Sonntag, 08.12.2019

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Dekanat Pegnitz kooperiert mit Hospizverein Bayreuth

Koordination im Brigittenheim - Sieben Hospizhelfer stehen bereit - 22.05.2015 17:31 Uhr

Bei der Hospizbegleitung geht es darum, für die Sterbenden da zu sein. Die Ehrenamtlichen unterhalten sich mit den Kranken oder halten sie einfach nur an der Hand, um ihnen das Gefühl von Nähe zu geben. © Foto: dpa


Vorerst wird die Begleitung Sterbender vom Brigittenheim aus geregelt. Denn dort sind viele ältere Menschen auf einem Fleck. Außerdem sind die Wege kurz. Von der Schwester, zur Stationsleitung, zur Pflegedienstleitung Roswitha Schecklmann. Die wendet sich an Yvonne Eder, die sich seit 16 Jahren als Ehrenamtliche im Hospizverein engagiert und in Pegnitz wohnt.

Die 61-Jährige besucht den Kranken dann, um sich ein Bild zu machen, in welcher Verfassung er ist. Ob er noch ansprechbar ist, bettlägerig ist, noch sprechen kann. Das gibt sie weiter an den Hospizverein Bayreuth, der dann einen passenden Begleiter auswählt. Das Spektrum reicht von Ehrenamtlichen zwischen 35 und 82, von der Metzgereifachverkäuferin bis zur Juristin.

„Nicht allein sein“

Vor etwa zwei Wochen wurde der Kooperationsvertrag unterschrieben, erzählt Dekan Gerhard Schoenauer im Redaktionsgespräch. Seitdem kommen die Hospizbetreuer bis zu zweimal pro Woche ins Brigittenheim. Drei Bewohner sind dem Verein derzeit gemeldet, erzählt Schecklmann.

Die Ehrenamtlichen unterhalten sich mit den Kranken, ein oder zwei Stunden. Manchmal sitzen sie einfach nur am Bett, halten die Hand des Sterbenden. „Sie sollen einfach nicht allein sein“, sagt Schecklmann. Und Hospizbegleiterin Yvonne Eder meint: „Der Patient soll Nähe spüren und das Gefühl haben, da ist jemand.“

Schoenauer freut sich, dass die Kooperation zustande kam. „Wir wollen die Leute gut begleiten, das können wir jetzt viel intensiver“, sagt der Dekan. Natürlich werden die Sterbenden gefragt, ob sie jemanden haben möchten. Oder die Angehörigen, wenn die Kranken nicht mehr entscheiden können.

Die Verbindung zwischen Sterbendem und Hospizbegleiter wird schon früh hergestellt, nicht erst wenige Tage vor dem Tod. Sondern wenige Monate vorher. „So wird das Pflegepersonal entlastet und die Menschen begleitet“, sagt Schoenauer.

Denn die Zeit, die es bräuchte, um sich intensiv um die Leute zu kümmern, haben die Pflegekräfte meist nicht. Das bestätigt auch Schecklmann. Immer mehr multimorbide Bewohner – Menschen mit mehreren schwerwiegenden Erkrankungen – leben im Brigittenheim.

Spezielle Ausbildung

Aktuell sind etwa 50 Ehrenamtliche beim Hospizverein Bayreuth tätig. Sieben davon werden in Pegnitz eingesetzt. Laut Dekan Schoenauer ist das Ziel, Hospizbegleiter vor Ort im Brigittenheim auszubilden.

Menschen in den Tod zu begleiten kann nicht jeder. Dafür braucht es eine spezielle Ausbildung, die insgesamt 40 Stunden Grundkurs sowie 80 Stunden Aufbaukurs umfasst. „Das braucht es auch. Es ist ein ganz sensibles Thema“, sagt Brigitte Moser, Koordinatorin für Hospiz- und Palliativarbeit im Verein.

Die Hospizarbeit ruht auf vier Säulen: Sie umfasst den seelischen, körperlichen, psychischen und spirituellen Bereich. „Es geht um eine menschenwürdige, auf die Bedürfnisse der Sterbenden zugeschnittene Begleitung“, sagt Schoenauer.

LUISADEGENHARDT

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