22°

Samstag, 24.08.2019

|

CSU-interne Kritik an Landrats-Kandidatenkür

Ehrenvorsitzender Hartmut Koschyk macht sich für Christian Porsch stark - 01.08.2019 23:23 Uhr

Nicht immer geht es derzeit in der CSU so fröhlich zu, wenn es um den nächsten Landratskandidaten geht. © Andreas Harbach


Also alles Friede, Freude, Eierkuchen? Nein. Denn hinter den Kulissen wird gegrummelt. War doch zum Beispiel auch Christian Porsch, Vorsitzender des Kreisjugendrings, als Bewerber im Gespräch. "Politische Schwergewichte" der CSU hätten ihn unterstützt, bekundete der 36-jährige Speichersdorfer im Redaktions-Gespräch. Ohne Namen zu nennen.

Um Rat gefragt

Nun, auf Nachfrage bestätigte Harmut Koschyk, ehemaliger Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Informationen unserer Zeitung, eines dieser Schwergewichte zu sein. Schon Ende 2018 sei er angesprochen und um Rat gefragt worden. Das sei nachvollziehbar: "Immerhin habe ich den Kreisverband 19 Jahre lang geführt, wurde im Anschluss zum Ehrenvorsitzenden ernannt." Da habe er Porsch ins Spiel gebracht, auch in einem Gespräch mit seiner Nachfolgerin Gudrun Brendel-Fischer. Weil der ein "veritabler Kandidat" gewesen wäre. Er verfüge über kommunalpolitische Erfahrung, sei sehr engagiert und gut vernetzt.

Und was sagt er zu Klaus Bauer? Ebenfalls nur Gutes, auch der sei "veritabel", auch der sei ein "guter Mann". Was Koschyk stört, ist die Art und Weise, wie es Bauers Kür kam. Ihm habe es da "Transparenz gefehlt". Auch Porsch hätte es aus seiner Sicht verdient gehabt, sich einem größeren Kreis zu präsentieren – so wie dies bei Bauer am vergangenen Freitag der Fall war. "Man hätte damit offener umgehen müssen, das hat mich enttäuscht", sagt Koschyk. Das erinnere an Absprachen im Hinterzimmer.

Entscheidung des Vorstands

Eine Einschätzung, die bei Gudrun Brendel-Fischer auf Unverständnis stößt: "Ich kann das nicht teilen, von mangelnder Transparenz kann keine Rede sein." Schließlich habe sich Porsch sehr wohl vorstellen dürfen – in einem kleineren Kreis. Dessen Erkenntnisse führten dann zu einem Beschluss des Kreisvorstands, eine Bewerbung von Porsch nicht weiterzuverfolgen. Dabei gehe es eben auch darum, "was man jemand zutraut". Der Vorstand habe sich anders entschieden, solche Beschlüsse seien ja auch seine Aufgabe. So sieht das auch ihr Stellvertreter Markus Täuber aus Hollfeld: "Die Eindrücke bei diesem Gespräch führten zu einer Empfehlung an den Vorstand." Die "Interessensbekundung" von Porsch sei nie verschwiegen oder gar geheim gehalten worden, "Transparenz war immer gewährleistet".

Porsch selbst will wie berichtet "weitere Gespräche" führen, sein Wille, die Kreispolitik aktiv mit zu gestalten, sei nach wie vor gegeben. 

sbr

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bayreuth