Montag, 01.06.2020

|

Dank Volsbacher Energieprojekt: Grüner Strom für nigerianischen Kindergarten

Ministranten präsentieren das Ergebnis ihres Energieprojekts mit Pfarrer Matthew Anyanwu. - 08.03.2020 16:34 Uhr

Die Ahorntaler Ministranten sind stolz auf ihr Projekt „Intelligenter Energieknoten“ und ihre selbst gebaute Photovoltaik-Anlage (Mitte), die auf einem Kindergarten in Nigeria Strom erzeugen wird. Mit im Bild sind Pfarrer Anyanwu (hinten re.), Innungsobermeister Bernd Zeilmann und Tobias Kull von der Uni Bayreuth (hin. li.). © Foto: Thomas Weichert


Dass es gar nicht so schwer ist, Energie einzusparen und den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen, zeigten die Ministranten nun erfolgreich bei ihrer Präsentation im Pfarrzentrum Volsbach. Dabei wurden Lösungen im Stromnetz und der Eigenstromerzeugung präsentiert und demonstriert, dass schon Kinder in der Lage sind, ein intelligentes Energiesystem aufzubauen.

Lehrreiches Engagement

"Ich wollte, dass sich meine Ministranten für etwas engagieren", sagt Pfarrer Anyanwu. Und so hörte er vom Bürgerenergiepreis des Bayernwerks und der Regierung von Oberfranken und besprach dies mit seinen Ministranten. "Wir waren davon sehr begeistert", sagt Ministrantensprecherin Ida Neubauer.

Und so kam es, dass sich die Ministranten zusammensetzten, um ein Energieprojekt zu überlegen, das sich in die Tat umsetzen lässt. Start war im September vergangenen Jahres. Jeder machte sich für sich daheim Gedanken und herausgekommen ist das Projekt "Intelligenter Energieknoten", eine kleine Photovoltaikanlage, die sie gemeinsam gebaut haben. "Das hat sehr viel Spaß gemacht und war auch sehr lehrreich", so Ida Neubauer. Weil eben dabei die verschiedensten Themen der Energiewende und des Klimawandels bearbeitet, diskutiert und schließlich von den Ministranten vorgestellt wurden. Sie beschäftigten sich mit Fragen wie "Was sind erneuerbare Energien"?, "Was ist ein intelligentes Messsystem?", "Wie ist der aktuelle Strommix in Deutschland?" oder "Welche Fachkräfte und Ausbildungsberufe werden zur Energieeinsparung benötigt?"

"Die Ministranten hat vor allem sehr interessiert, wie man selbst CO2-neutrale Energie erzeugen kann", berichtet Anyanwu. Hubert Ollert stellte bei der Präsentation im Pfarrzentrum die Netzleitstelle der Bayernwerk Netz GmbH vor und ging auf die Herausforderungen eines Strom- und Gasverteilernetzes ein.Tobias Kull vom Lehrstuhl für Mess- und Regeltechnik an der Uni Bayreuth beleuchtete das Thema aus wissenschaftlicher Sicht und zeigte auf, dass nach aktuellen Berechnungen die Klimaziele Deutschlands bis 2030 nicht erreicht werden.

Warum im PKW-Bereich auf Elektromobilität und im Schwerlastverkehr vor allem auf Brennstoffzellen gesetzt wird, erläuterte Bernd Zeilmann, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Bayreuth. Sein Fazit: "Die Energiewende ist eine Riesenchance, regionale Wertschöpfung zu erzielen. Eine erfolgreiche Energiewende wird jedoch nur gelingen, wenn Gemeinden und Bürger davon finanziell profitieren."

 

Gäste aus Politik und Wirtschaft

 

Als Gäste waren Bürgermeister Florian Questel (Bündnis 90/Die Grünen), Professor Gerhard Fischerauer von der Uni Bayreuth, Bernd Wunder vom Fraunhofer IIS aus Erlangen und Thomas Oppelt als Leiter lokale Strommärkte der Bayernwerk AG geladen. Zum Schluss überreichte der Geschäftsführer der Richter R&W Steuerungstechnik GmbH, Hubert Wohlfahrt, den Ministranten eine Spende in Höhe von 250 Euro. Bürgermeister Questel und Thomas Oppelt übergaben ebenfalls Spendenschecks über 300 Euro. Der von den Ministranten erstellte intelligente Energieknoten inklusive Photovoltaikanlage wurde Pfarrer Matthew Anyanwu für seinen Kindergarten in Nigeria überreicht. Dort soll er auf dem Dach Strom erzeugen.

THOMAS WEICHERT

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Volsbach