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Samstag, 22.02.2020

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Dank Euregio Egrensis: Für ein Jahr in einem fremden Land

Den 18-jährigen Austausch-Schüler Frederik Albl aus Marienbad faszinieren Windräder und das Flaschenpfand. - 08.02.2020 08:55 Uhr

Am ersten Tag in Auerbach lernte Frederik Albl (li.) nicht nur das Museum34, sondern auch den Bürgermeister kennen. Rechts Albls Gastvater Martin Weiß. © Foto: Brigitte Grüner


"Mit meinen Gasteltern hatte ich viel Glück", sagt der 18-Jährige im Gespräch mit den Nordbayerischen Nachrichten. Er fühle sich bei Eva-Maria und Martin Weiß sehr gut aufgehoben. Und er mag Auerbach und das Umland. Die Stadt sei sauber und gut organisiert, sagt er. Die kleinen Wohnhäuser gefallen ihm ebenso gut wie die Dörfer und Felder im Umland. Die Windräder beeindrucken ihn. Und das Flaschenpfand ist für ihn ein großer Pluspunkt. "Ich bin für Umweltschutz", sagt der 18-Jährige. In seiner Heimat habe er sich schon oft geärgert, dass Flaschen nicht recycelt werden.

Frederik Albl stammt aus Marienbad in Tschechien. Dort gibt es hauptsächlich Mehrfamilienhäuser. Und Getränke in Einwegflaschen. Einige Dinge vermisst er allerdings in Deutschland. Dazu gehört ein colahaltiges Getränk, das er in der vorübergehenden Wahlheimat noch nicht gefunden hat.

Auch die unkomplizierten Gespräche mit Freunden fehlen ihm. In Deutschland müsse er stets nachdenken und im Kopf übersetzen, was er sagen möchte, erklärt er. Daheim kann er den Gedanken freien Lauf lassen und mit seinen Freunden quatschen. Seine Deutsch-Kenntnisse haben sich in den vergangenen Monaten enorm verbessert, das spürt er selbst. Es sei wohl auch schon vorgekommen, dass er in deutscher Sprache geträumt hat. Am Gymnasium in Marienbad lernt Albl seit sechs Jahren Deutsch. Es sei üblich, dass Deutsch nach Englisch als zweite Fremdsprache unterrichtet wird, erzählt er. An den ersten Tagen in Auerbach war Deutsch noch sehr anstrengend für ihn. Es sei anstrengend und auch ermüdend gewesen, den Unterhaltungen zu lauschen und die richtigen Worte zu finden.

"Jeden Tag neue Eindrücke"

Dennoch waren die ersten Wochen für ihn am schönsten. "Es war sehr spannend, alles kennenzulernen. Die Stadt, die Menschen, die Schule. Es gab jeden Tag neue Eindrücke." Frederik Albl besucht in diesem Schuljahr die 10. Klasse des Gymnasiums in Pegnitz. In einigen Fächern bekommt er auch Noten.

Zwei Stunden pro Woche besucht er statt des Unterrichts der Klasse den Kurs "Deutsch als Fremdsprache". Während die Klassenkameraden Schillers "Räuber" studieren, darf er "Harry Potter" lesen. Die klassische deutsche Literatur verstehe er nicht, sagt er.

Das Gymnasium suchte im Vorjahr Gastfamilien für tschechische Schüler, die über die Organisation "Euregio egrensis" für ein Jahr nach Deutschland kommen wollten. Familie Weiß wurde darauf aufmerksam und hat sich gemeldet, weiß der 18-Jährige. Er hat bereits Bayreuth, Nürnberg, Fürth und München kennengelernt. Mit "Euregio Egrensis" ist auch eine Exkursion nach Berlin geplant. Den Besuch bayerischer Gasthäuser an Sonntagen mag er.

Ein besonderes Erlebnis sei ein Abend im Auerbacher Soul Food gewesen, erzählt er im NN-Gespräch. In seiner Freizeit spielt der junge Tscheche in Pegnitz Tischtennis, versucht sich im Programmieren und liest deutsche Bücher. Bis zum Ende des Schuljahres wird Frederik Albl noch täglich zwischen Auerbach und Pegnitz pendeln.

BRIGITTE GRÜNER

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