Das sagen Betreiber von Corona-Teststationen zur Reduzierung der Kostenerstattung

8.6.2021, 12:55 Uhr
Für jeden durchgeführten Corona-Schnelltest erhalten die Organisationen derzeit zwölf Euro. Hinzu kommen bis zu sechs Euro für das benötigte Material. Künftig könnten sie nur noch mit insgesamt elf Euro vergütet werden.

Für jeden durchgeführten Corona-Schnelltest erhalten die Organisationen derzeit zwölf Euro. Hinzu kommen bis zu sechs Euro für das benötigte Material. Künftig könnten sie nur noch mit insgesamt elf Euro vergütet werden. © Symbolfoto: Ralf Münch

Derzeit sei es noch so, dass es pro durchgeführtem Test zwölf Euro gibt plus maximal sechs Euro für die Materialkosten. "Wenn Testkits, Handschuhe und so weiter uns nur 4,50 Euro gekostet haben, dann können wir nur 4,50 Euro abrechnen", erklärt Roland Löb, Vorsitzender des ASB Regionalverbands Jura, der unter anderem sechsmal wöchentlich Tests in Pegnitz durchführt.


Wie entspannt wird der Corona-Sommer? Das sagen Virologen


Was der Verein nicht abrechnen kann, sind Investitionskosten in Höhe von 25 000 bis 30 000 Euro für Zelte und Lizenzen. Hinzu kommen Raummieten, die der Verein stemmen muss. "Nicht alle sind so großzügig und stellen uns die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung", gibt der Vorsitzende zu bedenken.

Löb: Tests sind sinnvoll

Wie es finanziell für den Verein weiter geht, müsse erst intern besprochen werden, wenn die neue Verordnung aus dem Ministerium vorliege, so Löb weiter. Der ASB sei aber weiterhin davon überzeugt, dass die Tests sinnvoll sind: Seit Mitte März haben die Helfer an den insgesamt 13 Stationen in der Frankenpfalz und den benachbarten Gemeinden rund 16 000 Testungen durchgeführt. 15 davon waren positiv. "Uns geht es nicht ums Geld. Es ist weiter wichtig, dass wir die Infektionsketten unterbrechen", sagt Löb überzeugt. Er gibt aber auch zu bedenken, dass der Verein sich ein Draufzahlgeschäft nicht leisten könne und man effizient arbeiten wolle.

Um die vielen Tests durchführen zu können, sind etwa 50 Personen im Einsatz. 46 von ihnen arbeiten ehrenamtlich. Außerdem sind fünf Hauptamtliche eingestellt worden: Auf Minijob- oder Teilzeit-Basis. "Unser Ziel ist es schon, die Personen beim Verband zu halten", erklärt Löb. Dass die Helfer weiterhin gebraucht werden, zeigen die Zahlen der vergangenen Tage: In Pegnitz haben sich am Sonntag 85 Menschen innerhalb von zwei Stunden testen lassen. 

In Auerbach waren es am Samstag und Sonntag insgesamt 145 Getestete in fünf Stunden. Und auch in Plech haben sich 66 Personen einem Corona-Schnelltest unterzogen. "Wir sind nach wie vor gut ausgelastet, obwohl viele Geimpfte jetzt keine Tests mehr brauchen. Dafür kommen jetzt die Urlauber, Reiserückkehrer und Touristen hinzu. Mittlerweile haben wir schon Leute aus dem ganzen Bundesgebiet in der Region getestet", weiß Löb. Das merke man vor allem an der Autobahnnähe bei der Plecher Teststation. Dort lassen sich Personen testen, die auf der Durchreise sind und von unterwegs aus einen Termin vereinbart haben, hat er beobachtet.


Drosten: Ablehnung der Corona-Impfung ist Entscheidung für Infektion


Dass jetzt vermehrt Touristen zum Testen kommen, hat auch der Pegnitzer BRK-Bereitschaftsleiter Tobias Seeser festgestellt: "Rund die Hälfte der zu testenden Personen sind Pegnitzer. Die andere Hälfte sind Touristen." Seit Ostern hat die ehrenamtliche Rot-Kreuz-Bereitschaft rund 1500 Tests durchgeführt. Vier oder fünf davon seien positiv ausgefallen. "Dabei hat es sich für uns bestätigt, dass wir ohne Anmeldung testen. Eine positiv getestete Person war eine ältere Frau, die kein Internet hat, um sich online zum Test anzumelden. Das andere waren Leute, die spontan in den Zoo fahren wollten und einen Zwischenstopp im Testzentrum eingelegt haben", erklärt Seeser. Zur Senkung der Vergütung auf elf Euro verweist er an die BRK-Pressestelle. Dort erklärt Sprecher Tobias Schif, dass noch keine neue Verordnung vorliege und er deshalb noch keine Auskünfte gibt. Ähnlich sieht es Marco Müller von der Admira-Apotheke, wo die erste Teststation in Pegnitz eingerichtet worden war. "Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Tagen die offizielle Verordnung erhalten. Bis dahin machen wir mit den Tests weiter", so der Inhaber. 

"Glücklich wären wir mit einer Reduzierung der Vergütung nicht", erklärt hingegen Christoph Löhr, stellvertretender Leiter Einsatzdienste der Malteser in Waischenfeld und fügt hinzu: "Da wir aber auf einen großen Pool von fast 50 motivierten ehrenamtlichen Helfern zurückgreifen können, wäre es uns auch in Zukunft noch möglich, den Betrieb der Teststation aufrecht zu erhalten."

Die Schnellteststation existiert seit Ende März. Einschließlich der Außenstelle in Trockau wurden rund 2000 Tests durchgeführt, wobei der Großteil negativ war. 

Keine Kommentare