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Dauerparker sorgen für Ärger in der Pegnitzer Innenstadt

Kunden und Geschäftsleute beklagen die Parkgepflogenheiten - 13.05.2021 08:55 Uhr

Gerade am Wochenende ist es manchmal schwierig, am Marktplatz eine Parklücke zu finden. Schuld seien einige Anwohner als Dauerparker.

12.05.2021 © Foto: Christian Weidinger


 Dabei beträgt die Höchstparkdauer eine Stunde, Autofahrer müssen ihre Ankunft mit einer Parkscheibe in der Windschutzscheibe belegen. "Ich habe schon beobachtet, wie Anwohner stündlich zu ihrem Auto gehen und die Parkscheibe um eine Stunde weiter drehen", schildert Wagner. Es handle sich dabei meist um die selben Mieter. Manche davon würden die Parklücken auch mit zwei Autos blockieren.

Dabei gebe es kostenlose Parkplätze, das Problem sei nur: "Viele wollen keine fünf Minuten zu ihrer Wohnung oder ihrem Geschäft laufen." Samstags sei es besonders schwierig, einen freien Parkplatz zu finden. Einige Kunden hätten sich deshalb bereits bei ihm beklagt.


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"Einige denken, dass ohnehin kein Sheriff kommt – und parken daher wo sie wollen", meint der Geschäftsmann. Wobei: So, wie die Verkehrsüberwachung früher kontrolliert hat, sei es auch nicht immer richtig gewesen. So beobachtete Wagner, dass Menschen, die für einen kurzen Bankbesuch in der Ladezone bei der Pizzeria Venezia hielten, bei ihrer Rückkehr ein Knöllchen erwartete. "Wenn das wieder so gehandhabt wird, würde das bestimmt viele abschrecken", meint er.

Wagner plädiert dafür, die Ladezone in ein eingeschränktes Halteverbot zu verwandeln. Fünf Minuten Parken wäre damit kein Problem und Kunden könnten schnell etwas erledigen, ohne dabei ein Knöllchen zu riskieren. "Diskutiert wird über das Problem schon lange, nur, es muss auch etwas passieren", betont er. Er habe deshalb mit Bürgermeister Wolfgang Nierhoff gesprochen und ihm seine Ideen vorgeschlagen.

Im Rathaus ist das Problem auch deshalb nicht unbekannt. "Wir werden künftig wieder vermehrt darauf achten, dass die Parkplätze nicht von Anwohnern und Geschäftsleuten blockiert werden", betont Nierhoff (PEG). Während der Pandemie sei man bewusst etwas nachsichtiger mit dem Problem umgegangen. Auch, weil ohnehin weniger los gewesen sei. Das wird sich ab sofort ändern. "Gerade wird eine neue Mitarbeiterin bei der Verkehrsüberwachung angelernt, die künftig regelmäßig ihre Runden geht", kündigt Nierhoff an.

Dafür hat die Stadt bereits 2015 mit der Gemeinde Ursensollen eine Vereinbarung getroffen, um die Verkehrsüberwachung Oberpfalz Mitte gemeinsam zu nutzen.

"Eigentlich ist es Sache der Vermieter, zu jeder Wohnung einen Parkplatz zur Verfügung zu stellen. Nur leider geschieht das selten", erklärt der Bürgermeister. Wenn kein privater Parkplatz vorhanden sei, wäre es ebenfalls möglich, der Stadt eine Ablöse für eine öffentliche Parkmöglichkeit zu zahlen. Doch auch das komme so gut wie nicht vor.

Zum Nulltarif

Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit wäre, als Anwohner einen kostenlosen Parkplatz zu benutzen. "Beim Elektromarkt Baumann oder in der nahe gelegenen Kurve wäre das beispielsweise möglich", rät Nierhoff.

Die Vereinigung "Unser Pegnitz", in der sich mehrere Ladeninhaber zusammengeschlossen haben, beschäftigt das Thema ebenfalls schon länger. Das verrät die Vorsitzende Christina Wellhöfer, die selbst am unteren Markt einen Weinladen betreibt.

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"Wir befinden uns seit sechs Wochen im intensiven Gespräch und versuchen das Problem zu lösen", sagt Wellhöfer. Sie und ihre Kollegen seien bereits auf die Stadtverwaltung zugegangen und hätten bei Bürgermeister Nierhoff "ein offenes Ohr gefunden". Dabei gibt die Ladeninhaberin zu bedenken, dass natürlich auch an die Anwohner gedacht werden müsse.

"Niemand" hat sich beschwert

Doch nicht alle Geschäftsinhaber beurteilen die Parksituation als schwierig. "Ich finde das Parken sogar recht entspannt", meint Michael Holz, Inhaber der Buchhandlung Faust. Seiner Ansicht nach sind meist genügend Parkmöglichkeiten für seine Kunden vorhanden; zumindest habe sich bisher niemand bei ihm beschwert.

"Es ist immer ein Kommen und Gehen, da findet eigentlich jeder eine Lücke." Zur Not müsse man eben ein, zwei Runden um den Marktplatz fahren.

Dass es häufig Anwohner oder Geschäftsleute sind, die manchmal länger parken, ist ihm bekannt. Allerdings habe Holz nicht den Eindruck, dass dadurch zu wenig Parkplätze zur Verfügung stünden.

CHRISTIAN WEIDINGER

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