen betroffen.

Zweimal musste zudem eine private Feier aufgelöst werden. Bei den beiden Geburtstagsfesten waren in einem Fall neun Gäste anwesend; im zweiten Fall feierten 13 Menschen zusammen. Nicht alle Betroffenen haben Verständnis für das Eingreifen der Polizei. Eine Gruppe lenkte laut Weiß gezwungener Maßen ein nach dem Motto "Sind wir halt erwischt worden". Im anderen Fall war ein massives Einschreiten mit mehreren Streifenfahrzeugen erforderlich.

Info: Der für Bayern gültige Bußgeldkatalog ist im Internet unter https://www.bussgeldkatalog.org/corona-bayern/ einsehbar.

BRIGITTE GRÜNER

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